Machtspiel um DocMorris: Wer bestimmt die Zukunft der Online-Apotheke?
Heute, am 12. Mai 2026, wird bei DocMorris, der Schweizer Online-Apotheke, über die Zukunft des Unternehmens entschieden. Ein Machtkampf kündigt sich an, denn der polnische Großaktionär Jacek Szwajcowski will die Erneuerung des Verwaltungsrats verhindern. Die Spannung ist greifbar! Die Führung hat drei neue Mitglieder vorgeschlagen: Thomas Bucher, Nicole Formica-Schiller und Thomas Reutter. Sie bringen frischen Wind und Expertise in Finanzen, Künstliche Intelligenz und Unternehmensführung mit. Gleichzeitig verlassen langjährige Mitglieder wie Feuerstein, Mielsch und Hu das Gremium. Ein echter Umbruch steht ins Haus!
Der Verwaltungsrat hat sich klar positioniert und spricht von einer „feindlichen Übernahme durch die Hintertür“. Szwajcowski, der über seine CEPD N.V. bereits etwa 15 Prozent der Anteile hält, drängt auf die Wahl eigener Kandidaten. Dabei droht er, Verwaltungsratspräsident Walter Oberhänsli abzulösen und selbst den Vorsitz zu übernehmen. Die Führung von DocMorris ruft die Aktionäre dazu auf, die offiziellen Vorschläge zu unterstützen. Es ist eine Art Aufruf zur Loyalität, denn die Unabhängigkeit des Unternehmens steht auf dem Spiel.
Wirtschaftliche Perspektiven und strategische Ziele
Die aktuelle Strategie von DocMorris zielt darauf ab, die digitale Gesundheitsversorgung in Europa auszubauen. Bis 2026 möchte das Unternehmen die Gewinnschwelle beim bereinigten EBITDA erreichen. Die Zahlen aus dem ersten Quartal sind vielversprechend: Ein Umsatzplus von 10,7 Prozent, insbesondere im Bereich der verschreibungspflichtigen Medikamente, der sogar um über 30 Prozent zulegte. Diese Erfolge könnten durch die Machtspielchen gefährdet werden.
Die Aktien von DocMorris reagierten vor der heutigen Versammlung stabil, was darauf hindeutet, dass die Anleger die Entwicklungen mit Spannung verfolgen. Der Stimmrechtsberater ISS hat bereits die Kandidaten des Managements empfohlen, was eine Signalwirkung für institutionelle Anleger haben könnte. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Abstimmung auf die mittelfristigen Ziele bis 2027 auswirken wird. Ein Capital Markets Day steht ebenfalls auf der Agenda, um diese Pläne zu konkretisieren. In diesem Zusammenhang könnte die heutige Abstimmung über die Zusammensetzung des Verwaltungsrats entscheidend sein.
Ein Blick in die Zukunft
Die Situation ist angespannt, und Szwajcowski steht unter Druck. DocMorris fordert von ihm klare Angaben zu seinen strategischen Absichten, während CEPD beteuert, die Governance verbessern und das Unternehmen zu einem profitablen Anbieter von Gesundheitsprodukten machen zu wollen. Der Ausgang der heutigen Abstimmung könnte nicht nur die Unternehmensstrategie, sondern auch die gesamte Marktposition von DocMorris beeinflussen. Der Stellungswechsel im Verwaltungsrat ist somit mehr als nur ein internes Machtspiel. Es geht um die Frage, in welche Richtung sich die Online-Apotheke entwickeln wird – und ob sie sich von einem Großaktionär dominieren lässt oder ihren eigenen Kurs beibehält.
