In Linz wird derzeit an den Zukunftsthemen der Industrie gearbeitet, und zwar ganz konkret. Die oberösterreichische Landeshauptstadt hat sich mit Regensburg zusammengetan, um den Austausch über Themen wie industrielle Künstliche Intelligenz (KI) und Wasserstofftechnologien zu intensivieren. Bei einem Delegationsbesuch im Alten Rathaus, der durchaus auch als „Wirtschaftsgipfel“ bezeichnet werden könnte, begrüßte Wirtschaftsstadtrat Thomas Gegenhuber die Wirtschaftsdelegation aus Regensburg. Angeführt wurde diese von Georg Stephan Barfuß, dem berufsmäßigen Stadtrat für Wirtschaft, Wissenschaft und Finanzen.

Ein interessanter Aspekt: Beide Städte haben sich nicht nur dem Austausch von Informationen verschrieben, sondern auch den Blick auf die wirtschaftliche Zusammenarbeit im Donauraum gerichtet. Hierbei geht es um mehr als nur um freundschaftliche Gespräche. Es wird tief in die Materie eingetaucht, um Strategien zu vergleichen, Erfahrungen auszutauschen und Potenziale für die Zusammenarbeit auszuloten. Expert:innen aus Regensburg, Linz und Hagenberg diskutierten angeregt über industrielle KI, während Unternehmen wie die Software Competence Center Hagenberg GmbH und risecon GmbH ihre Erfahrungen einbrachten. Die Wissenschaftler:innen von der Fachhochschule OÖ, der Universität Regensburg und der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg waren ebenfalls vor Ort und haben sich aktiv eingebracht.

Wasserstoff und KI als Treiber der Zukunft

Die Themen Wasserstofftechnologien und künstliche Intelligenz sind nicht nur Schwerpunkte dieser Gespräche, sondern auch Schlüssel zur wirtschaftlichen Zukunft beider Städte. Insbesondere der Wasserstoffsektor nimmt Fahrt auf. Im Frühjahr 2024 wird das größte Wasserstoff-Bauprojekt der Welt in Europa offiziell starten – mit einem gewaltigen Investitionsvolumen von 134 Milliarden US-Dollar. Ziel ist es, Wasserstoff-Brennstoffzellen als Ersatz für Diesel im industriellen Maßstab zu testen. Das Projekt wird die Dekarbonisierung der Industrie nachhaltig unterstützen und ist ein weiterer Schritt hin zu einer grünen Energieversorgung.

Die Innovationskraft beider Städte ist unbestritten. Linz und Regensburg haben vergleichbare demografische Entwicklungen und industrielle Prägungen. Barfuß selbst bezeichnete den Austausch als äußerst wertvoll und als Zeichen einer neuen Ära der wirtschaftlichen Zusammenarbeit. Die Stadtverwaltungen beider Städte diskutierten auch über nachhaltige Energieversorgung und Künstliche Intelligenz in der Stadtentwicklung. Doch dabei bleibt nicht alles beim Alten. Es wird auch über neue Herausforderungen gesprochen, wie etwa die hohen Produktionskosten für grünen Wasserstoff und die regulatorischen Hürden, die es zu überwinden gilt.

Europäische Dimension der Künstlichen Intelligenz

Auf europäischer Ebene steht das IPCEI-AI, ein Teil des „AI Continent Action Plan“ der Europäischen Kommission, im Fokus. Dabei geht es um nichts weniger als darum, die EU als globalen Technologieführer im Bereich Künstliche Intelligenz zu etablieren. Mit fünf Hauptaufgabenbereichen, darunter Computing-Infrastruktur und KI-Regulierung, zieht dieses Projekt alle großen Player an. Aktuell beteiligen sich 16 Mitgliedstaaten an der inhaltlichen Ausgestaltung, und bis jetzt wurden bereits ca. 150 Projekte für die weitere Entwicklung ausgewählt.

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Das Ziel ist klar: Erfolgsversprechende Projektideen sollen zu einem integrierten Gesamtprojekt auf europäischer Ebene weiterentwickelt werden. Besonders spannend: Am 3. November 2025 unterzeichneten Wirtschaftsminister aus 17 Mitgliedstaaten die Berlin Declaration, die eine schnelle und mutige Umsetzung des IPCEI-AI vorsieht. Dies könnte die Produktivität und Wettbewerbsfähigkeit Europas entscheidend steigern!

Die Stadt Linz und ihre Partner haben also nicht nur den Blick nach innen gerichtet, sondern auch nach außen – auf die europäische Zusammenarbeit. In einer Welt, die sich immer schneller dreht, sind solche Initiativen mehr als nur notwendig; sie sind entscheidend für die Zukunft der Industrie und die Wettbewerbsfähigkeit im globalen Markt. Und so bleibt zu hoffen, dass die Gespräche und Projekte, die derzeit in Linz und Regensburg stattfinden, bald Früchte tragen. Denn die Herausforderungen sind groß, aber die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben, sind größer.