Heute ist der 25.07.2026. Ein Blick auf die wirtschaftlichen Entwicklungen in Europa lässt einen nicht kalt. Ganz besonders die Diskussion um die staatlich gelenkte Industriepolitik, die insbesondere im französischen Modell gelebt wird, wirft wichtige Fragen auf. Der Autor James Warren Davis hat in seinem Artikel auf Merkur darauf hingewiesen, dass die Enttäuschungen über die wirtschaftlichen Auswirkungen des Brexit von 2016 immer noch nachhallen. Besonders die Tradition des Liberalismus in Großbritannien, angestoßen von Adam Smith, steht als Korrektiv zu Frankreichs merkantilistischem „Dirigisme“. Und das ist nicht ohne Bedeutung für die gesamte EU-Wirtschaftspolitik.

Ein Beispiel, das uns zeigt, wohin solche staatlichen Unternehmungen führen können, ist die Ankündigung von Wirtschaftsminister Peter Altmaier im Jahr 2021. Damals sollte in Kaiserslautern eine Batteriefabrik für satte 2 Milliarden Euro entstehen, wobei 440 Millionen Euro von Bund und Ländern beigesteuert wurden. Ein großartiger Plan, könnte man meinen. Doch nur drei Jahre später wurde das Projekt eingestellt. Die Technologie war schlichtweg überholt. Hier zeigt sich die Kritik an der Wiederholung historischer Fehler in der Wirtschaftspolitik – ein Muster, das nicht nur Deutschland betrifft.

Der Blick über den Atlantik

Schaut man in die USA, sieht man eine ähnliche, aber doch andere Geschichte. Donald Trump übernahm 2025 eine Wirtschaft, die als erfolgreich galt, klagte jedoch, Amerika habe seine industrielle Basis verloren. Zölle auf 60 Länder wurden eingeführt, und der Mythos, dass die amerikanische Produktion seit einem Jahrhundert wachse, hält sich hartnäckig. Dabei ist die industrielle Beschäftigung seit 2005 um 9,3 Prozent gesunken. Effizienzsteigerungen, ja, aber der Niedergang der Industrie bleibt ein großes Thema. Die Kritik zielt darauf ab, dass politische Bemühungen oft veraltete Modelle der industriellen Beschäftigung verfolgen.

Die Situation in Frankreich ist ebenso besorgniserregend. So ist die Industrieproduktion dort 16 Prozent unter dem Niveau von 2007 gefallen, während die Autoindustrie sogar um 35 Prozent eingebrochen ist. Das Bild ist alles andere als rosig. Und dennoch plant der neue Premierminister Großbritanniens, Andy Burnham, eine Art Rückkehr zum staatlich gelenkten Wachstum mit einem ehrgeizigen Zehnjahresplan zur Unterstützung der britischen Industrie. Hier wird ein Einfluss des französischen Modells auf den angelsächsischen Raum deutlich – eine Entwicklung, die man im Auge behalten sollte.

Ein Ausblick auf die Zukunft

Was bleibt, ist die Frage: Wo führt uns das hin? Die Bedenken über ein merkantilistisches „Dirigisme“ in Deutschland sind nicht unbegründet. Man könnte fast meinen, wir stehen am Anfang einer neuen Ära der staatlichen Interventionen in die Wirtschaft. Einfach nur faszinierend! Aber auch beunruhigend. Die alten Fehler scheinen sich wiederholen zu wollen, und die Frage, ob wir aus der Geschichte gelernt haben, bleibt offen. Mit einem tiefen Atemzug blicken wir in die Zukunft – und hoffen auf kluge Entscheidungen, die uns vor dem gleichen Schicksal bewahren, das andere Länder erlebt haben.

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