Die Automobilindustrie in Deutschland und Europa steht unter erheblichem Druck. Regulatorische Vorgaben, sich ständig ändernde Marktbedingungen und ein technologischer Wandel, der schneller voranschreitet als viele es sich vorstellen können, stellen die Branche auf die Probe. Eine neue Studie, die unter dem Titel ELAB 2040 firmiert, untersucht, wie sich diese EU-Regulierungen auf die Wertschöpfung und Beschäftigung in der Automobilindustrie auswirken. Man könnte sagen, die Branche fährt ein wenig auf der Überholspur – aber eben nicht in die richtige Richtung.

Die Ergebnisse der Studie sind alarmierend. Laut den Experten machen Antriebsstränge, die zu einem großen Teil aus Verbrennungsmotoren bestehen, etwa 25% der wertschöpfenden Leistung aus. Bei batterieelektrischen Fahrzeugen steigt dieser Wert sogar auf bis zu 40%. Ein Rückgang der Wertschöpfung und der Arbeitsplätze ist zu befürchten, sollte die EU-Flottenregulierung nicht überdacht werden. Der aktuelle Vorschlag der EU-Kommission, das Automobil-Paket von Dezember 2025, wird als nicht ausreichend erachtet. Ein „Aus vom absoluten Verbrenner-Aus“ allein kann die Automobilindustrie nicht retten, so die Autoren der Studie.

Wettbewerbsfähigkeit stärken

Allerdings gibt es Hoffnung. Die Studie betont die Notwendigkeit, die gewonnene Zeit zu nutzen, um die Wettbewerbsfähigkeit Europas und Deutschlands zu stärken. Ein entscheidender Punkt ist die Schaffung verlässlicher politischer Rahmenbedingungen und Investitionssicherheit. Es ist offensichtlich: Eine Kombination aus technologieoffener Flottenregulierung und investitionsfreundlichen Rahmenbedingungen ist unerlässlich. Nur so kann die Wertschöpfung langfristig in Deutschland und Europa erhalten und sogar ausgebaut werden. Wir müssen Innovationen fördern, besonders in Bereichen wie dem automatisierten Fahren, wo das Potenzial enorm ist.

Die Studie wurde vom renommierten Fraunhofer IAO im Auftrag von vbw bayme vbm, Südwestmetall und Gesamtmetall durchgeführt. Sie soll als fachlich fundierte Grundlage für politische Entscheidungsträger dienen. Man fragt sich, ob diese Entscheidungsträger die Botschaften hören und entsprechend handeln werden. Die Zeit drängt, und der Druck auf die Branche wächst.

Neues Maßnahmenpaket der EU

Parallel dazu hat die Europäische Kommission ein neues Maßnahmenpaket vorgestellt, das der Automobilindustrie beim Übergang zu sauberer Mobilität helfen soll. Die Branche, die Millionen von Menschen beschäftigt und technologischen Fortschritt vorantreibt, ist ein zentraler Wirtschaftszweig. Die neuen Maßnahmen umfassen unter anderem die Überarbeitung von CO2-Normen für verschiedene Fahrzeugtypen und die Förderung der Batterieherstellung. Ein Budget von 1,8 Milliarden Euro soll helfen, eine in der EU angesiedelte Batterie-Wertschöpfungskette aufzubauen.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Doch trotz dieser Maßnahmen bleibt die Herausforderung bestehen. Das Omnibus-Paket zielt darauf ab, den Verwaltungsaufwand zu verringern und eine neue Fahrzeugklasse für „kleine, bezahlbare Fahrzeuge“ einzuführen. Der strategische Dialog über die Zukunft des Sektors, der im Januar 2025 initiiert wurde, bringt Branchenvertreter, Sozialpartner und EU-Länder zusammen, um über Herausforderungen und Chancen zu diskutieren. Aber wird das reichen? Die Antworten darauf könnten entscheidend für die Zukunft der Automobilindustrie in Europa sein.