Telekom zwischen Höhenflügen und Kursstürzen: Wo bleibt der Aufschwung?
Heute ist der 16.05.2026. Die Deutsche Telekom hat im ersten Quartal eine durchaus gemischte Bilanz vorgelegt. Auf der einen Seite blühen die Zahlen: Der Konzernumsatz ist auf satte 29,9 Milliarden Euro gestiegen. Das bereinigte operative Ergebnis hat sich sogar organisch um 7,5 Prozent auf 11,5 Milliarden Euro verbessert. Klingt doch nicht schlecht, oder? Aber – und das ist ein großes Aber – der Aktienkurs ist bei weitem nicht so strahlend wie die Zahlen. Mit einem Schlusskurs von 27,63 Euro liegt er über 8 Prozent unter der 50-Tage-Linie und hat in den letzten 12 Monaten rund 15 Prozent an Wert eingebüßt. Irgendwie frustrierend, wenn man bedenkt, wie stark die operativen Kennzahlen tatsächlich sind.
Ein weiterer Dämpfer: Der Nettogewinn ist um 28 Prozent auf 2,0 Milliarden Euro gesunken. Diesen Rückgang haben Sondereffekte und Restrukturierungskosten bei T-Mobile US verursacht. Das Unternehmen hat jedoch nicht untätig herumgesessen. Die Deutsche Telekom hat ihren Anteil an der US-Tochter T-Mobile auf fast 54 Prozent erhöht. Das zeigt, dass man die Weichen für die Zukunft stellt, auch wenn die Gegenwart etwas holprig ist. Die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis für das Gesamtjahr liegt bei rund 47,5 Milliarden Euro. Das bereinigte Ergebnis je Aktie wird auf 2,20 Euro angestrebt. Man muss nur hoffen, dass sich diese Ziele auch in der Realität widerspiegeln.
Neuer Kundenfang und Glasfaserausbau
Der deutsche Markt sieht ebenfalls ein wenig Licht am Horizont: 200.000 neue Mobilfunk-Kunden wurden gewonnen. Das klingt zunächst erfreulich, aber wenn man bedenkt, dass die technische Reichweite des Glasfaserausbaus bei 13 Millionen Haushalten liegt und die Nutzungsquote nur bei 17 Prozent liegt, wird’s etwas trüb. Im Vergleich dazu erzielt der Wettbewerber Deutsche Glasfaser teils Quoten von 30 Prozent. Hier ist also noch viel Luft nach oben. Es bleibt abzuwarten, wie die Telekom darauf reagiert und ob sie ihre Kundenbasis im Festnetzbereich ebenfalls ausbauen kann.
Analysten sind jedoch optimistisch. Die Deutsche Bank hat ein Kursziel von 42,00 Euro ausgegeben und sieht durchaus Aufwärtspotenzial. Zusammen mit JP Morgan und DZ Bank haben sie Kaufempfehlungen ausgesprochen. Charttechnisch muss der Kurs allerdings einen nachhaltigen Ausbruch über die 200-Tage-Linie schaffen, die derzeit bei 29,24 Euro liegt. Ein bisschen wie ein sportliches Rennen – wer zuerst die Ziellinie überquert, wird belohnt.
Ein Blick in die Zukunft
Die Deutsche Telekom steht also vor einer spannenden Zeit. Trotz mancher Rückschläge gibt es Anzeichen für einen positiven Trend. Es bleibt abzuwarten, ob die optimistischen Prognosen die Realität einholen können. Die Telekom hat viel im Gepäck, um in der hart umkämpften Branche weiter zu bestehen. Die Frage ist nur, ob sie auch die richtigen Schritte unternimmt, um ihre Position zu festigen. Wenn alles gut läuft, könnte es bald wieder bergauf gehen. Aber das ist, wie so oft im Leben, mit ein bisschen Glück und Geschick verbunden.
