Die Immobilienwirtschaft ist ein lebendiges Feld, das ständig in Bewegung ist. Aktuell stehen die Akteure vor einer besonderen Herausforderung: dem Fachkräftemangel, der durch den demografischen Wandel noch verstärkt wird. Der Markt spürt das, denn bis 2035 wird ein Drittel der Erwerbstätigen altersbedingt ausscheiden. Das ist schon eine gewaltige Zahl! Es ist kaum verwunderlich, dass 66 % der Immobilienunternehmen Schwierigkeiten haben, offene Stellen zu besetzen. Und das, wo es doch mehr als genug zu tun gibt!

Ein Gespräch zwischen Dirk Labusch, Chefredakteur der „Immobilienwirtschaft“, und drei Experten – Peter Schindlmeier (Casavi), Miron Schneckenberger (Haufe-Lexware) und Dr. Frank Eretge (Gundlach Bau und Immobilien) – hat das Potenzial von Künstlicher Intelligenz (KI) in der Immobilienverwaltung beleuchtet. Denn die Herausforderungen sind enorm: Über 70 % der Verwaltungen berichten von Überlastung, und ganze 38,7 % der Unternehmen klagen über Beeinträchtigungen durch fehlende Fachkräfte. Hier könnte KI eine Art Helfer in der Not sein!

KI als Lösung

Die Technologie schreitet voran und mit ihr die Möglichkeiten, die Künstliche Intelligenz bietet. Casavi, ein Unternehmen, das ursprünglich als Mieter-App begann, hat sich in den letzten elf Jahren zu einer Produktivitätssoftware mit Fokus auf CRM und Vorgangsmanagement entwickelt. Die Integration eines KI-Assistenten in ihre Software senkt die Nutzungshürde und könnte eine Antwort auf die drängenden Fragen der Branche sein. Laut Dr. Eretge führen KI-Anwendungen zwar nicht zu weniger Arbeit, aber sie helfen, Aufgaben effizienter zu erledigen. So können Eigentümerbeschlüsse schneller erstellt werden, was eine enorme Entlastung darstellt.

Und was ist mit der Kommunikation? Die Erwartungen von Mietern und Eigentümern steigen, sie verlangen digitale Transparenz und schnelle Antworten. 55,4 % der Unternehmen, die bereits KI nutzen, setzen diese in der Kundenkommunikation ein. Casavi plant sogar, Voice Bots und WhatsApp-Integration in die Kundenkommunikation einzuführen. Das klingt nach einer spannenden Zukunft!

Die Realität der Arbeitsbelastung

Die Realität sieht jedoch anders aus. 30 % der Arbeitszeit entfallen auf Buchhaltungsaufgaben – eine enorme Zeitfresser! Manuelle Prozesse sind nicht nur anstrengend, sondern kosten auch Ressourcen. Die Belegprüfung erfordert bis zu 2.000 Seiten manuelle Sortierung. Und die Überlastung ist spürbar, das lässt sich nicht leugnen. 42,1 % der Stellen wurden bereits mit unqualifizierten Personen besetzt, weil es schlichtweg an Fachkräften fehlt.

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Doch es gibt Hoffnung: 81 % der Befragten in einer Umfrage glauben, dass KI zur signifikanten Automatisierung immobilienwirtschaftlicher Prozesse beitragen kann. Das sind gute Nachrichten! Die Integration von KI in bestehende Systeme könnte die Lösung sein. Allerdings ist das keine einfache Aufgabe. Ein Pilotprojekt zur Integration von KI sollte mit klaren Zielen beginnen und die Erfolge messen. Denn nur so kann man die Vorteile wirklich nutzen und die Herausforderungen meistern.

Ein Blick in die Zukunft

Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: 22,2 % der Unternehmen nutzen bereits KI-Tools, während 45,1 % den Einsatz planen. Das Potenzial ist riesig und die Investitionen in KI amortisieren sich typischerweise innerhalb von 12 bis 18 Monaten. Das ist nicht nur eine Investition in die Zukunft, sondern auch ein Schritt in Richtung Entlastung für die Mitarbeitenden.

Die Experten betonen zudem die Wichtigkeit der Nutzerakzeptanz. Schindlmeier hebt hervor, dass eine Strategie für die KI-Integration unumgänglich ist. Offenheit und Flexibilität in den Lösungen sind entscheidend, um Abhängigkeiten von Softwareanbietern zu reduzieren. Und ganz ehrlich, wer möchte schon in der Abhängigkeit stecken bleiben?

Die Immobilienwirtschaft steht an einem Wendepunkt. Die Herausforderungen sind groß, aber die Chancen, die sich durch den Einsatz von KI ergeben, sind nicht zu unterschätzen. Wir dürfen gespannt sein, wie sich dieser Wandel entwickeln wird.