In der pulsierenden Metropole Ho-Chi-Minh-Stadt, wo das geschäftige Treiben und die Vielfalt an Kulturen aufeinanderprallen, haben die Wähler eine interessante Petition ins Leben gerufen. Es geht um die Anhebung der Steuerfreigrenze für private Haushalte und Einzelunternehmen. Der Grund? Die hohen Lebenshaltungskosten und die enormen Ausgaben für Land, Arbeit und Rohstoffe, die in dieser Stadt, die mit über 6 Millionen Einwohnern das wirtschaftliche Herz Vietnams ist, an der Tagesordnung sind.

Die Argumentation der Initiatoren ist klar: Viele Geschäftsleute, die Einnahmen zwischen 1 und 2 Milliarden VND erzielen, bleiben nach den Ausgaben oft mit einem Gewinn zurück, der kaum mehr ist als das Einkommen eines Angestellten. Ein Vorschlag, die Steuerfreigrenze von 1 Milliarde VND auf etwa 3 Milliarden VND pro Jahr anzuheben, könnte hier Abhilfe schaffen. Ein Blick nach China zeigt, dass Familienunternehmen erst ab einem Jahresumsatz von über 4 Milliarden VND besteuert werden. Das wirft Fragen auf, warum man in Vietnam nicht ähnlich verfahren könnte.

Die Realität der kleinen Unternehmen

Ein Beispiel verdeutlicht die prekäre Situation: Ein Familienunternehmen mit 500 Millionen VND Umsatz und einer Gewinnspanne von nur 10 % erzielt gerade einmal 4,2 Millionen VND monatlich. Damit lässt sich kaum eine Familie ernähren, geschweige denn, dass man Rücklagen bilden könnte. Das Finanzministerium hat bereits bestätigt, dass die Steuerfreigrenze für Kleinstunternehmen bei 1 Milliarde VND liegt, doch rund 2,5 Millionen Gewerbebetriebe verzeichnen ein Jahreseinkommen unter dieser Grenze. Das ist ein enormes Problem!

Die Überlegungen zur Steuerpolitik müssen die sozioökonomischen Gegebenheiten Vietnams berücksichtigen, was die Regierung in den letzten Jahren auch versucht hat. Dennoch lehnt das Finanzministerium differenzierte Einnahmenhöhen in städtischen Gebieten ab, um Diskriminierung zu vermeiden. Seit 2015 gilt eine einheitliche Umsatzgrenze im Einkommensteuergesetz. Aktuell liegt der Anteil der steuerpflichtigen Gewerbebetriebe bei 16,7 % – eine Zahl, die nicht gerade für eine florierende Wirtschaft spricht.

Ho-Chi-Minh-Stadt im Überblick

Gegründet als kleines Fischerdorf zwischen dem 1. und 6. Jahrhundert, hat sich Ho-Chi-Minh-Stadt zu einer Metropole entwickelt, die nicht nur als Handels- und Wirtschaftszentrum Vietnams gilt, sondern auch kulturell äußerst vielfältig ist. Die Stadt, die bis 1975 als Saigon bekannt war, hat sich in den letzten Jahrzehnten rasant verändert. Mit 2095 Quadratkilometern Fläche und einem tropischen Klima, das im Durchschnitt 27,2 °C erreicht, zieht sie sowohl Einheimische als auch Touristen an.

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Die Stadt ist in 19 Bezirke und 5 Landkreise gegliedert. Besonders bemerkenswert ist der Bezirk Cholon, das Chinatown der Stadt, wo man inmitten von bunten Märkten und köstlichen Speisen die chinesische Kultur erleben kann. Auch die Geschichte des Vietnamkriegs ist allgegenwärtig, besonders in dem berühmten Tunnelsystem von Củ Chi, das während des Krieges eine strategische Rolle spielte.

In Sachen Wirtschaft trägt Ho-Chi-Minh-Stadt stolze 20 % zum Bruttoinlandsprodukt Vietnams bei und ist für 30 % der Industrieproduktion verantwortlich. Verkehrsanbindungen wie der Tan Son Nhat Flughafen und geplante U-Bahn-Linien machen die Stadt zunehmend attraktiver für Investoren und Unternehmer. Doch der Druck auf kleine Unternehmen wächst, und die geplanten neuen Regelungen für Gewerbebetriebe und Einzelunternehmen, die von der Nationalversammlung und der Regierung für 2025 und 2026 beschlossen wurden, könnten möglicherweise nicht schnell genug kommen.

Mit einem ständigen Wachstum und der Notwendigkeit, den lokalen Geschäftsleuten unter die Arme zu greifen, wird die nächste Zeit für Ho-Chi-Minh-Stadt entscheidend sein. Die Herausforderungen sind groß, doch die Stadt hat das Potenzial, mit den richtigen Maßnahmen und einer angepassten Steuerpolitik, die kleinen Unternehmer zu unterstützen und zu einer blühenden Wirtschaft beizutragen.