In Russland brodelt es! Die Spritknappheit wird immer spürbarer. Ukrainische Drohnenangriffe auf die Energieinfrastruktur haben das Land in eine echte Kraftstoffkrise gestürzt. Vor den Tankstellen warten die Menschen in langen Schlangen auf nachfüllbare Hoffnung. Einige Kraftstoffsorten sind mittlerweile so rar wie ein Einhorn – einfach nicht mehr verfügbar. Das ist wie ein schleichender Albtraum für Autofahrer und Landwirte, die auf Treibstoff angewiesen sind.

Der Kreml hat nun einen drastischen Schritt unternommen, um die Situation zu stabilisieren: Bis Ende des Jahres soll die Herstellung von Kraftstoffen nach dem Euro-3-Standard erlaubt werden. Klar, diese Entscheidung ist nicht ohne Folgen. Euro-3-Kraftstoffe dürfen bis zu 0,035 Prozent Schwefel enthalten, während die strengeren Euro-5-Kraftstoffe maximal 0,001 Prozent aufweisen dürfen. Ein klarer Rückschritt in der Umweltpolitik, der den grünen Daumen der russischen Raffinerien drückt.

Die Hintergründe der Krise

Doch die Krise hat sich nicht über Nacht entwickelt. Der Mai 2026 war ein echter Wendepunkt, als ukrainische Angriffe 16 Ölraffinerien in Russland ins Visier nahmen und die Benzinproduktion um 25 Prozent zurückging. Wladimir Putin selbst hat die Treibstoffknappheit eingeräumt und darauf hingewiesen, dass die Warteschlangen an Tankstellen mittlerweile zum Alltag gehören. Ein Exportverbot für Diesel wurde bereits eingeführt, und die Preise an der Börse erreichen Rekordwerte. Die staatliche Regulierung hält die Preise an den Zapfsäulen künstlich niedrig, was die Engpässe nicht gerade verringert. Man könnte fast meinen, wir sind in den guten alten Sowjetzeiten gelandet.

Für einen weiteren Dämpfer sorgen die Reparaturarbeiten an mehreren Raffinerien, die die Produktionsmengen weiter sinken lassen. Schätzungen zeigen, dass bis zu 20 Prozent der Raffineriekapazitäten zeitweise stillstehen – und das ist alles andere als ein Grund zur Freude. Die ukrainischen Streitkräfte haben gezielt die gleichen Raffinerien wiederholt angegriffen, was eine schnelle Wiederinbetriebnahme fast unmöglich macht. Die Lage ist also angespannt, um nicht zu sagen verzweifelt.

Die Auswirkungen auf die Bevölkerung

Die Menschen in Russland spüren die Auswirkungen dieser Krise direkt. Im September fehlten rund 400.000 Tonnen Benzin bei einem Gesamtvolumen von zwei Millionen Tonnen. Schätzungen zufolge wird der Benzinmangel auf 20 Prozent geschätzt. Das ist ein herber Schlag für die Mobilität und die Wirtschaft. Die russische Regierung hat zwar Kompensationen für Ölkonzerne angekündigt, um die Binnenmärkte künstlich zu stabilisieren, doch das hilft den unabhängigen Tankstellen nicht. Diese müssen Benzin an der Börse kaufen und haben ohne Ausgleichszahlungen kaum eine Chance zu überleben. In den letzten Wochen schlossen etwa 360 unabhängige Tankstellen, und in einigen Regionen, wie Rostow und der Krim, mussten bis zu 14 Prozent der Tankstellen die Pforten schließen.

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Ein weiterer Versuch, die Krise zu bewältigen, besteht darin, vermehrt Benzin aus Belarus zu importieren. Aber auch das wird den Mangel nicht wirklich lindern. Vizepremier Nowak hat sogar vorgeschlagen, Zölle auf Importe aus China, Südkorea und Singapur abzuschaffen. Eine Art verzweifelter Versuch, die drohende Kraftstoffnot abzuwenden.

Ein Blick in die Zukunft

Langfristig könnte es sogar notwendig werden, ein stillschweigendes Abkommen mit der Ukraine zu schließen, um Angriffe auf Energieanlagen zu vermeiden. Die Situation ist angespannt, und die Zukunft sieht alles andere als rosig aus. Während die russische Regierung versucht, mit allen Mitteln die Kontrolle über die Kraftstoffversorgung zu behalten, bleibt abzuwarten, wie lange die Bevölkerung noch mit dieser Knappheit leben kann.