Heute ist der 10.07.2026 und die wirtschaftspolitische Lage in Deutschland könnte spannender nicht sein. Die Monopolkommission hat sich zu Wort gemeldet und empfiehlt der Bundesregierung, die Wirtschaftspolitik stärker am Wettbewerb auszurichten. Ein klarer Hinweis darauf, dass die Zeiten der Einzelmaßnahmen vorbei sind. Tomaso Duso, der Vorsitzende der Kommission, warnt, dass die Herausforderungen der deutschen Industrie nicht mit einzelnen, isolierten Maßnahmen gelöst werden können. Stattdessen braucht es einen robusten Wettbewerb und Rahmenbedingungen, die Innovationen tatsächlich ermöglichen.

Die Monopolkommission hat kürzlich ihr 26. Hauptgutachten mit dem Titel „Wettbewerb 2026: Für eine wettbewerbsorientierte Wirtschaftspolitik“ an das Bundeswirtschaftsministerium übergeben. Besonders alarmierend ist der Rückgang des Inlandsanteils der Wertschöpfung der 100 größten Unternehmen im verarbeitenden Gewerbe, der von 57% im Jahr 2008 auf nur noch 40% im Jahr 2024 gesunken ist. Das ist eine deutliche Warnung, dass große Industrieunternehmen ihre Wertschöpfung zunehmend im Ausland produzieren und Deutschland als Standort unattraktiver wird.

Herausforderungen der deutschen Industrie

Ein Blick auf die Produktivität zeigt, dass es hier erhebliche Unterschiede zwischen den Branchen gibt. Hightech-Unternehmen scheinen besser aufgestellt zu sein als die traditionellen Branchen, was zu einem schleichenden, aber gefährlichen Ungleichgewicht führt. Duso fordert deshalb Maßnahmen wie den Abbau der staatlich verursachten Energiekosten und die Förderung von Grundlagenforschung. Die Entbürokratisierung wird ebenfalls als Schlüssel zur Wiederbelebung der Wettbewerbsfähigkeit angesehen.

Und dann gibt es da noch die Subventionen – ein heißes Eisen, wenn man bedenkt, dass diese nur in Ausnahmefällen eingesetzt werden sollten, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden. Deutschland hat ein ziemlich komplexes System branchenspezifischer Stromhilfen entwickelt, das große Verbraucher begünstigt und kleinere Unternehmen benachteiligt. Hier plädiert die Monopolkommission für breite Entlastungen durch die Senkung staatlicher Strompreisbestandteile. Eine Simulation hat gezeigt, dass spezielle Subventionen nicht besser für die Gesamtwirtschaft wirken als allgemeine Entlastungen. Ein klarer Fingerzeig auf die Notwendigkeit einer strukturellen Reform des Strommarktes, insbesondere der Netzentgelte.

Künstliche Intelligenz: Ein Feld mit Potenzial

Ein weiteres Thema, das die Monopolkommission anspricht, ist die Künstliche Intelligenz (KI). Hier sieht man Defizite in der Adoption und fordert eine Beschleunigung. Die Gründe für die langsame Einführung sind vielfältig: Trägheit in den Unternehmen, Rechtsunsicherheiten und ein belastender Regulierungsrahmen tragen dazu bei, dass Deutschland nicht das volle Potenzial ausschöpft. Duso hebt das Potenzial der deutschen Industrie für die eigenständige Nutzung von KI hervor, warnt aber gleichzeitig vor einer Abhängigkeit von US-Unternehmen. Es ist ein schmaler Grat, auf dem sich die Industrie bewegt.

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Die Monopolkommission empfiehlt nicht nur die Durchsetzung des Wettbewerbsrechts, sondern auch eine Verschlankung der KI-Regulierung. Zudem soll die Einkaufsmacht des Staates strategisch genutzt werden, um europäische Lösungen zu stärken. Es bleibt abzuwarten, wie die Bundesregierung auf diese Empfehlungen reagiert und ob es tatsächlich zu einem Umdenken in der Wirtschaftspolitik kommt. Denn eines steht fest: Deutschland steht vor der Herausforderung, sich neu zu erfinden und die Weichen für eine wettbewerbsfähige Zukunft zu stellen.