Heute ist der 26.06.2026. Wenn man sich die aktuellen Entwicklungen bei Sivers Semiconductors anschaut, könnte man meinen, das Unternehmen hat einen wilden Ritt hinter sich. Innerhalb einer Woche hat die Aktie fast die Hälfte ihres Wertes verloren. Ein dramatischer Rückgang von knapp 20 Prozent auf 5,18 Euro am Freitag ist für Investoren alles andere als erfreulich. Und der Grund? Nun, es sind nicht nur die Bilanzanpassungen für die geplante US-Notierung, sondern auch personelle Veränderungen im Aufsichtsrat, die für Unruhe sorgen.

Die Umstellung auf den US-amerikanischen PCAOB-Standard für die Jahresabschlüsse 2024 und 2025 hat die Nettoverlust-Prognosen auf 222,6 Millionen SEK angehoben – zuvor waren es 186,5 Millionen SEK. Diese Anpassungen kommen nicht von ungefähr; sie resultieren aus Umsatzverschiebungen und Neubewertungen von Lagerbeständen, die einfach nicht stimmen. Das ist natürlich ein Schlag ins Gesicht für die Anleger, die auf einen Aufwärtstrend gehofft hatten.

Neuer Wind im Aufsichtsrat

Die Veränderungen im Aufsichtsrat sind ebenso schockierend. Vizevorsitzender Tomas Duffy sowie die Gründungsinvestoren Erik Fallström und Keith Halsey haben ihre Posten geräumt. An ihrer Stelle wurde Joakim Nideborn neuer Vizevorsitzender, und Helena Svancar trat ebenfalls neu in das Gremium ein. Das Unternehmen erhofft sich mit diesen Neubesetzungen frischen Wind und neue Perspektiven. Allerdings – und das ist nicht zu vernachlässigen – wurde der Antrag zur Nasdaq-Notierung kurzfristig von der Tagesordnung gestrichen. Ein gewisses Gefühl der Unsicherheit bleibt also bestehen.

Die Aktionäre haben auf der Hauptversammlung im Juni sogar gegen eine Dividende für das Geschäftsjahr 2025 gestimmt. Stattdessen plant Sivers, die Mittel intern zu verwenden, um die eigenen Finanzen zu stabilisieren. Das klingt nach einer vernünftigen Entscheidung, oder? Aber die Zweifel wachsen. Wirtschaftsprüfer äußern „Going Concern“-Zweifel, was die Fähigkeit des Unternehmens betrifft, seine Geschäfte ohne externe Unterstützung aufrechtzuerhalten. Das wirft ein Schatten auf die Zukunft.

Auftragslage und Marktchancen

<pTrotz dieser Herausforderungen gibt es auch Lichtblicke. Mit einer Auftragspipeline von 799 Millionen USD und einem Produktionsauftrag von ALL.SPACE über 8,2 Millionen USD in der Tasche könnte das Unternehmen auf der richtigen Spur sein. Doch die tatsächlichen Erlöse im ersten Quartal 2026 lagen mit 61,9 Millionen SEK deutlich unter den Erwartungen. Das operative Ergebnis war negativ, und die Insiderverkäufe, insbesondere von Harish Krishnaswamy, der Aktien im Wert von rund 100 Millionen Kronen verkaufte, tragen zur Unsicherheit bei. Immerhin halten die Insider noch etwa 22 Prozent der Anteile, doch das Vertrauen könnte bröckeln.

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Der aktuelle Kurs von 8,98 Euro ist etwa 12 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 10,23 Euro, das am 3. Juni 2026 erreicht wurde. Im Frühjahr erlebte Sivers eine Rally von fast 300 Prozent, angetrieben durch das Interesse an KI-getriebenen Technologien. Doch jetzt scheint der Wind gedreht zu haben. Die annualisierte 30-Tage-Volatilität von über 229 Prozent zeigt deutlich, dass die Unsicherheit um das Unternehmen so stark wie nie zuvor ist. Die Entscheidung über die Nasdaq-Notierung und die Umwandlung der Pipeline in Umsätze wird voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2026 getroffen. Ein Blick in die Glaskugel bleibt spannend.