Heute ist der 14.05.2026 und Coupang, der südkoreanische E-Commerce-Gigant, steht erneut im Rampenlicht – und das nicht unbedingt im besten Licht. Im ersten Quartal 2026 meldete das Unternehmen einen Umsatz von 8,50 Milliarden US-Dollar, was einem Anstieg von 7,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr entspricht. Doch die Freude darüber währte nicht lange: Die Zahlen blieben hinter den Markterwartungen zurück. Besonders schmerzhaft ist der Nettoverlust pro Aktie von 0,15 US-Dollar, der die Analysten eher überrascht hat – und zwar negativ. Ein milliardenschweres Gutscheinprogramm, als Reaktion auf ein verheerendes Datenleck im Jahr 2025, drückt die Bilanz zusätzlich runter. Immerhin kehrten 80 Prozent der „Wow“-Mitglieder wieder auf die Plattform zurück, aber das ist nicht genug, um die allgemeine Stimmung aufzuhellen.

Die Analysten sind sich alles andere als einig in ihrer Einschätzung der Coupang-Aktie. So hat Bernstein das Kursziel von 17 auf 15 US-Dollar gesenkt und die Aktie auf „Underperform“ heruntergestuft. Auf der anderen Seite halten Bank of America und Morgan Stanley an ihren Kaufempfehlungen fest, mit einem optimistischeren Kursziel von 28 US-Dollar. Warten wir mal ab, wie sich das alles entwickelt. Regulatorische Risiken sind ebenfalls nicht zu vernachlässigen: Die südkoreanische Datenschutzbehörde PIPC hat die Ermittlungen zum Datenleck abgeschlossen, und eine Entscheidung über mögliche Geldstrafen steht bevor. Das alles hat das Unternehmen in eine angespannte Lage gebracht.

Die Folgen des Datenlecks

Im vierten Quartal 2025 sah die Lage noch dramatischer aus. Coupang erzielte zwar einen Umsatz von 8,8 Milliarden Dollar, was einem Plus von 11 Prozent entspricht, doch das operative Ergebnis ging von 312 Millionen Dollar auf nur 8 Millionen Dollar zurück. Der Grund? Ein umfangreicher Datenvorfall, höhere Kostenstrukturen und der Wegfall positiver Sondereffekte des Vorjahres. Besonders betroffen war das Segment Product Commerce, das mit 7,4 Milliarden Dollar Umsatz zwar 8 Prozent mehr als im Vorjahr erzielte, aber dennoch unter der Bruttomarge zu leiden hatte. Die Situation wurde durch einen schwerwiegenden Datenvorfall verschärft: Ein ehemaliger Mitarbeiter hatte illegal auf Daten von über 33 Millionen Nutzerkonten zugegriffen. Die betroffenen Daten umfassten Kontakt- und Lieferinformationen sowie Zugangscodes zu koreanischen Gebäudezugängen. Glücklicherweise sind keine Finanzdaten oder Passwörter in die falschen Hände geraten.

Als Reaktion auf den Datenleck kündigte Coupang an, fast zwei Billionen Won (ca. eine Milliarde Euro) an Kunden als Entschädigung zu zahlen. Ab Mitte Januar 2026 erhalten alle 33 Millionen Kunden Gutscheine, die an verschiedene Bedingungen geknüpft sind. Verbraucherschützer sind allerdings alles andere als begeistert von dieser Lösung, da die Gutscheine in vier separate Bestellungen aufgeteilt sind und eine Klausel in den Bedingungen weitere Ansprüche ausschließt. Das hat die Gemüter natürlich erhitzt.

Ein Blick nach vorne

<pTrotz der Herausforderungen blickt Coupang optimistisch auf das zweite Quartal 2026, mit einem geplanten Umsatzwachstum zwischen 8 und 10 Prozent. Die ersten Trends im ersten Quartal zeigen eine stabilisierte und sich erholende Entwicklung. Auch die Zahl der aktiven Kunden stieg auf 24,6 Millionen, was durch eine erhöhte Bestellfrequenz und eine wachsende Nachfrage nach Liefer- und Handelsservices unterstützt wurde. Das Segment der Developing Offerings, das Essenslieferungen, Mode und Entertainment umfasst, konnte seinen Umsatz sogar um 32 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar steigern, auch wenn der EBITDA-Verlust auf 300 Millionen Dollar anstieg.

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Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich die Aktie von Coupang entwickeln wird. Derzeit notiert sie bei 15,90 US-Dollar, was in der Nähe ihres Jahrestiefs liegt. Eine Erholung hängt stark von der Stabilisierung der Margen und dem Ausgang des Verfahrens in Südkorea ab. Der Druck auf Coupang wächst, nicht nur durch das Datenleck, sondern auch durch Vorwürfe illegaler Entlassungen und die Verschleierung von Arbeitsunfällen. Das koreanische Arbeitsministerium nimmt diese Anschuldigungen ernst und untersucht den Fall. Die Partner aus der Gastronomie und die selbstständigen Händler berichten von Umsatzrückgängen und äußern ihre Kritik an der Reaktion von Coupang. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um zu sehen, ob das Unternehmen aus seinen Fehlern lernen kann und die Wogen glätten kann.