Heute ist der 30.05.2026. Wenn man sich die letzten zwölf Monate von Almonty Industries anschaut, könnte man fast ins Staunen geraten. Die Aktie hat einen atemberaubenden Kursanstieg von 564 Prozent hingelegt. Ja, Sie haben richtig gehört! Ein beachtlicher Sprung, der nicht von ungefähr kommt. Grund hierfür ist die Wiederinbetriebnahme der Sangdong-Mine in Südkorea, die für März 2026 geplant ist, und die steigenden Wolframpreise, die in den letzten 18 Monaten um etwa 800 Prozent gestiegen sind. Aktuell liegt der Preis bei rund 3.180 US-Dollar je Tonne. Also, da kann man schon mal ins Schwärmen geraten.

In der letzten Woche zog die Aktie um 8,6 Prozent an und steht nun bei 28,79 AUD. Wenn man das ins Verhältnis setzt, liegt das Plus seit Jahresbeginn bei rund 117 Prozent. Und das ist noch nicht alles! Die Aktie hat den 200-Tage-Durchschnitt von 16,76 AUD klar übertroffen. Analysten sind ebenfalls optimistisch und haben die Kursziele angehoben. Das reicht von Alliance Global, das es von 19,25 auf 26,25 US-Dollar hochsetzte, bis zu B. Riley mit 23 US-Dollar und Oppenheimer, die auf 19 US-Dollar setzen. Der Relative Strength Index (RSI) zeigt mit 98,6 eine extreme Überkauftheit an. Das 52-Wochen-Hoch beträgt 32,51 AUD, was nur noch rund 11 Prozent entfernt ist.

Ein Blick auf die Sangdong-Mine

Die Sangdong-Mine wird als das zentrale Zukunftsprojekt von Almonty angesehen. Hier kann jährlich eine Menge von 1,2 Millionen Tonnen Erz verarbeitet werden. Damit könnte Almonty eine Schlüsselrolle im globalen Markt übernehmen. Besonders in Zeiten, in denen die Weltwirtschaft zunehmend von geopolitischen Spannungen geprägt ist und die Abhängigkeit von China immer wieder in den Fokus rückt. Schließlich kontrolliert China über 80 Prozent der weltweiten Wolframproduktion. Ein Umstand, der sich nicht nur auf die Preise auswirkt, sondern auch auf die strategische Positionierung von Unternehmen wie Almonty.

Wolfram ist nicht nur irgendein Metall – es hat die höchste Härte, hohe Dichte und den höchsten Schmelzpunkt aller Elemente (3.422 Grad Celsius). Es ist ein strategisches Metall, das in Industrie, Verteidigung und Hochtechnologie eine zentrale Rolle spielt. Die Nachfrage nach Wolfram wächst in Bereichen wie der Rüstungsindustrie, Luft- und Raumfahrt sowie bei erneuerbaren Energien. Das macht Almonty zu einem interessanten geopolitischen Spezialwert, gerade weil westliche Staaten bestrebt sind, unabhängiger von einzelnen Lieferländern zu werden und neue Produktionskapazitäten aufzubauen.

Die geopolitischen Herausforderungen

Es wird spannend. Wolfram ist ein „Dual-Use“-Material, das für zivile und militärische Anwendungen unverzichtbar ist. Die geopolitische Lage und Chinas Exportpolitik sind entscheidend. Um nur einige Fakten zu nennen: Im Februar 2023 erweiterte China seine Exportkontrollliste um mehrere Wolframverbindungen. Das bedeutet, dass diese nun einer Lizenzpflicht unterliegen. Und die Exporte aus China zeigen seit 2021 einen Abwärtstrend, was die Preise weiter nach oben treibt. Die USA hatten seit 2015 keine inländische Wolframproduktion mehr, und das lässt natürlich die Alarmglocken läuten.

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Almonty verfolgt eine Strategie, die sich auf die Förderung und Verarbeitung von Wolfram konzentriert und dabei versucht, sich außerhalb der chinesischen Lieferketten strategisch zu positionieren. Das Unternehmen ist in einem stark konzentrierten Markt tätig, der von wenigen großen Produzenten dominiert wird. Doch Almonty hat einen klaren Plan: den Aufbau zusätzlicher Verarbeitungsschritte und die Entwicklung integrierter Produktionsketten. Die Möglichkeit von Skaleneffekten durch Projektentwicklung könnte sich als großer Wettbewerbsvorteil erweisen.

Es gibt jedoch auch Risiken. Die starken Preisschwankungen des Wolframs, hohe Investitionskosten und mögliche Verzögerungen beim Produktionsstart können schmerzhaft sein. Doch wenn alles nach Plan läuft und die Sangdong-Mine erfolgreich in Betrieb genommen wird, könnte Almonty ein wichtiger alternativer Wolframlieferant werden. Der Markt wird sich jedenfalls von den globalen Industriezyklen und politischen Entscheidungen nicht loslösen können. Die Zukunft bleibt spannend.