Die Welt der Technologie dreht sich rasant weiter, und mitten in diesem Wirbelwind steht Capgemini mit ambitionierten Plänen. Das Unternehmen hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2028 ein jährliches Umsatzwachstum von bis zu 7,5 Prozent zu erreichen. Ein gewaltiger Sprung, der nicht nur auf dem Papier gut aussieht, sondern auch mit konkreten Maßnahmen unterfüttert wird. Der Fokus liegt dabei stark auf „Agentic AI“ – einer Technologie, die komplexe Aufgaben eigenständig übernehmen soll. Klingt vielversprechend, oder?

Allerdings sieht die Realität für die Capgemini-Aktie derzeit eher bescheiden aus. Seit Jahresbeginn ist der Kurs um fast 38 Prozent gefallen und liegt aktuell bei 87,72 Euro, was nur knapp über dem Jahrestief ist. Der Relative-Stärke-Index (RSI) von 29,6 Punkten deutet klar auf einen überverkauften Zustand hin. Und das ist noch nicht alles: Der Kurs befindet sich weit unter dem 200-Tage-Durchschnitt von rund 119 Euro. Das wirft schon einige Fragen auf, wenn man bedenkt, dass die Volatilität am Kapitalmarkt kürzlich über 43 Prozent lag.

Investitionen in die Zukunft

Um die Herausforderungen der Gegenwart zu meistern, investiert Capgemini satte 3,3 Milliarden Dollar in generative KI und „Agentic AI“. Das Ziel? Diese Technologien sollen in die Geschäftsprozesse ihrer Kunden integriert werden. CEO Aiman Ezzat hebt hervor, dass die Business Process Services das Aushängeschild für Agentic AI sein werden. In diesem Zusammenhang plant Capgemini auch die Übernahme von WNS, einem Anbieter von Digital Business Process Services. Dabei könnte Capgemini die Weichen auf eine Führungsposition im Bereich Intelligent Operations stellen. Die Zusammenarbeit mit WNS, das KI-gestützte Prozesslösungen für Unternehmen in acht verschiedenen Branchen anbietet – darunter Kunden wie United Airlines und Aviva – könnte eine spannende Entwicklung darstellen.

Der große Plan ist also klar: Die grundlegende Neugestaltung von Betriebsabläufen durch autonome KI. Das klingt futuristisch und aufregend, aber wie steht es tatsächlich um die Umsetzung? Eine Studie zur KI in Deutschland, die 170 Führungskräfte befragte, zeigt, dass die Bereitschaft zur Implementierung hoch ist. Rund 44 bis 48 Prozent der Unternehmen zeigen sich offen für KI. Doch der echte Mehrwert bleibt oft auf der Strecke. Nur 4 Prozent nutzen KI umfassend für Entscheidungen. Die meisten konzentrieren sich auf Effizienz und Kostensenkung – was nicht ganz das ist, was man sich unter der Zukunft der Technologie vorstellt.

Herausforderungen und Chancen

Die Umsetzung von KI bringt Herausforderungen mit sich. 40 Prozent der Befragten fühlen sich in Technologie, Infrastruktur und Daten „hoch vorbereitet“, doch im Bereich Talent sieht es mau aus. Nur 16 Prozent sind gut gerüstet, und gerade mal 4 Prozent empfinden sich als sehr gut vorbereitet. Die Agenten-basierte KI entwickelt sich schneller als die Governance-Strukturen, was zu Bedenken führen kann. Die Abhängigkeit von ausländischen KI-Anbietern stellt ebenfalls eine Gefahr dar, denn 62 Prozent der Führungskräfte gaben an, dass mehr als 40 Prozent ihrer KI-Technologielandschaft ausländischen Anbietern gehören oder unter deren Kontrolle stehen. Eine digitale Souveränität im eigenen Land? Das könnte eine Herausforderung bleiben.

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Die hohen Erwartungen sind da, und die Transformation wird von vielen als unvermeidlich angesehen. Ein Blick in die Zukunft zeigt, dass 63 Prozent der Führungskräfte in den nächsten drei Jahren eine starke Transformation erwarten. Es bleibt abzuwarten, ob Capgemini und andere Unternehmen die Lücke zwischen KI-Ambitionen und echtem geschäftlichem Nutzen schließen können. Die Weichen sind gestellt – nun kommt es auf die Umsetzung an.