Almonty Industries: Auf dem Weg zur Wolfram-Dominanz in unsicheren Zeiten
Heute ist der 11.05.2026. Ein Blick auf Almonty Industries zeigt, dass sich das Unternehmen in einer spannenden Phase befindet. Die Ernennung von Jorge Beristain zum Chief Financial Officer (CFO), der im Juni 2026 sein Amt antreten wird, ist ein zentraler Schritt für den Konzern. Beristain kommt mit einem Rucksack voller Erfahrung aus dem Metallsektor, und sein Fokus wird auf der Investorenkommunikation sowie der Finanzierung der Sangdong-Mine in Südkorea liegen. Diese Mine ist nicht nur ein Projekt unter vielen, sondern das Herzstück der Unternehmensstrategie, das Almonty helfen soll, sich als wichtiger Spieler im Wolfram-Markt zu etablieren.
Die Sangdong-Mine ist kein Pappenstiel. Die ersten Umsätze werden bereits in diesem Jahr erwartet, und Analysten sind optimistisch. Ein operativer Turnaround wird für das erste Quartal 2026 prognostiziert, mit einem Nettogewinn von etwa 1,4 Millionen US-Dollar, was einem Gewinn je Aktie von 0,05 US-Dollar entspricht. Das ist ein markanter Unterschied zu dem Nettoverlust von über 102 Millionen US-Dollar im Vorquartal. Die Tatsache, dass institutionelle Investoren wie Pictet Asset Management und Marathon Capital Management ihre Positionen erhöhen, zeigt, dass das Vertrauen in Almonty wächst.
Strategische Neuausrichtung
Ein weiteres spannendes Element der Unternehmensstrategie ist die geplante westliche Lieferkette über die USA, Portugal und Spanien. Ziel ist es, die Abhängigkeit von China zu verringern. In Zeiten, in denen geopolitische Spannungen und Handelskonflikte zunehmen, ist dies eine kluge Entscheidung. Die Analysten von B. Riley und DA Davidson heben die Kursziele auf 23 und 25 US-Dollar an, während das Konsensziel bei etwa 18,38 US-Dollar liegt. Das alles geschieht im Kontext eines Marktes, in dem Wolfram mittlerweile als kritischer Rohstoff gilt.
Und warum ist Wolfram so wichtig? Nun, es spielt eine zentrale Rolle in der Maschinenbau-, Metallverarbeitungs- und Fahrzeugfertigungsindustrie, insbesondere hier in Deutschland. Der Iran-Krieg hat die Preise für Wolfram auf Rekordhöhe getrieben. Ende März 2026 erreichte der Preis für Ammoniumparawolframat 3.150 Dollar je metrischer Tonne – ein Anstieg von rund 50 % seit Beginn des Konflikts. Wolfram ist nicht nur in Werkzeugen und Maschinen, sondern auch in der Rüstungsindustrie unverzichtbar. Der hohe Schmelzpunkt von 3.422 Grad Celsius macht es ideal für panzerbrechende Munition und Raketenkomponenten. Und hier wird es interessant: Wolfram ist in Raketen nicht recycelbar, was bedeutet, dass jeder Einsatz einen unwiederbringlichen Verlust darstellt.
Wachsendes Interesse an kritischen Rohstoffen
Die Nachfrage nach Wolfram steigt, nicht nur im militärischen Bereich, sondern auch in Hightech-Anwendungen. Der Iran-Krieg hat die Problematik der Abhängigkeit von kritischen Rohstoffen in Deutschland und Europa verschärft, und das wird nicht einfacher. China dominiert die globale Wolframproduktion mit 67.000 Tonnen im Jahr 2025, was etwa 79 % der weltweiten Produktion entspricht. Mit neuen Exportkontrollen und strukturellen Problemen, wie sinkender Erzqualität, wird die Situation noch herausfordernder.
Almonty hat das Potenzial, eine zentrale Rolle in einer sich verändernden Landschaft zu spielen. Die nächste Zeit wird zeigen, ob das Unternehmen die Erwartungen erfüllen kann. Die Sangdong-Mine könnte nicht nur Almontys Zukunft bestimmen, sondern auch einen bedeutenden Beitrag zur Wolframversorgung in einem zunehmend unsicheren globalen Kontext leisten.
