ASML unter Druck: Anleger blicken gespannt auf Quartalszahlen amid geopolitischen Spannungen
Die ASML-Aktie hat in letzter Zeit einen kleinen Abwärtstrend hingelegt, und das hat die Anleger aufgeschreckt. Zwei Tage vor den mit Spannung erwarteten Quartalszahlen fiel der Kurs um fast drei Prozent, was ein gewisses Unbehagen in der Luft spüren lässt. Aktuell liegt der Kurs bei 1.527,20 Euro und damit 12,63 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch, das Ende Juni bei 1.748,00 Euro erreicht wurde. Die Marktkapitalisierung von ASML beläuft sich nun auf 604,72 Milliarden Euro, was einer Wertbewegung von etwa 60 Milliarden Dollar entspricht. Ein deutlicher Rückgang – und das in einer Zeit, in der der Optionsmarkt extreme Schwankungen signalisiert, mit einem erwarteten Ausschlag von über acht Prozent.
In der Wochensicht hat die Aktie bereits ein Minus von 4,33 Prozent und im Monatsvergleich sogar von 5,42 Prozent zu verzeichnen. Die geopolitischen Spannungen, vor allem um die Straße von Hormus, scheinen die Risikobereitschaft für Technologiewerte zu drücken. Das ist nicht nur ein Problem für ASML, sondern auch für Chip-Aktien in Europa und Asien, die branchenweit nachgaben. Währenddessen meldete TSMC für Juni einen Umsatzsprung von 68 Prozent und hat damit die Erwartungen übertroffen. Ein wenig Licht im Dunkel der Unsicherheit.
Aktuelle Entwicklungen und Rückkaufprogramm
ASML hat trotz des Kursdrucks sein Rückkaufprogramm fortgesetzt. Zwischen dem 6. und 10. Juli wurden 50.763 eigene Aktien für rund 79,36 Millionen Euro zurückgekauft. Das Unternehmen hat ein Rückkaufprogramm im Volumen von bis zu 12 Milliarden Euro bis 2028 angekündigt. Für das zweite Quartal erwartet ASML einen Nettoumsatz zwischen 8,4 und 9,0 Milliarden Euro sowie eine Bruttomarge von 51 bis 52 Prozent. Analysten legen ihren Fokus auf den Fortschritt bei den High-NA-EUV-Systemen, die für die Zukunft der Chipproduktion entscheidend sein könnten. Diese Systeme kosten zwischen 380 und 400 Millionen Dollar – eine gewaltige Investition, die sich aber möglicherweise auszahlen wird.
Der aktuelle Relative Strength Index (RSI) von 47,6 zeigt keine Überkauft- oder Überverkauft-Signale, was bedeutet, dass die Aktie sich in einer neutralen Zone befindet. Dennoch bleibt die 30-Tage-Volatilität bei 63,78 Prozent. Die Unsicherheit ist also nach wie vor spürbar. Immerhin steht die Aktie seit Jahresbeginn mit 54,53 Prozent im Plus – das lässt aufhorchen! Die Marge zwischen Erwartung und Ergebnis könnte am Mittwoch die Jahresbilanz erheblich beeinflussen.
Marktlage und globale Einflüsse
Die Marktlage insgesamt zeigt sich weiterhin angespannt. Die US-Börsen schlossen am Montag im Minus, und besonders Chipwerte verzeichneten starke Verluste. Anleger sind zurückhaltend, was nicht nur an den geopolitischen Spannungen im Nahen Osten liegt, sondern auch an den aktuellen Inflationszahlen und der bevorstehenden Berichtssaison. Der Dax schloss nahezu unverändert und über 25.000 Punkten, was zumindest eine gewisse Stabilität andeutet. Ölpreise steigen deutlich, was die Unsicherheit weiter verstärkt.
In Japan hingegen gibt es positive Nachrichten: Mitsubishi UFJ hat Kioxia und Toyota in der Marktkapitalisierung überholt und ist nun das wertvollste Unternehmen des Landes. Die Zinsen steigen, und damit verlässt Japan nach 30 Jahren Deflation eine kritische Phase seiner Wirtschaftsgeschichte. In Deutschland haben 450.000 Menschen im Juni investiert – ein Zeichen für das anhaltende Interesse am Aktienmarkt, trotz all der Unsicherheiten.
Ehrlich gesagt, die aktuelle Situation ist ein bunter Strauß aus Möglichkeiten und Risiken. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Märkte entwickeln werden, und ob ASML die nötigen Fortschritte machen kann, um die Anleger zu beruhigen. Die kommenden Tage könnten entscheidend sein.
