Die Wohngebäudeversicherungen in Deutschland erleben ein wahres Auf und Ab. Laut dem aktuellen „Branchenmonitor 2025: Wohngebäudeversicherung“ von V.E.R.S. Leipzig zeigt sich ein deutliches Wachstum im Prämienvolumen. Zwischen 2019 und 2024 ist das gesamte Prämienvolumen in dieser Sparte um satte 61 Prozent gestiegen. Das klingt nach einer Erfolgsgeschichte, oder? Die Provinzial Versicherung AG sticht dabei besonders hervor: Mit einem Anstieg von unglaublichen 239 Prozent hat sie sich auf ein Prämienvolumen von 1.132,5 Millionen Euro katapultiert. Wow! Wer hätte das gedacht?

Doch nicht alle Versicherer können mit solch rasanten Zuwächsen mithalten. Die SV Sparkassenversicherung Gebäudeversicherung AG verzeichnete lediglich ein Plus von 33 Prozent auf 798 Millionen Euro – das bleibt unter dem Branchendurchschnitt. Die Allianz Versicherungs-AG bleibt mit einem Prämienvolumen von 1.781 Millionen Euro der Platzhirsch im Markt. Generali Deutschland Versicherung AG, Axa Versicherung AG und der Bayerische Versicherungsverband sind ebenfalls mit Prämienvolumina von 381 Millionen Euro, über 768 Millionen Euro und knapp 536 Millionen Euro vertreten. Es ist ein großer Markt, aber die Unterschiede könnten nicht größer sein.

Positionsveränderungen und Herausforderungen

Interessant ist auch die Rangfolge der größten Marktteilnehmer. Die Provinzial hat sich von Platz fünf auf zwei verbessert, während die Allianz weiterhin unangefochten auf der Eins thront. R+V bleibt auf Platz drei, während die SV von zwei auf vier gefallen ist. Axa und der Bayerische Versicherungsverband mussten ebenfalls Plätze einbüßen. Diese Veränderungen zeigen, dass der Wettbewerb um die Kunden intensiver denn je ist. Die Fusion der Provinzial mit der Westfälischen Provinzial hat hier wohl maßgeblich zum Erfolg beigetragen.

Doch die Branche steht vor großen Herausforderungen. Extremwetterereignisse nehmen zu, und die Schadenssummen für Elementarschäden steigen. Das bedeutet für die Versicherer: Die Kosten laufen aus dem Ruder. Die Baupreise – Stahl, Holz, Glas – steigen ebenfalls, und die Arbeitskosten im Baugewerbe tun ihr Übriges. Ohne Anpassungen der Prämien wird’s für viele Versicherer finanziell eng. Ein Blick auf die gebuchten Bruttoprämien zeigt einen Anstieg von 16,5 % auf 224,82 Millionen Euro im Jahr 2023. Die durchschnittliche Prämie pro Vertrag liegt nun bei 649,38 Euro – ein Anstieg von 16,6 % gegenüber dem Vorjahr.

Ein ungewisser Ausblick

Aber nicht alles läuft rund. Viele Versicherer arbeiten nicht kostendeckend, insbesondere in Regionen, die stark von extremen Wetterereignissen betroffen sind. Die Anzahl der Verträge pro Versicherer ist sogar gesunken: von 375.573 im Jahr 2021 auf 362.012 im Jahr 2023. Ein alarmierendes Signal, wenn 26 von 50 Versicherern 2023 einen Rückgang ihrer Vertragsbestände verzeichneten. Es bleibt abzuwarten, wie sich dieser Trend entwickeln wird. Steigende Prämien könnten dazu führen, dass Kunden auf Wohngebäudeversicherungen verzichten, auch wenn die Zunahme von Extremwetterereignissen das Bewusstsein für Elementarschutz schärfen könnte.

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Insgesamt zeigt der Markt für Wohngebäudeversicherungen, wie dynamisch und herausfordernd die Situation ist. Die Zahlen, die aus dem Branchenmonitor stammen, zeichnen ein eindrucksvolles Bild der gegenwärtigen Lage. Ob sich die Branche stabilisieren kann oder ob der Trend zu sinkenden Vertragszahlen anhält, bleibt spannend zu beobachten.