Heute ist der 22.05.2026. Wenn man an autonomes Fahren denkt, kommen einem oft Bilder von futuristischen Städten in sonnigen Regionen in den Sinn. Waymo, die Tochterfirma von Google, hat sich hier einen Namen gemacht und fährt inzwischen in sechs US-Städten sowie im Silicon Valley. Doch nun steht das Unternehmen vor einem unerwarteten Dilemma. In Atlanta (Georgia) und San Antonio (Texas) musste der Robotaxi-Dienst aufgrund zweier Vorfälle, bei denen die selbstfahrenden Autos nach heftigen Regenfällen auf überfluteten Straßen feststeckten, vorübergehend ausgesetzt werden. Ein bisschen ironisch, wenn man bedenkt, dass der Dienst ursprünglich in den sonnenverwöhnten Gefilden von Phoenix (Arizona) und San Francisco gestartet wurde.

Das Ganze hat natürlich seine Gründe. Am Mittwoch blieb ein Waymo-Robotaxi in Atlanta ohne Passagiere in einem überfluteten Straßenabschnitt stecken, und das, bevor die Wetterwarnung ausgegeben wurde. Ähnliches passierte bereits im April in San Antonio. Man kann nur mutmaßen, wie frustrierend das für die Entwickler gewesen sein muss. Ein Software-Update für rund 3.800 Fahrzeuge war zwar ein Versuch, die Probleme zu minimieren, aber es ist klar, dass hier noch mehr Arbeit vonnöten ist. Waymo beobachtet Wetterwarnungen, um die Straßenbedingungen besser einschätzen zu können. Die Fahrzeuge sollen erst wieder in Betrieb genommen werden, wenn sich die Verhältnisse gebessert haben.

Finanzielle Dimensionen und Expansion

Auf der finanziellen Seite sieht es für Waymo nicht schlecht aus. In einer kürzlichen Finanzierungsrunde hat das Unternehmen satte 16 Milliarden US-Dollar (ca. 13,5 Milliarden Euro) eingesammelt. Die Bewertung liegt nun bei beeindruckenden 126 Milliarden US-Dollar! Kein Wunder, dass Waymo plant, das Angebot in den USA schnell auszubauen. Derzeit verzeichnet das Unternehmen etwa 500.000 Fahrten mit Passagieren pro Monat und testet sogar Fahrzeuge in London und Tokio. Man kann sich vorstellen, wie viel Aufwand in dieser Expansion steckt.

Die Rivalen schlafen nicht. Tesla, unter der Führung von Elon Musk, hat zwar nur wenige fahrerlose Robotaxis in Austin, Texas, im Einsatz, doch Musk ist überzeugt, dass sein Unternehmen bald die Nase vorn haben wird. Während Waymo auf Laser zur Umgebungserfassung setzt, vertraut Tesla auf Kameras. Dabei ist es spannend zu hören, dass Experten und Konkurrenten bezweifeln, ob Kameras allein ausreichend Sicherheit für autonomes Fahren bieten. Waymos zusätzliche Laserradare scheinen hier einen klaren Vorteil zu haben.

Die Situation in Deutschland

In Deutschland sieht die Lage ein wenig anders aus. Hier sind Robotaxis in Pilotprojekten aktiv, aber im Vergleich zu den USA und China stecken sie noch in den Kinderschuhen. Die Nachfrage nach Robotaxis ist gering, da der öffentliche Nahverkehr gut ausgebaut ist. Mobilitätsexperte Martin Röhrleef sieht jedoch Potenzial im teleoperierten Fahren, das in Estland getestet wird – eine Technologie, die Carsharing-Autos per Fernsteuerung dorthin bringt, wo sie gebraucht werden.

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Die Herausforderungen sind vielfältig: Hohe Geschwindigkeiten auf Autobahnen stellen zusätzliche Anforderungen an die Technologie autonomer Fahrzeuge. Markus Lienkamp von der TU München kritisiert die fehlende staatliche Unterstützung und die mangelnden Fördergelder für die Entwicklung. Es mangelt an tragfähigen Geschäftsmodellen, die über das Level 3 des autonomen Fahrens hinausgehen. Zöllner vom FZI Forschungszentrum Informatik warnt gar vor einer möglichen Abhängigkeit Europas von den USA und China, insbesondere in Bezug auf die Software für autonomes Fahren. Man fragt sich, wie lange Deutschland noch hinterherhinken kann, wenn es um die Entwicklung dieser Schlüsseltechnologien geht.