Zukunftsimpulse aus Brüssel: Der Industrial Accelerator Act und die Renaissance der europäischen Industrie
Am 6. Juli 2026 war es soweit: Landeshauptmann-Stv. Manuela Khom machte sich auf den Weg nach Brüssel. Der Anlass? Eine Teilnahme an Tagungen des ECON, der Fachkommission für Wirtschaftspolitik im Ausschuss der Regionen. In den Hallen der europäischen Entscheidungen wurde die Steiermark hochrangig vertreten, um über die künftige Entwicklung des europäischen Wirtschaftsstandorts zu diskutieren.
Ein zentrales Thema, das die Gemüter bewegte, war der Industrial Accelerator Act (IAA). Dieses Gesetz, das am 4. März 2026 von der EU-Kommission veröffentlicht wurde, zielt darauf ab, die Genehmigungsverfahren für neue Produktionsanlagen erheblich zu beschleunigen. Ein echter Gamechanger, wenn man bedenkt, wie oft bürokratische Hürden die Umsetzung innovativer Projekte hemmen. Khom hob besonders hervor, wie wichtig es ist, die Wertschöpfung in Europa zu sichern und die Bedeutung von „Made in Europe“ für industrielle Regionen wie die Steiermark zu betonen. Die Forderung nach einer Bevorzugung europäischer Produkte bei staatlichen Einkäufen im IAA zeigt, dass hier nicht nur leere Worte gesprochen wurden.
Die Herausforderungen der Industrie
Es gibt viel zu tun, um die heimische Industrie in eine klimaneutrale Zukunft zu führen. Die Notwendigkeit, auf sich verändernde Rahmenbedingungen in der Automobil- und Zuliefererindustrie zu reagieren, ist unübersehbar. Khom forderte einen technologieoffenen und realistischen Übergang zur klimaneutralen Mobilität. Unbürokratische, praxistaugliche Regelungen sind gefragt, um den Anforderungen der Branche gerecht zu werden. Schließlich soll der Anteil europäischer Fertigung am BIP der EU bis 2035 von 14% auf 20% steigen. Ein ambitioniertes Ziel!
Doch der IAA hat nicht nur die Steiermark im Blick. Die Initiative bringt frischen Wind in die gesamte EU-Industrie, insbesondere in energieintensive Sektoren wie Stahl, Zement und Automobile. Stéphane Séjourné, der Exekutiv-Vizepräsident der EU-Kommission, betont die Bedeutung des Gesetzes für die europäische Industrie und die Schaffung neuer Arbeitsplätze. Ein weiterer Aspekt, der nicht zu kurz kommen sollte: Die IAA-Initiative ist Teil des Clean Industrial Deal, der die Nachfrage nach CO₂-armen Technologien und Produkten aus europäischer Herstellung ankurbeln soll.
Auf dem Weg zur digitalen Zukunft
Ein weiteres spannendes Element des IAA ist die Einführung einer digitalen „Anlaufstelle“. Hier sollen klare Fristen für Genehmigungsverfahren gesetzt werden, was Unternehmen helfen wird, schneller ans Ziel zu kommen. Das klingt doch vielversprechend, oder? Die Diskussion über mögliche Ausweitung auf Mikroelektronik zeigt, dass die europäische Industrie in die Zukunft blickt und bereit ist, sich weiterzuentwickeln.
In einer Zeit, in der das Wort „Nachhaltigkeit“ in aller Munde ist, ist die Umsetzung des Draghi-Berichts zur Schaffung einer EU-Nachfrage nach sauberen, in der EU hergestellten Produkten und Schlüsseltechnologien von zentraler Bedeutung. Die intensive Verhandlung über den IAA hat gerade erst begonnen, und die nächsten Monate werden zeigen, wie schnell und effizient diese Pläne umgesetzt werden können. Eines steht fest: Die Entwicklungen aus Brüssel haben das Potenzial, nicht nur die steirische, sondern die gesamte europäische Industrie nachhaltig zu verändern.
