Almonty Industries: Auf Wachstumskurs trotz Herausforderungen im Wolfram-Markt
Heute ist der 18.05.2026. Was für aufregende Zeiten für Almonty Industries! Das Unternehmen hat im ersten Quartal 2026 ein Umsatzplus von sage und schreibe 221 Prozent verzeichnet. Das klingt fast zu gut, um wahr zu sein, oder? Die Erlöse stiegen auf 25,4 Millionen US-Dollar, und das verdankt man vor allem den rasant steigenden Wolframpreisen. Ein echter Grund zur Freude, könnte man meinen. Doch wie so oft im Wirtschaftsleben gibt es auch Schattenseiten. Der Nettoverlust von 5,3 Millionen US-Dollar – auf den ersten Blick nicht gerade ein Grund zum Feiern – resultiert aus buchhalterischen Effekten, was bedeutet, dass das Unternehmen operativ nicht in der roten Zone steckt. Das ist doch schon mal was!
Die Aktie hat seit Jahresbeginn fast 100 Prozent zugelegt, allerdings musste sie im letzten Monat einen Rückgang von 25 Prozent hinnehmen. Aktuell steht der Kurs bei 24,02 Kanadischen Dollar. Das ist eine Achterbahnfahrt der Gefühle für die Anleger. Und als ob das nicht genug wäre, verlegt Almonty seinen Hauptsitz von Toronto nach Dillon, Montana. Der Grund? Man will näher an den Industrie- und Rüstungspartnern sein. Ein kluger Schachzug, wenn man bedenkt, dass das Gentung-Wolframprojekt in Montana für die zweite Jahreshälfte 2026 den Produktionsstart anpeilt.
Strategische Weichenstellungen
Der Wachstumsmotor von Almonty – die Sangdong-Mine in Südkorea – bleibt weiterhin auf Erfolgskurs. In der zweiten Phase soll bis 2027 die Verarbeitungskapazität verdoppelt werden. Ein ambitioniertes Ziel, und das nicht ohne Grund. Almonty plant, 40 Prozent der weltweiten Wolfram-Nachfrage außerhalb Chinas zu bedienen, was angesichts der geopolitischen Entwicklungen mehr als notwendig erscheint. Ab 2027 wird es den USA nicht mehr gestattet sein, Wolfram aus China für Rüstungsgüter zu importieren. Ein Schritt, der die Abhängigkeit von diesem kritischen Rohstoff in Europa und Deutschland nochmals verstärkt.
Die Gründe für die steigende Nachfrage sind vielfältig. Wolfram ist nicht nur in der Rüstungsindustrie unverzichtbar, sondern auch in Werkzeugen, Maschinen und Hightech-Anwendungen. Der Preis für Wolfram hat – nicht zuletzt wegen des Iran-Kriegs – Rekordhöhen erreicht. Ende März 2026 lag der Preis für Ammoniumparawolframat bei 3.150 Dollar je metrischer Tonne, was einen Anstieg von etwa 50 Prozent seit Kriegsbeginn bedeutet. Das zeigt eindrücklich, wie fragil die Märkte sind.
Ein Blick auf die Herausforderungen
Bereits vor der Eskalation im Nahen Osten war Wolfram eine knappe Ressource. Die Preise haben sich seit Ende Dezember 2025 mehr als verdreifacht. In der EU gilt Wolfram als kritischer und strategischer Rohstoff. China dominiert die globale Wolframproduktion mit 67.000 Tonnen im Jahr 2025, was etwa 79 Prozent der weltweiten Produktion ausmacht. Die neuen Exportkontrollen, die China im Februar 2025 eingeführt hat, führten zu einem Rückgang des Exportvolumens um rund 40 Prozent. Strukturelle Probleme wie sinkende Erzqualität und strengere Förderquoten drücken zusätzlich auf die Minenproduktion.
Die Nachfrage nach Wolfram steigt sowohl im militärischen als auch im industriellen Bereich. Besonders die Maschinenbau-, Metallverarbeitungs- und Fahrzeugfertigungsindustrien in Deutschland sind auf diesen Rohstoff angewiesen. Ehrlich gesagt – die Situation ist angespannt. Die Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen wird durch den Iran-Krieg noch verschärft, und Almonty scheint bereit, diese Herausforderung anzunehmen. Die Hauptversammlung der Aktionäre steht am 9. Juni 2026 in Toronto an. Es wird spannend zu sehen sein, wie die Anleger auf die Entwicklungen reagieren!
