Am 17. Mai 2026 sehen wir uns bei ABO Energy mit einer ziemlich turbulenten Lage konfrontiert. Das Unternehmen hat die Hälfte seines Grundkapitals verloren und steht vor der Herausforderung, eine außerordentliche Hauptversammlung einzuberufen. Der genaue Termin dafür steht noch in den Sternen, aber eines ist klar: Die Zeichen stehen auf Sturm. Das Management rechnet nicht damit, im laufenden Geschäftsjahr wieder in die Gewinnzone zurückzukehren. Die düstere Aussicht? Ein positives EBITDA wird erst für 2027 erwartet. Ein Entwurf eines Sanierungsgutachtens bescheinigt zwar grundsätzlich die Sanierungsfähigkeit, aber das alles hängt von einer tragfähigen Finanzierung ab.

Die Stillhaltevereinbarung mit den Kreditgebern läuft bis Ende Juli 2026. Ein kleiner Lichtblick: Über 99 Prozent der Anleihegläubiger haben den Sanierungsbeschlüssen zugestimmt, was die Aussetzung einer Negativverpflichtung bis Ende 2026 einschließt. Die Pipeline des Unternehmens ist mit 34 Gigawatt prall gefüllt, erfordert aber erhebliche Investitionen in Kapital, Personal und Zeit. Gleichzeitig hat die Aktie von ABO Energy seit Jahresbeginn stolze 51,27 Prozent verloren, und der letzte Schlusskurs lag bei etwa 5,91 Euro. Bis September stehen zudem weitere Pflichttermine an: Jahresabschluss, ordentliche Hauptversammlung und Halbjahreszahlen – das sind alles andere als entspannende Aussichten.

Ein Blick in die Zukunft

Die Prognosen sind nicht gerade rosig. Für das Geschäftsjahr 2025 wird sogar der erste Jahresverlust in der Unternehmensgeschichte erwartet – voraussichtlich rund 170 Millionen Euro. Die Ursachen? Drastisch veränderte Marktbedingungen, Sonderabschreibungen und gesunkene Entwicklermargen für Erneuerbare-Energien-Projekte setzen dem Unternehmen zu. Um aus dieser misslichen Lage herauszukommen, hat ABO Energy ein Transformations- und Effizienzprogramm initiiert. Unterstützung kommt dabei von einem renommierten Beratungsunternehmen, und das Hübner Management wird die Sanierung begleiten. Britta Hübner leitet ein CRO-Team, das eng an der Rückkehr zur Profitabilität arbeitet.

Die Gläubiger der Anleihe 2024/2029 (ISIN: DE000A3829F5) spielen eine zentrale Rolle. Ihre Unterstützung ist unerlässlich, um Sicherheiten für die laufenden Projekte zu schaffen. Die Einladung zur Unterstützung der Sanierung wird im Bundesanzeiger veröffentlicht, und die Dokumente zur Abstimmung sind ab 26. Januar auf der Webseite verfügbar. So wird es auch eine digitale Informationsveranstaltung für Anleihegläubiger am 5. Februar 2026 geben – ein Versuch, den Dialog offen zu halten.

Die Rolle der Banken

Inmitten all dieser Herausforderungen sind auch die Banken gefordert. Sie müssen die individuelle Transformation ihrer Kunden in Bezug auf Nachhaltigkeit erkennen und maßgeschneiderte Lösungen anbieten. Es gibt keine universellen Konzepte, die für alle passen – das ist die Realität. Banken sollten regionale und sektorspezifische Expertise nutzen, um den Bedürfnissen ihrer Kunden gerecht zu werden. Die Commerzbank hat sich als führender internationaler Finanzierer für erneuerbare Energien etabliert und hat bereits an großen Projekten wie dem Offshore-Windpark „He Dreiht“ von EnBW mitgewirkt.

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Die Unterstützung durch Banken bei Detailfragen wie Berichtsformaten und wissenschaftlich fundierten Zielsetzungen ist dabei unerlässlich. Gerade für mittelgroße Unternehmen, die unter Druck von OEMs stehen, die Dekarbonisierung voranzutreiben, wird es immer wichtiger, in die Elektrifizierung von Produktionsprozessen und Energieeffizienzprogramme zu investieren. Wir stehen also an einem Wendepunkt, und es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Dinge entwickeln.