SpaceX: Turbulente Zeiten und große Pläne – Wie Anleger auf die Achterbahn der Aktie reagieren
Die SpaceX-Aktie hat in den letzten Tagen eine turbulente Reise hinter sich. Aktuell steht der Kurs bei 153 US-Dollar, was das niedrigste Niveau seit dem Börsengang markiert. Dies ist besonders bemerkenswert, da das Unternehmen gerade Anleihen in Höhe von 25 Milliarden US-Dollar platziert hat, um einen milliardenschweren Brückenkredit umzuschulden und den Ausbau seiner KI-Infrastruktur voranzutreiben. Die Laufzeiten dieser Anleihen reichen bis 2056, mit Renditen von bis zu 6,65 Prozent. Trotz eines Barbestands von etwa 100 Milliarden US-Dollar bleibt die Sorge um den Cash-Burn ein heißes Thema. Analysten von Goldman Sachs prognostizieren, dass ein positiver freier Cashflow erst ab 2031 in Sicht ist.
Die Leerverkaufsquote ist mittlerweile auf 13 Prozent des Streubesitzes gestiegen, was die Unsicherheit unter den Anlegern widerspiegelt. Innerhalb von nur zwei Tagen wurden Positionen im Wert von über 50 Millionen US-Dollar am Terminmarkt liquidiert. Besonders interessant ist, dass der Anteil an frei handelbaren Aktien gering ist, was die Kursausschläge verstärkt. Privatanleger zeigen sich im Gegensatz zu institutionellen Anlegern optimistisch und kauften seit dem Börsengang am 12. Juni netto zu. Die anstehende Aufnahme in den Nasdaq 100 Anfang Juli sorgt für zusätzliches Interesse, vor allem, da die Stillhaltefrist nach dem IPO bald endet.
Marktentwicklung und technische Analyse
Die ersten acht Handelstage der SpaceX-Aktie waren von einer gewissen Euphorie geprägt. Am ersten Handelstag schloss der Kurs bei rund 161 US-Dollar, was einem Anstieg von 19 Prozent entspricht. Die Tage darauf folgten mit weiteren Kursgewinnen, und am dritten Tag wurde sogar ein neues Allzeithoch von 225,64 US-Dollar erreicht. Doch in den darauffolgenden Tagen kehrte die Realität zurück, und der Kurs brach bis auf 154,54 US-Dollar ein, gerade mal 14 Prozent über dem Ausgabepreis von 135 US-Dollar. Charttechnisch ist die Situation angespannt: Unterstützungsmarken liegen bei 135 US-Dollar (Ausgabepreis), 147,11 US-Dollar und 150,72 US-Dollar, während Widerstände bei 159,86 US-Dollar und 165,50 US-Dollar zu finden sind. Die enge Spanne der Kurse am letzten Handelstag lässt eine interessante Entscheidung an diesen Marken erwarten.
Die Bewertung von SpaceX ist mit rund 2,02 Billionen US-Dollar überaus ambitioniert, was sich auch im Kurs-Umsatz-Verhältnis von über 100 widerspiegelt. Starlink, das Satellitengeschäft des Unternehmens, ist profitabel und hat 2025 etwa 11,4 Milliarden US-Dollar umgesetzt. Allerdings hat das KI-Segment im Jahr 2025 Verluste von 6,35 Milliarden US-Dollar eingefahren. Ob die Anleger diesen Spagat akzeptieren können, bleibt abzuwarten. Musk plant, in die KI-Rechenzentren zu investieren, sogar im All, betrieben mit Sonnenenergie. Das klingt futuristisch, nicht wahr?
Die Herausforderungen im Blick
SpaceX steht vor großen Herausforderungen, während das Unternehmen weiterhin Verluste schreibt. Im Jahr 2025 betrug der Verlust rund fünf Milliarden US-Dollar, und im ersten Quartal 2026 lag der Verlust bei 4,3 Milliarden US-Dollar. Die Erwartungen an die künftige Entwicklung sind hoch, insbesondere hinsichtlich der Starship-Tests, die als Gradmesser für die technologische Dominanz gelten. Zudem wird der Musk-Faktor, also die unberechenbare Natur des Unternehmensgründers, als Risiko betrachtet. Es gibt keine festen Kursziele, sondern lediglich Referenzmarken, die die Kursentwicklung leiten.
Der Blick auf die Entwicklung des Unternehmens zeigt, dass SpaceX trotz aller Schwierigkeiten nach wie vor ein bedeutender Akteur im Raumfahrtsektor ist und große Pläne für die Zukunft hat. Mit der Vielzahl an Satelliten, die bereits im Erdorbit sind, und der Vision, bis 2026 etwa 25 Millionen Kunden mit Internet über Starlink zu versorgen, bleibt das Unternehmen auf der globalen Bühne präsent. Die nächste Zeit wird zeigen, ob SpaceX die Herausforderungen meistern kann und wie sich die Anlegerstimmung entwickeln wird.
