Heute ist der 11.05.2026. In einer Zeit, in der viele Unternehmen auf staatliche Hilfe warten und ihre Produktion drosseln, bleibt Wolfgang Grupp, der Ex-Chef von Trigema, ein Fels in der Brandung. Mit 84 Jahren blickt er auf eine beeindruckende Karriere zurück, die sich über 55 Jahre erstreckt. Während andere in Krisenzeiten Kurzarbeit anmelden oder gar die Maschinen stillstehen lassen, produziert Grupp unermüdlich weiter. „Wer als Unternehmer auf die Politik wartet, geht pleite“, sagt er und macht klar, dass eigenverantwortliches Handeln das Gebot der Stunde ist.

Seine Philosophie ist einfach, aber kraftvoll: Fixkosten fallen immer an. Die Mitarbeiter müssen bezahlt werden, und deshalb sollte die Produktion auch in schwierigen Zeiten weiterlaufen. Grupp argumentiert, dass es besser sei, die Lager während der gegenwärtigen Konsumflaute zu füllen, anstatt in den Rückwärtsgang zu schalten. Das zeigt sich auch in der Geschichte von Trigema, das zahlreiche Krisen überstanden hat, während viele Wettbewerber ums Überleben kämpfen mussten.

Eigenverantwortung statt Abhängigkeit

Die Kritik an der Abhängigkeit von politischer Unterstützung ist für Grupp kein leeres Geschwätz. Er sieht die Mentalität, auf staatliche Lösungen zu warten, als eine der größten Herausforderungen für Unternehmer. „Die Abhängigkeit von staatlicher Hilfe gefährdet die unternehmerische Autonomie“, warnt er. In seinen Augen sollten Unternehmen nicht nur auf externe Faktoren reagieren, sondern selbst aktiv werden und ihre Geschicke in die eigenen Hände nehmen.

Ein weiterer Punkt, den Grupp anspricht, ist die GmbH-Struktur in Deutschland. Er kritisiert, dass diese Rechtsform Insolvenz als risikolose Option darstellt, was die unternehmerische Verantwortung untergräbt. Stattdessen fordert er steuerliche Entlastungen für Unternehmer, die voll haften. Das würde Verantwortungsbewusstsein fördern und die Bereitschaft, mutige Entscheidungen zu treffen, erhöhen.

Vorsicht bei Boomphasen

Grupp ist kein Freund übermäßiger Expansion in Boomphasen. „Die ständige Jagd nach Wachstum kann gefährlich sein“, sagt er. Stattdessen plädiert er für konstante Produktion und eine realistische Einschätzung der Marktlage. Seine Strategie funktioniert nur unter den richtigen Bedingungen, insbesondere wenn es um die Produktion von verkaufbaren Basics geht. Das zeigt, dass nicht nur die Menge zählt, sondern auch die Qualität und der Bedarf am Markt.

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In einem weiteren Interview äußert er sich auch zu den Herausforderungen, die durch die Corona-Pandemie entstanden sind. „Es gab Zeiten, da waren wir gezwungen, kreativ zu denken“, sagt er und verweist darauf, dass Anpassungsfähigkeit und Flexibilität entscheidend für den Erfolg sind. Trigema hat beispielsweise begonnen, Masken zu produzieren, um den neuen Anforderungen des Marktes gerecht zu werden.

Wolfgang Grupp ist zweifellos ein Beispiel dafür, wie man auch in schwierigen Zeiten standhaft bleiben kann. Seine Ansichten sind nicht nur für Unternehmer, sondern für die gesamte Wirtschaftspolitik von Bedeutung. Die Frage der Eigenverantwortung und der Umgang mit Krisen sind Themen, die uns alle betreffen – und Grupp hat den Mut, sie offen anzusprechen.