International Paper zieht die Reißleine: Schließungen und Umstrukturierungen in den USA und Deutschland
Die Nachrichten über die Schließung von Produktionsstätten bei International Paper haben in den letzten Tagen für ordentlich Wirbel gesorgt. Bis Ende September 2026 stellt der US-amerikanische Konzern, der seinen Hauptsitz in Memphis, Tennessee hat, gleich vier Werke in den USA ein. Die betroffenen Standorte befinden sich in Kentucky, Illinois, Kalifornien und New Jersey und rund 330 Mitarbeiter müssen ihren Arbeitsplatz verlassen. Das Unternehmen reagiert damit auf den hohen Kostendruck in der Branche und möchte seine Wettbewerbsfähigkeit sichern. Außerdem wird der Preprint-Betrieb in Richwood eingestellt.
Mit diesen Maßnahmen zielt International Paper darauf ab, sein Netzwerk effizienter zu gestalten und Investitionen gezielter zu lenken. Die betroffenen Angestellten können sich auf Abfindungen und Unterstützung bei der Jobsuche freuen. Um die Lieferketten stabil zu halten, werden die Kunden der schließenden Werke an andere Standorte in den Regionen umgeleitet. Am 30. Juli 2026 steht zudem die Veröffentlichung der Zahlen für das zweite Quartal an, und die Aktie des Unternehmens hat sich zuletzt um 0,59 Prozent auf 34,20 Euro erhöht – ein Anstieg um fast 18 Prozent in den letzten 30 Tagen.
Restrukturierung in Europa
Die Situation in den USA ist nur ein Teil eines größeren Umbaus. International Paper hat im Rahmen einer umfassenden Restrukturierung auch die Schließung von fünf Standorten in Deutschland angekündigt. Diese Schließungen sind Teil der Integration der europäischen Verpackungsgruppe DS Smith, die International Paper im Jahr 2025 für satte 7,2 Milliarden US-Dollar übernommen hat. Die betroffenen deutschen Standorte sind in Paderborn, Hövelhof, Mannheim, Endingen und Donauwörth. Auch hier sind rund 500 Arbeitsplätze betroffen.
Die Schließungen in Deutschland sollen ebenfalls bis Ende 2026 vollzogen werden, wobei eine Teilschließung des Display-Werks in Hamburg geplant ist. In Großbritannien hingegen haben bereits rund 300 Mitarbeiter von DS Smith ihren Arbeitsplatz verloren, als dort fünf Standorte geschlossen wurden. Das Unternehmen spricht von Kosteneinsparungen in Höhe von 500 bis 600 Millionen US-Dollar und begründet die Maßnahmen mit der Anpassung an schwierige Marktbedingungen. CEO Andrew Silvernail hat im dritten Quartal von einem Betriebsverlust im Geschäftsbereich Packaging Solutions EMEA berichtet, was die Dringlichkeit der Maßnahmen unterstreicht.
Ein Markt im Wandel
International Paper zählt zu den führenden Verpackungsunternehmen weltweit und ist in 30 Ländern aktiv. Die Schließung von Produktionsstätten zeigt eindrucksvoll, wie stark der Druck auf die Branche ist. Die Restrukturierung ist nicht nur eine Reaktion auf aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen, sondern auch Teil eines Transformationsprozesses, um das Unternehmen zukunftssicherer und nachhaltiger zu machen. Die Konsultation mit den Arbeitnehmervertretungen ist ein weiterer Schritt in diesem Prozess, um die Belange der Mitarbeiter zu berücksichtigen und die Übergänge möglichst sanft zu gestalten.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiterentwickelt und welche langfristigen Auswirkungen diese Entscheidungen auf die Beschäftigten und die Marktstruktur haben werden. Die kommenden Monate sind entscheidend, nicht nur für die betroffenen Angestellten, sondern auch für die gesamte Branche, die sich in einem ständigen Wandel befindet.
