Heute ist der 26.06.2026. Die Raumfahrtwelt dreht sich unaufhörlich weiter, und das gilt insbesondere für Rocket Lab. Nach einer Durststrecke mit fünf Verlusttagen in Folge und einem Minus von fast 20 Prozent in der letzten Woche, kam am Freitag die Wende: Die Aktie des Unternehmens schoss um 6 Prozent nach oben und notierte schließlich bei 75,30 Euro. Was war der Grund für diese plötzliche Erholung? Nun, die NASA hat Rocket Lab für gleich drei neue Missionen auserkoren, was dem Unternehmen nicht nur neue Aufträge, sondern auch frischen Wind in die Segel bringt.

Besonders interessant sind die bevorstehenden Starts der Electron-Rakete. Die Missionen PolSIR und TSIS-2 stehen auf dem Programm. Der erste wird die Untersuchung von Eiswolken in großen Höhen über tropischen und subtropischen Regionen zum Ziel haben, während der zweite die Gesamtstrahlungsleistung der Sonne messen soll. Geplant sind die Starts ab Juni 2027 vom Launch Complex 1 in Neuseeland. Rocket Lab wird die beiden PolSIR-CubeSats auf separaten Raketen ins All bringen. Das alles ist Teil von NASAs VADR-Rahmenprogramm, das einen Gesamtwert von bis zu 300 Millionen Dollar über zehn Jahre hat. Eine ordentliche Summe, würde ich sagen!

Analysten sind optimistisch

Die Analysten zeigen sich optimistisch: Zehn von ihnen empfehlen die Aktie zum Kauf, drei raten zumindest dazu, sie zu halten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 108,70 Dollar, und KeyBanc hat die Aktie kürzlich auf „Overweight“ hochgestuft, mit einem Ziel von 135 Dollar. Das klingt alles nach einer vielversprechenden Perspektive, nicht wahr? Doch es gibt auch Schattenseiten. Rocket Lab handelt beim 45-fachen des Jahresumsatzes, und das prognostizierte Umsatzwachstum von 41 Prozent wird von vielen als nicht ausreichend erachtet, um die Prämie im Vergleich zu großen Playern wie SpaceX zu rechtfertigen. Dazu kommen noch der negative operative Cashflow und offene Meilensteine beim Neutron-Träger.

Die Auswahl durch die NASA könnte allerdings die Planbarkeit erhöhen und das Vertrauen in die industrielle Umsetzung stärken. Anleger sollten jedoch die operative Disziplin im Blick behalten, insbesondere bei mehreren parallelen Missionen. Schließlich ist die Luft- und Raumfahrtbranche bekannt für ihre Herausforderungen. Die Zeitpläne sind oft eng, und die Risiken sind nicht zu vernachlässigen. Rocket Lab könnte sich aber als stabiler Akteur in einem Markt mit großen Anbietern behaupten.

Raumfahrtaktien im Aufschwung

Im größeren Kontext ist die Raumfahrtbranche ein spannendes Feld. Traditionell dominiert von staatlichen Raumfahrtbehörden wie der NASA oder ESA, wird sie zunehmend von Privatunternehmen wie Rocket Lab belebt. Diese treiben die Kommerzialisierung voran, vor allem im Bereich der Raketenstarts und Satellitenkommunikation. Anleger haben mittlerweile die Möglichkeit, in verschiedene Raumfahrtaktien zu investieren, die von „Pure Plays“ wie Rocket Lab, die sich ausschließlich auf Raumfahrt konzentrieren, bis hin zu großen Luft- und Raumfahrtkonzernen reichen.

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Die Prognosen für die Branche sind ebenfalls optimistisch: Ein Marktvolumen von 450 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 könnte bis 2035 auf 935,6 Milliarden US-Dollar ansteigen. Wachstumstreiber sind neue Satellitenkonstellationen und die steigende Nachfrage nach Erdbeobachtungsdaten. Doch wie in jeder Branche, gibt es auch Risiken: hohe Volatilität, technische Herausforderungen und der starke Wettbewerb unter den Akteuren. Und nicht zuletzt sind viele der großen Player wie SpaceX und Blue Origin derzeit nicht börsennotiert.

Die Situation rund um Rocket Lab zeigt uns, wie dynamisch und gleichzeitig herausfordernd die Raumfahrtbranche ist. Jeder Start birgt seine eigenen Geschichten und Risiken, und die Anleger müssen klug abwägen, wo sie ihr Geld anlegen. Ob die neu gewonnenen NASA-Aufträge der entscheidende Schub für Rocket Lab werden, bleibt abzuwarten. Aber eines ist sicher: Die nächsten Jahre versprechen spannend zu werden!