Die Welt der künstlichen Intelligenz (KI) steht vor einem gewaltigen Umbruch. Ab Juli 2026 müssen Unternehmen in der EU, und damit auch in Deutschland, KI-Trainings für ihre Mitarbeitenden anbieten. Das schreibt die neue EU-KI-Verordnung vor. Das klingt zwar nach viel Bürokratie, ist aber dringend notwendig. Immerhin werten 95% der deutschen Unternehmen Cyberangriffe aus, und 37% geben zu, dass es an den nötigen Qualifikationen mangelt. Es wird höchste Zeit, dass wir uns mit den rechtlichen Rahmenbedingungen und der Funktionsweise von KI auseinandersetzen!

Um dem entgegenzuwirken, hat die VdS ein Web-Training zur KI-Kompetenz ins Leben gerufen, das etwa 45 Minuten dauert. Hier lernen die Teilnehmenden nicht nur die Grundlagen, sondern auch die technischen Risiken, die mit KI verbunden sind. Bei den Unternehmen klopft der Fachkräftemangel im Sicherheitsbereich an die Tür: 32% haben nicht genügend qualifizierte Mitarbeiter. Zudem beschäftigen sich nur 29% der Führungskräfte kontinuierlich mit Cybersicherheit. Das ist alarmierend, denn Phishing- und Social Engineering-Angriffe sind mittlerweile für über 50% aller Sicherheitsvorfälle verantwortlich.

Die Bedrohung durch Deepfakes

Ein besonders brisantes Thema im Bereich der digitalen Sicherheit sind Deepfakes. Diese künstlich generierten Bilder und Videos werden zunehmend für Betrugsmaschen verwendet. Laut Berichten ist die Zahl der Deepfake-Betrugsfälle 2026 um erschreckende 1.300% gestiegen. Die EU plant bereits Maßnahmen gegen diese Art von Betrug, möglicherweise durch Anpassungen im Urheberrecht. Verbraucherschützer warnen: Jeder fünfte Erwachsene in Deutschland ist bereits Opfer von Betrügern geworden. Da bleibt einem schon mal die Spucke weg!

Das Problem ist, dass Phishing-Mails durch den Einsatz von KI-Tools wie ChatGPT immer schwieriger zu erkennen sind. Diese können fehlerfreie und täuschend echte E-Mails generieren, die selbst die vorsichtigsten unter uns ins Stolpern bringen. Besonders fatal: Deepfakes können auch in Telefonanrufen eingesetzt werden, um beispielsweise die Stimme eines Familienmitglieds zu imitieren. Das ist nicht nur ein technisches Problem, das betrifft uns alle auf persönlicher Ebene.

Bildung als Schlüssel

In dieser kritischen Lage ist Bildung der Schlüssel. Karrieremöglichkeiten im Bereich Cybersecurity werden immer vielfältiger, und Initiativen wie die von Klüh Security, die am 30. Juni den Comenius-EduMedia-Award für ein E-Learning-Modul zur Cyber Security Awareness erhalten haben, sind ein Schritt in die richtige Richtung. Das Förderprogramm „Demokratie leben“, das Bildungsministerin Karin Prien vorgestellt hat, mit einem Volumen von 190 Millionen Euro, fokussiert sich ebenfalls auf digitale Bildung und Medienkompetenz.

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In Bayern hat die Kultus- und Gesundheitsministerien die Offensive „Digitale Balance“ ins Leben gerufen, die Handynutzungsbeschränkungen bis zur siebten Klasse umfasst. Eine Expert*innenkommission hat 56 Handlungsempfehlungen zum Kinder- und Jugendschutz vorgelegt, die unter anderem die Schulsozialarbeit und die Vorsorge bei dem Einsatz von KI betonen. Das zeigt, dass die Politik aktiv am Ball bleibt.

Gegenmaßnahmen und Ausblick

Was können wir also tun? Aufklärung ist das A und O. Eine breite Aufklärung über Deepfake-Technologien und deren Risiken ist unerlässlich. Wenn wir wissen, wie diese Technologien funktionieren, können wir besser mit ihnen umgehen. Zudem sollten wir Sicherheitsworte mit vertrauten Personen vereinbaren, um uns vor Betrug zu schützen. Und nicht zu vergessen: Die Entwicklung und Kombination von automatisierten Detektionsverfahren müssen fortschreiten, um mit den sich ständig weiterentwickelnden Technologien Schritt zu halten.

Die Fortschritte in der KI werden die Erkennung von Fälschungen erschweren, und die Expertise zur Erstellung von Fälschungen könnte zunehmen. Es ist ein ständiger Wettlauf zwischen Täuschung und Erkennung, der uns alle betrifft. In einer Welt, in der digitale Identitäten und deren Manipulation immer zugänglicher werden, müssen wir wachsam bleiben und uns aktiv an den Entwicklungen beteiligen.