Evotec im Umbruch: Hauptversammlung verspricht spannende Weichenstellungen
Die Nachrichten rund um Evotec sind in letzter Zeit ziemlich turbulent. Am 11. Juni steht die Hauptversammlung in Hamburg an, und man kann die Spannung förmlich in der Luft schnuppern. Der US-Aktivistenfonds MAK Capital, der immerhin sieben Prozent der Anteile an Evotec hält, hat große Pläne. Sie fordern eine Abspaltung der Biologics-Sparte, um die US-Tochter Just – Evotec Biologics eigenständig an die Börse zu bringen. Dabei schätzt MAK Capital den Wert dieser Einheit auf über eine Milliarde Euro – mehr als die gesamte Marktkapitalisierung von Evotec selbst! Das lässt einem schon das Kopfkino laufen, nicht wahr?
Doch damit nicht genug. MAK Capital verlangt von Evotec, dass sie schneller Kostensenkungen umsetzen und bis zum Jahresende messbare Fortschritte erzielen. Um das Ganze etwas geruhsamer anzugehen, hat Evotec eine Kooperationsvereinbarung mit dem Fonds getroffen, die eine Abstimmung und Zusammenarbeit zwischen den Parteien vorsieht. Zudem wird aktuell eine umfassende strategische Prüfung durchgeführt, die sich mit verschiedenen Aspekten wie Portfolio und Kapitalstruktur beschäftigt. Morgan Stanley und Moelis & Company sind als Berater an Bord – die Damen und Herren wissen also, was sie tun.
Die dichte Tagesordnung der Hauptversammlung
Die Hauptversammlung am 11. Juni beginnt um 09:00 Uhr und hat eine dichte Tagesordnung. Unter anderem wird Dr. Wolfgang Hofmann als unabhängiges Mitglied in den Aufsichtsrat einziehen, während Dieter Weinand zur Wahl für den Vorsitz steht. Ein weiterer Punkt auf der Agenda ist die Erweiterung des Aufsichtsrats von sechs auf sieben Mitglieder. Evotec hat außerdem einen Performance Share Plan 2026 in der Pipeline, bei dem bis zu 10 Millionen Stammaktien als Performance Share Awards ausgegeben werden sollen. Das Grundkapital könnte um bis zu 10 Millionen Euro steigen, was etwa 5,6 Prozent des bedingten Kapitals entspricht.
Zurückblickend auf die jüngsten Entwicklungen hat Evotec im Mai eine Wandelanleihe mit einem Gesamtnennbetrag von 116,1 Millionen Euro platziert, die mit 2,625 Prozent verzinst ist. Die Rückzahlung dieser Anleihe ist für 2033 geplant und erfolgt zu 110 Prozent des Nennwerts. Der anfängliche Wandlungspreis liegt bei 6,5313 Euro. Der Nettoerlös dieser Anleihe soll dazu dienen, das Transformationsprogramm Horizon zu finanzieren, das strukturelle Run-Rate-Einsparungen von rund 75 Millionen Euro bis Ende 2027 bringen soll.
Ausblick und Prognosen
Was die Prognosen betrifft, bleibt Evotec optimistisch. Sie bestätigen die Umsatzprognose für 2023 mit einem Ziel zwischen 700 und 780 Millionen Euro und einem bereinigten EBITDA, das zwischen null und 40 Millionen Euro liegen soll. Außerdem steht die Rückkehr in den MDAX bevor, was die Sichtbarkeit bei Fonds und ETFs erhöhen dürfte. Bei den Aktienkursen zeigt sich, dass die Aktie aktuell knapp sieben Prozent über dem 50-Tage-Durchschnitt von 4,91 Euro notiert, aber immer noch 30 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 7,54 Euro liegt. Ein bisschen Aufregung könnte also nicht schaden!
Der Halbjahresbericht im August könnte entscheidende Hinweise darauf geben, ob das Transformationsprogramm tatsächlich Früchte trägt. Man darf gespannt sein, ob die Strategie aufgeht und Evotec die richtigen Weichen stellt. Und wer weiß, vielleicht wird die Hauptversammlung ein echtes Spektakel, bei dem die Aktionäre mehr als nur trockene Zahlen zu hören bekommen.
In der breiteren Biotech-Branche bleibt es ebenfalls spannend. Unternehmen wie Vertex Pharmaceuticals und Regeneron Pharmaceuticals stehen unter dem ständigen Druck, innovativ zu sein und sich im Markt zu behaupten. Die Marktkapitalisierungen variieren stark, von Vertex mit über 113 Milliarden Dollar bis hin zu kleineren Akteuren wie Lexicon Pharmaceuticals, die bei etwa 968 Millionen Dollar liegen. Solche Zahlen zeigen, wie dynamisch und herausfordernd das Geschäftsfeld ist – es bleibt ungewiss, welche Unternehmen sich letztlich durchsetzen werden.
