Moore als Wirtschaftsmotor: Ein Appell an die Zusammenarbeit im Donaumoos
Heute ist der 13.06.2026, und im Donaumoos tut sich was. Katharina Schulze, die Fraktionsvorsitzende der Grünen, und ihre Leute haben das „Haus im Moos“ besucht, um sich über Anträge zum Moorschutz auszutauschen. Ein wichtiges Thema, denn Moore sind nicht nur faszinierende Biotope, sondern auch wahre Klimaschutzmeister. In Bayern machen sie gerade einmal 3% der Fläche aus, speichern aber doppelt so viel CO₂ wie alle Wälder zusammen! Da könnte man meinen, dass der Moorschutz hier ganz oben auf der Agenda steht, oder? Doch Schulze sieht das ein bisschen anders. Sie kritisiert die bayerische Staatsregierung für die schleppenden Fortschritte und die dürftige Kommunikation in diesem Bereich.
Der Ministerpräsident Markus Söder hat immerhin 200 Millionen Euro für Moorschutz und neue Wertschöpfungsketten im Donaumoos versprochen. Das Ziel: innerhalb von zehn Jahren 2000 Hektar renaturieren. Bisher sind wir bei 150 Hektar, was, gelinde gesagt, noch ausbaufähig ist. Die Landwirte, die im Donaumoos aktiv sind, stehen dem ganzen Unterfangen skeptisch gegenüber. Viele haben Bedenken, wie sich die Wiedervernässung auf ihre Lebensgrundlage auswirkt. Und das ist ein Punkt, den Schulze nicht ignorieren kann. Sie fordert daher eine Zusammenarbeit mit den Landwirten und die Entwicklung tragfähiger Geschäftsmodelle. Das geht nur, wenn alle an einem Strang ziehen.
Ein Schlüssel zur Zusammenarbeit
Ein zentraler Aspekt, den Schulze immer wieder betont, ist die Notwendigkeit von Beratung, Forschung und Absatzmärkten. Ohne diese Grundlagen wird es schwer, die Landwirte von den Vorteilen des Moorschutzes zu überzeugen. Sie hebt hervor, dass ein langfristiger Plan von 15 bis 20 Jahren nötig ist, um den Landwirten Planbarkeit und Sicherheit zu geben. Und das ist keine Kleinigkeit. Schließlich müssen auch die Ängste der Landwirte ernst genommen werden. Das Donaumoos ist ein sensibles Gebiet, und nicht jeder ist überzeugt, dass die Grünen die richtigen Antworten haben.
Komischerweise gibt es auch Landwirte, die sich für ökologische Landwirtschaft einsetzen und sogar Mitglieder der Grünen sind. Das zeigt, dass es durchaus Schnittstellen gibt – man muss nur bereit sein, miteinander zu reden. Die AfD hingegen versucht, sich als Stimme der Landwirtschaft zu profilieren. Schulze äußert dazu Bedenken und warnt vor einer Verharmlosung der Thematik. Klimaschutz ist nicht nur ein ökologischer, sondern auch ein wirtschaftlicher Aspekt – und das ist nicht zu vernachlässigen.
Das Donaumoos im Fokus
Ein Blick auf die Maßnahmen im Donaumoos selbst zeigt, dass hier bereits einiges in Bewegung ist. Der Donaumoos-Zweckverband hat 460 Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen durch Ankauf und Verpachtung mit Auflagen zum Arten-, Biotop- und Moorschutz extensiviert. Das Ganze wird durch den Bayerischen Naturschutzfonds unterstützt. Jährlich kommen neue Flächen hinzu, und das nach den Richtlinien des Bayerischen Vertragsnaturschutzprogramms. Diese extensiv genutzten Flächen bieten Lebensraum für viele Wildtiere, darunter Wiesenbrüter, Amphibien und Insekten. Wer hätte gedacht, dass Moore so viele Vorteile bringen können?
Die Erosion durch Wind und Wasser ist auf diesen Flächen kaum gegeben, was sie besonders wertvoll für den Moorschutz macht. Und das Beste daran? Düngung ist untersagt, um die Torfmineralisation nicht zu beschleunigen. Ein cleverer Schachzug, der den Moore die Chance gibt, zu atmen. Es ist klar, dass eine nachhaltige Bewirtschaftung nicht nur der Natur zugutekommt, sondern auch den Landwirten wirtschaftliche Vorteile bringen kann.
Moorschutz als Wirtschaftspolitik
Die Renaturierung von Ökosystemen ist nicht nur ein ökologisches Anliegen, sondern sie fördert auch die ländliche Entwicklung. Moore spielen eine entscheidende Rolle beim Klimaschutz, denn trockengelegte Moore setzen klimaschädliche Gase frei. Die Wiederherstellung von moortypischer Flora und Fauna ist daher nicht nur eine Frage des Naturschutzes, sondern auch der wirtschaftlichen Perspektive. Größere, zusammenhängende Flächen sind vorteilhaft für Natur und Landwirte. Wenn wir also zusammenarbeiten und die Sorgen der Menschen ernst nehmen, können wir nicht nur die Umwelt schützen, sondern auch die wirtschaftliche Grundlage der Region sichern.
