Heute ist der 11.06.2026 und während sich die Finanzmärkte mal wieder in gewohnter Nervosität zeigen, gerät die Carbios-Aktie ins Zentrum der Beobachtung. Nach drei Verlusttagen in Folge – und das nicht zu knapp – fragt man sich, was hier eigentlich los ist. Am 10. Juni schloss der Kurs bei 5,18 Euro, was einem Tagesverlust von 4,78% entspricht. Eine Reihe von Verkäufen hat den Kurs bei diesem kleinen Unternehmen, das sich mit PET-Biorecycling beschäftigt, spürbar unter Druck gesetzt. Am 8. Juni war es ein Verlust von 5,08%, und am 9. Juni folgten weitere 2,86%. Ein echtes Auf und Ab.

Was die Sache besonders interessant macht: Laut dem aktuellen Shortregister gibt es keine größeren Leerverkäufer, die bei Carbios aktiv sind. Die französische Finanzaufsicht AMF verlangt eine öffentliche Meldung, wenn eine Shortposition 0,5% des Grundkapitals überschreitet. Aktuell scheint bei Carbios jedoch alles ruhig zu sein – 0% aktive Shortpositionen! Ein kleiner Lichtblick in einem ansonsten stürmischen Meer. Die frühere Shortposition von GSA Capital Partners, die zu Beginn des Jahres 2025 noch bei 0,61% lag, ist ebenfalls nicht mehr aktiv.

Ein Blick auf die Hintergründe

Das Unternehmen hat sich mit Wankai New Materials in China zusammengetan, um eine Recycling-Anlage für PET in Haining zu errichten. Diese soll im ersten Halbjahr 2028 in Betrieb gehen. Allerdings gibt es noch viele Fragezeichen, denn Wankai plant eine Beteiligung von 5 Millionen Euro über eine Kapitalerhöhung, die allerdings von behördlichen Genehmigungen in China abhängt. Das ist ein Prozess, der sich durchaus ziehen kann und an dem der Markt momentan Zweifel hat. Und das, obwohl Carbios zum Ende des Geschäftsjahres 2025 einen Kassenbestand von 59 Millionen Euro vermeldete und für mehr als zwölf Monate operativ abgesichert sein sollte. Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser!

Das Handelsvolumen am 10. Juni war mit 23.250 Aktien auch nicht gerade überwältigend. Die Tagesspanne bewegte sich zwischen 5,16 und 5,51 Euro. Die Anleger sind nervös und das Timing der industriellen Skalierung steht in der Kritik. Der nächste Katalysator könnte die Kapitalerhöhung mit Wankai sein, die bis Ende des Jahres geplant ist. Doch ob das wirklich den gewünschten Schwung bringt, bleibt abzuwarten.

Leerverkäufe und ihre Bedeutung

Um die Situation besser zu verstehen, ist es interessant, einen Blick auf das Thema Leerverkäufe zu werfen. Ein Leerverkauf, oder auch Short Sale, bezeichnet den Verkauf von Finanzinstrumenten, die der Verkäufer nicht besitzt. In Deutschland wurden ungedeckte Leerverkäufe im Juli 2010 durch ein Gesetz verboten, um die Stabilität der Finanzmärkte zu schützen. Seit November 2012 gelten nun die Regelungen der EU-Verordnung Nr. 236/2012. Dies bedeutet, dass der Markt für Leerverkäufe heute strenger reguliert ist und das Risiko von Manipulationen verringert werden soll. Für Anleger kann das eine beruhigende Nachricht sein, aber auch eine, die Unsicherheit schürt.

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Insgesamt zeigt sich, dass die Carbios-Aktie in einer durchaus herausfordernden Phase steckt. Ob die kommenden Monate die erhoffte Stabilität bringen oder ob es zu weiteren Turbulenzen kommt, bleibt spannend. Die Kombination aus einem innovativen Recyclingansatz und den Unsicherheiten auf dem Markt könnte schließlich zu einer interessanten Entwicklung führen – oder auch nicht. Man bleibt am Ball!