DAX-Tanz der Giganten: Merck strahlt, Zeiss kämpft im Schatten
Heute ist der 17.05.2026. Die Wochenendstimmung im DAX ist nicht ganz das, was man sich wünscht. Mit einem Minus von über 2 Prozent schloss der Index bei 23.951 Punkten. Immerhin gibt es aber auch Lichtblicke auf dem Parkett, und einer der strahlendsten Sterne ist die Merck KGaA. Nach einem überaus starken ersten Quartal 2026 hat das Unternehmen seine Jahresziele angehoben. CEO Kai Beckmann peilt sogar ein bereinigtes EBITDA von bis zu 6,1 Milliarden Euro an! Die Aktie schoss zeitweise um über 8 Prozent in die Höhe. Die Treiber? Die Sparte Electronics profitiert vom KI-Boom, während sich Life Science langsam von der Post-Corona-Stagnation erholt. Na, wenn das nicht ermutigend klingt!
Doch nicht alles ist Sonnenschein. Die Carl Zeiss Meditec AG hat im ersten Halbjahr 2025/26 einen Umsatzrückgang auf 991 Millionen Euro hinnehmen müssen. Die bereinigte EBITA-Marge fiel von 10,7 auf 6,1 Prozent. Da wird es schon etwas düsterer. Auch die Analysten scheinen nicht optimistisch zu sein – Goldman Sachs und Bernstein senkten die Kursziele für die Aktie, die am Wochenschluss bei rund 24,90 Euro unter Druck stand. Das ist ein Rückgang von 0,16 Prozent im Vergleich zum Vortag. Das könnte mit dem globalen Wettbewerb und den regulatorischen Anforderungen zusammenhängen, die das Unternehmen belasten.
Der Blick auf den DAX und seine Profiteure
Der DAX notiert zwar knapp über dem 50-Tage-Durchschnitt, aber die 0,7 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt sind ein Zeichen für die Unsicherheit auf dem Markt. Der RSI von 82,7 signalisiert sogar überkaufte Bedingungen. Analysten deuten Umschichtungen in Unternehmen an, die von den Investitionen in Stromnetze, Rechenzentren und Wasserstoff profitieren. Siemens Energy und Infineon gelten hier als Hauptprofiteure und ziehen das Interesse der Investoren an. Das könnte für die kommenden Wochen spannend werden – besonders mit den Zahlen von Nvidia, die einen Quartalsumsatz von 78,8 Milliarden US-Dollar erwarten. Übertreffen die die Erwartungen, könnte das auch positive Wellen für Infineon und andere Halbleiterwerte im DAX schlagen.
In der Luftfahrt sieht es für die Lufthansa besser aus. Der Umsatz stieg im ersten Quartal um 8 Prozent auf 8,7 Milliarden Euro, auch wenn das bereinigte EBIT negativ blieb bei -612 Millionen Euro. Immerhin hat sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr verbessert. Die Kerosinkosten für 2026 sind zu beeindruckenden 80 Prozent abgesichert, geschätzt bei 1,7 Milliarden Euro. Das gibt einen gewissen Spielraum, um optimistisch in die Zukunft zu blicken.
Die Herausforderungen der Medizintechnik
Jetzt kommen wir zur Carl Zeiss Meditec AG, die nicht nur in der Medizintechnik tätig ist, sondern auch für ihre vielfältigen Produkte bekannt ist. Von Operationsmikroskopen bis zu ophthalmologischen Diagnosesystemen bietet das Unternehmen Lösungen, die Ärzten helfen, Fehlsichtigkeiten und andere Augenkrankheiten zu behandeln. Es gibt aber Herausforderungen. Der globale Wettbewerb, technologische Entwicklungen und regulatorische Anforderungen setzen dem Unternehmen zu. Die Innovationsfähigkeit und Marktanpassung werden entscheidend sein.
Die Medizintechnikbranche an sich steht vor einer spannenden Zeit. Die Digitalisierung wird als Motor der Gesundheitsversorgung angesehen, und auch Künstliche Intelligenz sowie Robotik sind in aller Munde. Fortschritte beim Telemonitoring und die Umsetzung des europäischen AI Acts sind weitere Themen, die in den kommenden Jahren an Bedeutung gewinnen werden. Die deutsche Medizintechnik hat eine Exportquote von über 68 Prozent und sucht nach neuen Märkten in Afrika und Asien – da tut sich einiges!
Und während alle auf die Entwicklungen im DAX blicken und sich die Frage stellen, wohin die Reise geht, bleibt festzuhalten, dass einige Unternehmen wie Merck und Siemens Energy das Potenzial haben, den Markt mit ihren innovativen Ansätzen zu verändern. Bleibt nur zu hoffen, dass Carl Zeiss Meditec aus ihrer Durststrecke herausfindet und wieder auf die Beine kommt. In der Wirtschaft ist schließlich alles ein bisschen wie ein Tanz – manchmal führt man, manchmal wird man geführt.
