Ferrexpo am Abgrund: Ein Wettlauf gegen die Zeit und die Unsicherheit
Heute ist der 24.06.2026. Ferrexpo, der ukrainische Eisenerzproduzent, kämpft ums Überleben. Die Situation ist so angespannt, dass man sich fragt, ob das Unternehmen überhaupt noch lange durchhalten kann. Ausstehende Steuerrückzahlungen in Höhe von rund 80 Millionen Dollar, die von den ukrainischen Behörden nicht ausgezahlt werden, machen die ohnehin schon prekäre Lage noch schlimmer. Zudem sind Gelder bei einer Schweizer Bank blockiert, nachdem diese Anfang 2026 liquidiert wurde. Es ist ein regelrechter Sturm, der über Ferrexpo hereingebrochen ist.
Die Liquidität reicht nur noch bis Ende Juni 2026, was den Druck enorm erhöht. Der Handel mit den Ferrexpo-Aktien an der Londoner Börse ist seit Anfang Mai ausgesetzt, und das ist kein gutes Zeichen für die Anleger. Die Hauptversammlung, die im Juni 2026 stattfinden soll, könnte zum Schicksalstag für die Aktionäre werden. Die Abstimmung über den Jahresabschluss 2025 wurde bereits vertagt – ein weiteres Indiz dafür, dass die Unsicherheit regiert.
Kapitalerhöhung als letzte Hoffnung
Um als fortführungsfähiges Unternehmen zu gelten, plant Ferrexpo eine Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar. Doch das Ganze ist ein Drahtseilakt. Alles hängt von dieser Finanzierung ab, sodass die Fertigstellung des geprüften Jahresabschlusses 2025 auf der Kippe steht. Die drohenden Drohnenangriffe am 24. Juni 2026 haben zwar die regionale Energieinfrastruktur getroffen, doch Ferrexpos Anlagen blieben verschont – ein kleiner Lichtblick inmitten des Chaos.
Die schwankende Stromversorgung hat allerdings auch Auswirkungen auf die Betriebstätigkeit, was zu vorübergehenden Freistellungen von Mitarbeitern und Unterbrechungen in der Förderung geführt hat. Anfang 2026 wurde immerhin eine Pelletieranlage wieder in Betrieb genommen, was vielleicht ein Hoffnungsschimmer sein könnte. Die Investitionen in der ukrainischen Stahl- und Bergbaubranche sind 2025 um 17,5 Prozent gestiegen, doch 2026 liegt der Fokus eindeutig auf der Betriebssicherung. Modernisierungen scheinen erst einmal in den Hintergrund zu rücken.
Die Unsicherheit bleibt
Analysten schätzen, dass Unternehmen in diesem Sektor jährlich zwischen 100 und 150 Millionen Dollar investieren müssen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch bei Ferrexpo bleibt die Frage, wie lange das noch möglich ist. Die Dauer bis zur Kapitalerhöhung und die Wiederaufnahme des Handels mit der Aktie sind mehr als ungewiss. Es fühlt sich an, als wäre man auf einem sinkenden Schiff, bei dem niemand so recht weiß, wo die Rettungsboote sind.
Die Unsicherheit bleibt also das prägende Element in der Geschichte von Ferrexpo. Ob die Kapitalerhöhung gelingt, die Hauptversammlung am Ende mehr Klarheit bringt oder ob das Unternehmen auf der Strecke bleibt – das alles bleibt abzuwarten. In der Zwischenzeit bleibt den Mitarbeitenden und den Aktionären nur zu hoffen, dass es nicht zu spät ist. Es wird spannend sein zu beobachten, wie sich die Lage in den kommenden Wochen entwickelt.
