Die Achterbahn der Seltenen Erden: Zwischen Hoffnungen und Unsicherheiten
Heute ist der 11.07.2026, und die Welt der Seltenen Erden zeigt sich mal wieder von ihrer skurrilen Seite. Der VanEck Rare Earth ETF, ein beliebtes Instrument für Investoren, die auf diesen speziellen Rohstoff abfahren, hat sich in den letzten Wochen alles andere als stabil gezeigt. Trotz steigender Rohstoffpreise und positiver Unternehmensmeldungen, die man eigentlich als gutes Omen werten sollte, gerät der ETF unter Druck. Am Freitag schloss er bei 13,78 Euro, was einem Plus von 0,57 % auf Tagessicht entspricht. Doch die Wochensicht ist alles andere als erfreulich – ein Minus von 6,86 % ist auch für die hartgesottensten Anleger eine Herausforderung.
Das 52-Wochen-Hoch von 18,76 Euro, das im Mai erreicht wurde, scheint mittlerweile ein ferner Traum zu sein, denn der Rückgang beträgt bereits 26,56 %. Auf Jahresbasis sieht es allerdings etwas besser aus: Ein Plus von fast 84 % ist nicht zu verachten, aber die aktuelle Volatilität weckt Erinnerungen an unruhige Zeiten. Der ETF notiert 14,10 % unter dem 50-Tage-Durchschnitt und 4,47 % unter dem 200-Tage-Durchschnitt. Es ist ein bisschen wie ein Achterbahnfahrgeschäft – man weiß nie, wann der nächste große Fall kommt.
Belastungen und geopolitische Risiken
Ein Grund für die Unsicherheit sind die Belastungen durch Aktienverwässerung und geopolitische Risiken, insbesondere bei den größten Positionen im ETF. Lynas Rare Earths, ein Schwergewicht im Portfolio, hat kürzlich eine Partnerschaft mit JS Link bekannt gegeben, um eine Magnetfabrik in Malaysia zu errichten. Klingt spannend, oder? Doch während sich solche Neuigkeiten positiv anhören, fiel die Lynas-Aktie um 6,37 % auf 16,91 AUD und testete damit eine kritische Unterstützungszone zwischen 16,80 und 17,00 AUD. Irgendwie ist das wie ein schmaler Grat – auf der einen Seite gibt es vielversprechende Entwicklungen, auf der anderen Seite nagt die Unsicherheit.
USA Rare Earth hatte im Juni einen heftigen Wertverlust von 23 % zu beklagen, ausgelöst durch eine SEC-Meldung, die den möglichen Weiterverkauf von 93,8 Millionen Aktien (35,2 % aller ausstehenden Anteile) thematisierte. Da fragt man sich schon, warum das gerade jetzt passieren muss. Chinesische Exportbeschränkungen treffen nicht nur USA Rare Earth, sondern auch MP Materials, die rechtliche Schritte gegen ihren Konkurrenten eingeleitet haben. Die Analystenmeinungen zu MP Materials sind gespalten: Goldman Sachs und BMO Capital sehen weiterhin Kaufchancen, während die Deutsche Bank das Kursziel von 70 auf 61 USD gesenkt hat. Das sorgt natürlich für zusätzliche Nervosität.
Steigende Rohstoffpreise
Auf der Rohstoffseite gibt es jedoch Lichtblicke. Die Preise für Juli 2026 zeigen eine steigende Tendenz, insbesondere bei Germanium (+27,8 %) und Dysprosium (+25,4 %). Das könnte einige Anleger ermutigen, auch wenn die 30-Tage-Volatilität mit 42,87 % auf Nervosität im Marktsegment hindeutet. Und der 14-Tage-RSI liegt bei 31,4 – das deutet auf überverkaufte Bedingungen hin. Man fragt sich, wie lange die Anleger diesem Auf und Ab noch standhalten können.
Die Welt der Seltenen Erden bleibt ein faszinierendes, aber auch riskantes Terrain. Es ist wie ein schillerndes Kaleidoskop, das sich ständig verändert. Die geopolitischen Spannungen, Kombinationen aus politischen Entscheidungen und Marktbewegungen – das alles mischt sich zu einem Cocktail, der für viele Investoren mehr als nur ein bisschen Herzklopfen verursacht. Ob sich das Blatt bald wendet oder ob wir weiterhin auf der emotionalen Achterbahn bleiben, bleibt abzuwarten.
