Der deutsche Markt für Logistik- und Industrieimmobilien zeigt sich im Jahr 2026 in einer spannenden Phase der Belebung. Trotz geopolitischer Unsicherheiten und verschärfter Finanzierungskonditionen stieg das Transaktionsvolumen für Logistikimmobilien laut CBRE auf 3,26 Milliarden Euro – ein beeindruckendes Plus von 24 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. JLL bestätigt einen Anstieg auf 2,9 Milliarden Euro, während Colliers mit 2,4 Milliarden Euro etwas hinterherhinkt, aber dennoch stabil bleibt. Das Gesamtvolumen im gewerblichen Immobilieninvestmentmarkt erreicht rund 16,2 Milliarden Euro, wobei das Logistiksegment als tragende Säule heraussticht.

Besonders spannend wird’s im Bereich Light Industrial, der seinen Anteil am Gesamtvolumen auf 25 Prozent verdoppelt hat. Die Marktlandschaft wird von Einzeltransaktionen geprägt; großvolumige Portfolioverkäufe sind eher die Ausnahme. Die Top-7-Standorte gewinnen an Bedeutung – mit regionalen Unterschieden. So sank beispielsweise in Berlin das gewerbliche Transaktionsvolumen um satte 34,5 Prozent auf 835 Millionen Euro. Rund 70 Prozent des Kapitals flossen in dezentrale Lagen, und kleinvolumige Verkäufe bis 25 Millionen Euro dominieren das Geschehen.

Stabile Spitzenmieten und Renditen

Die Spitzenmieten für Logistikflächen zeigen sich stabil, wobei München mit 10,90 Euro pro Quadratmeter und Monat die Rangliste anführt. In Stuttgart hingegen ist ein leichter Rückgang der Spitzenmieten auf 9,20 Euro zu verzeichnen. Die Netto-Spitzenrenditen für Logistikimmobilien bewegen sich zwischen 4,40 und 4,70 Prozent – ein leichter Anstieg, der die Attraktivität dieser Assetklasse unterstreicht. Im Vergleich dazu zeigt sich der Logistikmarkt in Wien und Umland als besonders dynamisch: Hier erlebte der Flächenumsatz eine Verdopplung auf 103.971 Quadratmeter, und der Leerstand liegt bei erfreulichen 3,5 Prozent.

Die GVS Group hat in Schönefeld über 10.000 Quadratmeter Logistikfläche angemietet, und das für einen Zeitraum von zehn Jahren! Das Objekt erfüllt moderne Nachhaltigkeitsstandards und strebt eine BREEAM-Zertifizierung „Excellent“ an. Ein echter Pluspunkt, wenn man die zunehmenden Anforderungen an ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit betrachtet.

Trends und Herausforderungen

Die strukturellen Treiber der Nachfrage im Logistiksektor sind divers und spannend. Die wachsende E-Commerce-Nachfrage führt zu einem erhöhten Bedarf an Fulfillment-Flächen in stadtnaher Lage. Zudem verlagern Unternehmen im Rahmen von Nearshoring-Strategien ihre Lieferketten nach Europa, was die Nachfrage nach modernen Produktionsflächen anheizt. Die Anforderungen an kurze Reaktionszeiten machen es erforderlich, große Zentrallager durch kleinere Hubs in Ballungsräumen zu ergänzen – ein klarer Trend, der sich in den kommenden Jahren weiter verstärken wird.

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Neubauten mit Hallenhöhen ab zehn Metern und ausreichend Andockbuchten sind besonders gefragt. In diesem Zusammenhang zeigt sich, dass die Spitzenrenditen für solche Objekte 2026 stabil bei 4,5 bis 5,0 Prozent liegen. Obwohl die Renditen im Vergleich zu 2022 niedriger sind, bleiben sie dennoch attraktiver als in den Niedrigzinsjahren, in denen sie unter vier Prozent lagen.

Inländische Investoren dominieren den Markt, während internationales Kapital sich eher zurückhaltend zeigt, aber dennoch stabile europäische Standorte sucht. Ein einzelner Abschluss außerhalb der sieben größten deutschen Märkte hatte ein Volumen von rund 400 Millionen Euro und beeinflusste das Q1-Ergebnis maßgeblich. CBRE prognostiziert, dass das Angebot an Core-Logistikprodukten im Jahr 2026 der entscheidende Engpass bleibt, da Neubauentwicklungen aufgrund gestiegener Baukosten zögerlich vorankommen.

Die Erholung des gewerblichen Marktes liefert positive Signale für Immobilieninvestoren, die sich auf Wohnimmobilien fokussieren. Die Logistik bleibt also auch in Zukunft eine der gefragtesten Assetklassen im Immobiliensektor – und das, obwohl die Herausforderungen durch geopolitische Krisen nicht zu unterschätzen sind. Neugierig, wie sich die Lage weiterentwickeln wird? Wir dürfen gespannt sein.