Was für ein Thema – vitaminangereicherte Wässer! So ein Getränk sieht oft verlockend aus, mit bunten Etiketten und fröhlichen Namen wie „Vitamin Water“ oder „Aqua Wellness“. Doch wenn man sich näher damit beschäftigt, zeigt sich, dass hinter diesen bunten Flaschen oft mehr Schein als Sein steckt. Die Verbraucherzentrale Sachsen-Anhalt (VZSA) hat im Mai 2026 insgesamt 35 Produkte unter die Lupe genommen und kam zu einem ernüchternden Ergebnis: Die meisten dieser Getränke sind „nicht empfehlenswert“.

Ein Marktcheck hat zahlreiche Schwächen ans Licht gebracht. Überflüssige und teils überdosierte Vitaminanreicherungen, fragwürdige Werbeaussagen und hohe Zuckergehalte sind nur die Spitze des Eisbergs. Wenn man bedenkt, dass der durchschnittliche Zuckergehalt dieser Getränke bei etwa 2,3 Gramm pro 100 Milliliter liegt – das sind immerhin 11,5 Gramm pro 0,5 Liter – wird’s zumindest für gesundheitsbewusste Verbraucher kritisch. Die WHO empfiehlt maximal 27,5 bis 40 Gramm Zucker pro Tag für Kinder und 50 Gramm für Erwachsene. Wenn man das mit einem einzigen „Vitaminwasser“ vergleicht, wird schnell klar: Hier wird viel Geld für wenig Nutzen ausgegeben.

Irreführende Etiketten und hohe Preise

Die VZSA weist darauf hin, dass viele Produkte den Anschein erwecken, Mineralwasser zu sein, jedoch rechtlich als Erfrischungsgetränke klassifiziert werden müssen. Besonders kritisch sind Namen wie „Funktionelles Mineralwasser mit Geschmack“ oder „Water +“. Die Etiketten sind voll von Begriffen wie „Antistress“, „Boost“ und „Energy“, die in Wahrheit nichts anderes als Marketing-Geschwätz sind. Gerade einmal 0,19 Euro pro Liter kostet gutes Mineralwasser, während die Preise für die vitaminisierten Getränke durchschnittlich bei 2,47 Euro pro Liter liegen. Da fragt man sich schon, was da die Verbraucher dazu bringt, in solch hohe Preisklassen zu greifen.

Die VZSA fand zudem heraus, dass 24 der untersuchten Produkte die empfohlenen Höchstwerte für Vitamine überschreiten. Bei zwölf dieser Getränke überschritt eine Flasche sogar die empfohlene Tageszufuhr einzelner Vitamine um das Ein- bis nahezu Dreifache. Und auch wenn keine akute Gesundheitsgefahr besteht, sollte man sich fragen, ob man wirklich auf solche Drinks angewiesen ist, wenn eine ausgewogene Ernährung meist für die nötige Vitaminversorgung sorgt.

Die Frage nach der Notwendigkeit

Ein Blick auf die Zutatenliste zeigt oft, dass die Basis dieser Getränke nicht viel mehr als Trink- oder Mineralwasser ist, ergänzt durch Zucker, Süßstoffe oder Vitamine. In der Kritik stehen dabei vor allem die fettlöslichen Vitamine E und D, deren Verwendung in fettfreien Getränken fragwürdig erscheint. Schließlich werden diese Vitamine nur zusammen mit Nahrungsfetten gut aufgenommen. Und mal ehrlich – wer braucht schon eine Flasche „Vitaminwasser“, wenn man sich mit einer gesunden, abwechslungsreichen Ernährung gut versorgen kann?

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Die Verbraucherzentrale empfiehlt, lieber auf gutes Leitungs- oder Mineralwasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen zurückzugreifen. Und wenn man wirklich Mängel hat, sollte man das mit einem Arzt besprechen, anstatt blind zu irgendwelchen Drinks zu greifen. Am Ende des Tages kommt es darauf an, sich gut um seinen Körper zu kümmern – und da helfen keine bunten Flaschen, sondern ein bisschen gesunder Menschenverstand und eine ausgewogene Ernährung.