Ostdeutsche Unternehmen stecken voller Potenzial, das ist unbestritten. Doch die aktuellen wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen der Bundesregierung lassen viele Unternehmenslenker ratlos zurück. Eine Umfrage, die im Rahmen des „Transformationsbarometers“ vorgestellt wurde, hat aufgezeigt, dass die Unterstützung aus Berlin für die Unternehmen in Ostdeutschland bisher eher dürftig ist. Laut den Ergebnissen, die beim Ostdeutschen Wirtschaftsforum in Bad Saarow zwischen dem 31. Mai und 2. Juni präsentiert wurden, sind 53 Prozent der Befragten der Meinung, dass sie keine positiven Effekte der gegenwärtigen wirtschaftspolitischen Maßnahmen in ihren Betrieben spüren.

Es ist schon ein bisschen paradox: Während sich 57 Prozent der Befragten über die großen Chancen in ihrer Region bewusst sind, schätzen fast die Hälfte die allgemeine wirtschaftliche Lage negativ ein. Auch die Themen, die die Unternehmer beschäftigen, sind klar umrissen: Der Ausbau der digitalen Infrastruktur, ein Bürokratieabbau und eine Senkung der Strom- und Energiekosten stehen ganz oben auf der Wunschliste. 66 Prozent der Befragten fordern einen Bürokratieabbau, und 54 Prozent wünschen sich niedrigere Energiepreise. Steuererleichterungen sind ein weiteres heißes Eisen, das viele Unternehmen anpacken möchten.

Die Sicht der Entscheider

Die Umfrage, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut Civey zwischen Februar und April 2025, befragte 1.500 Unternehmensmanager aus Ostdeutschland und Berlin. Ergebnisse zeigen, dass 40 Prozent der Befragten in keiner Branche großes Wachstum erwarten. Besonders betroffen scheinen die Branchen Chemie sowie Fahrzeug- und Maschinenbau zu sein, die sich in einer Krise befinden. Gleichzeitig gibt es jedoch vielversprechende Aussichten in den Bereichen erneuerbare Energien, Halbleiterindustrie und Verteidigungsindustrie.

Ein weiterer Punkt, der den Unternehmensleitern zu schaffen macht, ist der Fachkräftemangel. Über 50 Prozent der Befragten sehen dies als eine der größten Herausforderungen. Auch die Energiepreise und der Wettbewerbsdruck sind nicht zu unterschätzen. Bei so vielen offenen Fragen ist es kein Wunder, dass 58 Prozent der Befragten skeptisch gegenüber der neuen Bundesregierung sind und nicht daran glauben, dass wirksame Wachstumsimpulse gesetzt werden.

Ein Blick in die Zukunft

Am 19. Mai 2025 werden die Ergebnisse des Transformationsbarometers präsentiert, und es bleibt abzuwarten, ob diese neue Perspektiven bieten oder ob die Unternehmer weiterhin im Nebel stochern müssen. Die Umfrage zeigt, dass die Zufriedenheit mit dem Geschäftsjahr 2024 relativ hoch ist – 52 Prozent sind zufrieden, aber 30 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden. Das ist eine knifflige Situation, die dringend nach Lösungen verlangt!

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Die positiven Standortfaktoren in Ostdeutschland sind nicht von der Hand zu weisen. Die Verfügbarkeit von Flächen, die Verkehrsinfrastruktur und die Nähe zu Wissenschaft und Forschung bieten eine solide Grundlage. Dennoch bleibt die Frage, wie die Politik darauf reagiert. Der Druck auf die Bundesregierung wächst, und die Unternehmen hoffen auf mehr Unterstützung, um die Chancen, die sich bieten, auch wirklich nutzen zu können. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Lage weiterentwickelt – ein bisschen Aufwind könnte da nicht schaden!