Die Shell-Aktie steht momentan ganz schön unter Druck – das haben kürzlich die Analysten festgestellt und das Rating von „Kaufen“ auf „Halten“ herabgestuft. Grund dafür sind nicht nur die geopolitischen Spannungen, die uns alle in Atem halten, sondern auch die steigenden Kosten, die den Ölkonzern belasten. Am Montag fiel der Aktienkurs auf 35,99 Euro, knapp unter dem 50-Tage-Durchschnitt von 38,09 Euro. Da fragt man sich schon, wie lange das gut geht.

Die Unsicherheit im Nahen Osten bleibt angespannt. Analysten rechnen mit anhaltenden Versorgungsunterbrechungen in den kommenden Monaten. Das bedeutet höhere Ölpreise, was zwar für die Kasse von Shell spricht, aber die Gewinne durch die gestiegenen Betriebskosten schmälern könnte. Die mögliche Liquiditätsverknappung, die in den Raum gestellt wird, sorgt für zusätzliche Nervosität. Und als ob das nicht genug wäre, plant das Management ein langsameres Aktienrückkaufprogramm, um die Bilanz zu stärken. Ein Schuldenstand von rund 52,6 Milliarden Dollar drückt zusätzlich auf die Stimmung – verursacht durch schwankendes Working Capital und teure Akquisitionen.

Analysten schlagen Alarm

Und jetzt kommt’s: AlphaValue hat auch die Gewinnprognose für Shell für 2025 auf 3,74 US-Dollar je Aktie gesenkt. Diese Entscheidung folgt auf schwächere Zahlen im ersten Halbjahr und zeigt, dass die Probleme im Energiesektor tiefer verwurzelt sind als erwartet. Obwohl die Ergebnisse im dritten Quartal besser ausfallen sollen, signalisiert diese gesenkte Prognose, dass strukturelle Herausforderungen auf die Branche zukommen. Ein Blick auf den gesamten Energiesektor offenbart eine eher pessimistische Stimmung.

Der Dallas Fed Energy Survey zeigt negative Indizes für Geschäftsaktivität und Unternehmensausblick im dritten Quartal 2025. Das ist jetzt nicht gerade die beste Werbung für Investoren. Hinzu kommen steigende Explorations- und Betriebskosten, die die gesamte Branche unter Druck setzen. Shell zieht sich sogar aus bestimmten Märkten zurück, etwa mit dem Verkauf seines Tankstellennetzes in Indonesien, das etwa 200 Stationen umfasst. Dieser Verkauf an ein Joint Venture soll 2026 abgeschlossen werden. Das klingt nach einem strategischen Schritt, um sich auf die Kernmärkte zu konzentrieren.

Um die Wogen zu glätten, führt Shell dennoch weiterhin Aktienrückkäufe durch. Erst am 25. September wurden 1,3 Millionen Aktien zur Stilllegung zurückgekauft. Auch wenn das alles nach einer soliden Strategie aussieht, bleibt die Frage, ob Shell in der Lage ist, die steigenden Kosten aus geopolitischen Risiken und Wartungsarbeiten zu bewältigen. Die Dividendenzahlung für Anleger ist Ende Juni geplant, aber ob das die Anleger beruhigt, bleibt abzuwarten. Es ist ein ständiger Balanceakt – wie ein Jongleur, der versucht, all die Bälle in der Luft zu halten, während der Wind ihm ins Gesicht bläst.

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