TSMC: Stiller Engpass der KI-Revolution unter Druck
Die TSMC-Aktie hat am Dienstag einen herben Rückschlag erlitten und verlor 5,30 Prozent, was den Kurs auf 375,50 Euro drückte. Ein Schock für viele Anleger, die mit Hochspannung die Entwicklungen im Halbleitersektor verfolgt haben. Der Rückgang kam nicht von ungefähr: Eine Verkaufswelle folgte auf die positiven Zahlen von Samsung Electronics, die einen beeindruckenden 19-fachen Anstieg des operativen Gewinns auf rund 89,4 Billionen Won meldeten. Doch anstatt den Aufschwung zu feiern, reagierten Investoren mit einem typischen „Sell-on-the-News“-Verhalten. Man könnte fast meinen, die Unsicherheit über die Nachhaltigkeit des aktuellen KI-Booms schwebt wie ein Schatten über dem Markt.
Eine weitere Meldung aus China sorgte für zusätzliches Aufsehen: Das KI-Unternehmen DeepSeek hat eine Finanzierungsrunde von rund 7,5 Milliarden US-Dollar abgeschlossen, um eigene Chips für KI-Inferenz zu entwickeln. Inmitten dieser Entwicklungen bleibt TSMC jedoch ein stabiler Player, der mit vollen Auftragsbüchern und einer Auslastung von über 120 Prozent im 3-Nanometer-Prozess glänzt. Die Pläne für den Ausbau der CoWoS-Verpackungskapazitäten von 8.000 auf über 12.000 Wafer pro Monat bis Ende 2026 sind weitere Beweise dafür, dass TSMC entschlossen ist, die steigende Nachfrage zu bedienen.
Marktunsicherheiten und geopolitische Spannungen
Die letzten sieben Tage waren für die TSMC-Aktie kein Zuckerschlecken – ein Kursrutsch von 10,17 Prozent und ein Rückgang von 10,70 Prozent im Vergleich zum 52-Wochen-Hoch von 420,50 Euro. Dennoch ist die Aktie seit Jahresbeginn um 37,55 Prozent gestiegen und liegt 93,16 Prozent über dem 52-Wochen-Tief von 194,40 Euro. Momentan liegt der Kurs auch 28,79 Prozent über dem 200-Tage-Durchschnitt – ein Zeichen dafür, dass der langfristige Aufwärtstrend intakt bleibt.
Und während JPMorgan das Kursziel auf 3.100 Taiwan-Dollar anhob und ein jährliches Wachstum der KI-Umsätze von etwa 69 Prozent erwartet, passen auch Citi und Barclays ihre Kursziele nach oben an. Die optimistischen Einschätzungen basieren auf den hohen Margen, die TSMC in der Branche erzielt. Doch die geopolitischen Spannungen, etwa durch Raketenangriffe auf Schiffe nahe der Straße von Hormus, verstärken die Marktunsicherheit. Ein Blick auf die aktuelle Lage zeigt, dass der Großteil der Chips in Taiwan produziert wird, was nicht nur eine strategische Stärke, sondern auch ein erhebliches Risiko darstellt, insbesondere angesichts der angespannten Beziehung zwischen China und Taiwan.
Engpass bei der Chip-Produktion
TSMC ist nicht nur ein Hersteller, sondern auch ein entscheidender Akteur im wachsenden Markt für KI-Chips. Die Nachfrage wächst rasant, während die Produktionskapazitäten nur schleppend ausgebaut werden können. Die Anlagen laufen bereits am Limit, und die modernsten Produktionsstufen sind über Jahre hinaus ausgebucht. Das bedeutet, dass TSMC zwar eine dominante Marktstellung hat, jedoch nicht mit den gleichen Multiplikatoren wie andere KI-Unternehmen bewertet wird. Das Unternehmen zeigt zwar hohes Wachstum und stabile Margen, doch die Anleger sehen einen Bewertungsabschlag.
Die nächsten Quartalszahlen von TSMC werden am 14. Juli veröffentlicht, und Analysten erwarten einen Gewinn je Aktie von etwa 3,81 US-Dollar und einen Umsatz von rund 40,04 Milliarden US-Dollar. Für die Anleger bleibt es spannend – sie müssen das geopolitische Risiko gegen das strukturelle Wachstum abwägen, um eine fundierte Investitionsentscheidung zu treffen. Der Markt bleibt turbulent und viele fragen sich: Wie lange kann TSMC, der stille Engpass der KI-Revolution, dieses hohe Niveau halten?
