Bayern im Würgegriff: Chinas Schatten über der deutschen Wirtschaft
Heute ist der 21.05.2026 und die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China stehen unter einem besonderen Fokus. Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat sich in den letzten Tagen wiederholt besorgt über die Entwicklungen geäußert, die sich in den bayerischen Unternehmen abzeichnen. Er warnt vor den Herausforderungen, die China für die deutsche Wirtschaft mit sich bringt. Laut Söder ist der brutale Wettbewerb, der durch günstige Rohstoffe und massive staatliche Subventionen aus China entsteht, eine ernsthafte Bedrohung für Arbeitsplätze und Unternehmen in Bayern und ganz Deutschland.
In einem zunehmend angespannten wirtschaftlichen Umfeld hat die US-Zollpolitik die Situation für den deutschen Mittelstand und den Maschinenbau zusätzlich erschwert. Söder erinnert sich noch gut an seinen Besuch in China vor zwei Jahren, wo er versuchte, durch die sogenannte „Panda-Diplomatie“ die Beziehungen zur kommunistischen Führung zu verbessern. Doch das hat anscheinend nicht viel bewirken können, denn eine neue Studie des Center for European Reform beschreibt Deutschland als das Epizentrum des zweiten Chinaschocks. Dieser Schock hat bereits 400.000 Arbeitsplätze, insbesondere in der Autoindustrie und im Maschinenbau, vernichtet.
Die Herausforderungen der bayerischen Wirtschaft
Unternehmen wie VW, Mercedes und BMW sowie Zulieferer wie Bosch, ZF und Schaeffler sehen sich akut in der Krise. Vor fünf Jahren konnte Deutschland noch mit einem Exportüberschuss von 30 Milliarden Euro in wichtigen Sektoren glänzen, aber diese Zeiten scheinen vorbei zu sein. Gewerkschaften fordern mehr Schutz vor den chinesischen Marktbedingungen und wünschen sich verbindliche Vorgaben für chinesische Unternehmen, die in Deutschland tätig sind. Vor allem die IG Metall hat klare Forderungen aufgestellt: Chinesische Unternehmen müssen in Standorte und Arbeitsplätze investieren – und zwar hier in Deutschland!
Der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier berichtet von gestiegenen Importen aus China und verschlechterten Absatzmöglichkeiten für deutsche Unternehmen. Das klingt nicht gerade nach einer rosigen Zukunft. Die EU ist gefordert: Handelspolitische Schutzmaßnahmen sollten in enger Abstimmung mit der Wirtschaft eingesetzt werden, um die Herausforderungen besser zu meistern.
Ein Treffen mit Bedeutung
Erst kürzlich traf Söder Chinas Premierminister Li Qiang in München. Das Treffen drehte sich vor allem um die bayerisch-chinesischen Wirtschaftsbeziehungen. China ist nach den USA und Österreich eines der wichtigsten Exportländer für Bayern. Söder und Li Qiang diskutierten nicht nur über die bestehenden Herausforderungen, sondern auch über die Möglichkeiten einer zukünftigen Zusammenarbeit. In der Münchner Residenz fand ein Empfang mit Vertretern der bayerischen Wirtschaft statt, um den Dialog weiter zu vertiefen.
Li Qiang war am Montag mit militärischen Ehren in Berlin empfangen worden, wo er auch mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Kanzler Olaf Scholz zusammentraf. Ein zentrales Thema der Gespräche war der Kampf gegen den Klimawandel und der Umbau der Wirtschaft. Doch die unklare Haltung Chinas zum russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine und die Besorgnis über die Einschränkungen von Freiheitsrechten in China werfen einen Schatten auf die Gespräche. Die Bundesregierung hat bereits angekündigt, die wirtschaftliche Abhängigkeit von China reduzieren zu wollen.
Es bleibt abzuwarten, wie sich die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und China entwickeln werden. Eines ist sicher: Die Zeit der unkritischen Zusammenarbeit scheint vorbei. Der Druck wächst, und die bayerische Wirtschaft steht vor einer entscheidenden Phase, in der neue Strategien und Lösungen gefragt sind. Die Frage ist nicht mehr nur, wie man von China profitiert, sondern auch, wie man sich gegen die Risiken absichern kann.
