Wachstum im Wandel: Vietnam und Deutschland zwischen Reformen und Herausforderungen
Heute ist der 28.04.2026. In der aktuellen wirtschaftlichen Lage ist sowohl in Deutschland als auch in Vietnam Bewegung. Während der stellvertretende Finanzminister Nguyen Duc Chi in Vietnam über ein geschätztes BIP-Wachstum von rund 7,83 % im ersten Quartal spricht, das zwar unter der Prognose von 9,1 % liegt, aber dennoch über dem Vorjahreswert, hat die Bundesregierung in Deutschland ihren Jahreswirtschaftsbericht beschlossen. Ziel ist es, die deutsche Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen.
Die Bundesregierung plant für 2026 ein Wachstum des realen BIPs von 1,0 Prozent, das durch staatliche Investitionen in die Modernisierung der Infrastruktur gestützt werden soll. Dies geschieht in einem Kontext, in dem die exportorientierten Branchen unter Druck stehen und vom deutschen Außenhandel keine Wachstumsimpulse erwartet werden. Der Jahreswirtschaftsbericht wird im Januar dem Deutschen Bundestag und dem Bundesrat vorgelegt und enthält zentrale Investitionen sowie geplante Reformen.
Wirtschaftliche Strategien und Herausforderungen
In Vietnam hat die Regierung die Resolution 01 zu sozioökonomischen Entwicklungszielen erlassen, um die makroökonomische Stabilität zu gewährleisten. Ministerien und Kommunen setzen bereits Managementlösungen um, und das Finanzministerium entwickelt neue Szenarien zur Anpassung an die wirtschaftliche Lage. Maßnahmen zur Steigerung der Einnahmen und zur Senkung der Ausgaben sind in vollem Gange. Auch die Diversifizierung der Kapitalbeschaffungskanäle wird geprüft, um die Attraktivität für ausländische Investitionen zu erhöhen.
Im ersten Quartal 2026 werden die Staatseinnahmen in Vietnam auf über 829 Billionen VND geschätzt, was 32,8 % der Prognose entspricht. Die Haushaltsausgaben erreichen rund 530 Billionen VND, wobei ein Anstieg bei Entwicklungsinvestitionen zu verzeichnen ist. Dr. Pham Ngoc Lang hebt die Notwendigkeit eines „doppelten Durchbruchs“ in Politik und Produktivität hervor. Für die nächsten Quartale sind Wachstumsraten von über 10 % erforderlich, um das Jahresziel zu erreichen.
Reformen für künftiges Wachstum
Die Bundesregierung in Deutschland verfolgt ebenfalls Reformen zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der Exportwirtschaft. Dazu gehören der Abbau von Bürokratie mit einem Plan für Bürokratieentlastungen in Milliardenhöhe sowie die Förderung von Zukunftsinnovationen durch die Hightech Agenda Deutschland. Eine wesentliche Maßnahme ist die Mobilisierung privater Investitionen durch den Deutschlandfonds sowie die Senkung der Energiekosten, insbesondere für strom- und handelsintensive Branchen.
Zusätzlich wird die Einführung eines Industriestrompreises und die Ausweitung der Strompreiskompensation angestrebt. Um das Arbeitsangebot zu erweitern, plant die Bundesregierung Reformen in der Grundsicherung und eine erleichterte Fachkräfteeinwanderung. Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, höhere Belastungen für Arbeitnehmer und Arbeitgeber zu begrenzen.
Globale Perspektiven und lokale Maßnahmen
Beide Länder stehen jedoch vor globalen Herausforderungen, darunter geopolitische Konflikte und Marktschwankungen. In Vietnam wird die Notwendigkeit einer engen Abstimmung zwischen Staat, Banken und Unternehmen betont, um die Wachstumsziele zu erreichen. Vorschläge zur Kreditvergabe, wie die Umstellung auf Cashflow- und auftragsbasierte Kreditvergabe, sind Teil der Strategie.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass sowohl Vietnam als auch Deutschland vor der Herausforderung stehen, ihre wirtschaftlichen Ziele in einem dynamischen und oft unsicheren globalen Umfeld zu erreichen. Während Vietnam auf ein signifikantes Wachstum abzielt, konzentriert sich Deutschland darauf, durch gezielte Reformen und Investitionen den Standort wettbewerbsfähig zu halten. Beide Länder sind gefordert, sich den Herausforderungen der Zeit zu stellen und innovative Lösungen zu entwickeln, um ihre jeweiligen Wirtschaften nachhaltig zu stärken.
