Heute ist der 23.06.2026. Die ASML-Aktie hat in den letzten Tagen einen steilen Fall erlebt und ist um knapp sieben Prozent auf 1.574,20 Euro gefallen. Das ist besonders bemerkenswert, da der Kurs erst einen Tag zuvor ein 52-Wochen-Hoch von 1.710,00 Euro erreicht hatte. Was ist da los? Berichte über mögliche Verstöße gegen US-Exportkontrollen haben die Gemüter erregt und die Anleger verunsichert. ASML selbst weist die Vorwürfe entschieden zurück und betont, noch nie eine EUV-Lithographiemaschine nach China geliefert zu haben.

Es sind alles andere als einfache Zeiten für den Technologiekonzern. US-Handelsminister Howard Lutnick hat offenbar Gespräche mit ASML-Führungskräften geführt, um Bedenken über die Möglichkeit auszuräumen, dass eine fortschrittliche EUV-Lithographiemaschine nach China gelangt sein könnte. Diese Maschinen sind keine kleinen Geräte – sie wiegen rund 180 Tonnen und haben die Größe eines Schulbusses. Das macht einen geheimen Transport so gut wie unmöglich. Dennoch bleibt das Risiko, das mit möglichen neuen US-Beschränkungen oder eskalierenden Ermittlungen einhergeht, unerwähnt.

Die Hintergründe der Exportkontrollen

Die Exportbeschränkungen für EUV-Geräte nach China wurden bereits während der Trump-Administration eingeführt, um Chinas Bestrebungen zur Herstellung fortschrittlicher Chips zu bremsen. ASML hat sich jedoch stets bemüht, mit Regierungen über die Einhaltung dieser Kontrollen zu kommunizieren und seine Geschäftsabläufe entsprechend anzupassen. Das Unternehmen erklärt, regelmäßig die Compliance zu überprüfen und hat die Vorwürfe der US-Behörden entschieden zurückgewiesen.

Ein weiteres interessantes Detail: Im Dezember 2025 berichtete Reuters, dass chinesische Forscher unter der Leitung ehemaliger ASML-Ingenieure an einem Prototyp einer EUV-Lithografiemaschine arbeiten. Diese Entwicklung wurde von lokalen Quellen als vergleichbar mit einem „Manhattan-Projekt“ bezeichnet – schon eine große Ansage! ASML sieht sich also nicht nur dem Druck aus den USA, sondern auch einem wachsenden Wettbewerb aus China gegenüber.

Positive Aussichten trotz der Turbulenzen

<pTrotz der aktuellen Turbulenzen zeigen sich einige Analysten optimistisch gegenüber ASML. Der Aktienkurs war zuvor durch positive Einschätzungen von Banken wie Wells Fargo, Bank of America und JPMorgan gestiegen. KI gilt als ein wichtiger Wachstumstreiber für ASML, und die Verhandlungen mit Kunden wie Intel und TSMC über den Einsatz der nächsten Generation von High-NA-EUV-Systemen könnten auch für die Zukunft entscheidend sein.

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Besonders spannend wird es, wenn man die Prognosen von ASML betrachtet. Das Unternehmen erwartet, dass das Geschäft in China bis 2026 rund 20 Prozent des Gesamtumsatzes ausmachen wird. In Anbetracht der geopolitischen Spannungen und der Unsicherheiten bleibt abzuwarten, wie sich die Lage entwickeln wird. Der Konzern hat kürzlich ein Memorandum of Understanding mit Tata Electronics unterzeichnet, um fortschrittliche Lithografielösungen für eine neue 300-mm-Halbleiterfertigungsanlage in Indien bereitzustellen. Das könnte ein kluger Schachzug sein, um neue Märkte zu erschließen und die Abhängigkeit von China zu verringern.