Gestern und heute hat in Berlin ein reger Austausch zwischen der vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft e. V. und der Bundespolitik stattgefunden. Rund 50 Vertreter aus den Mitgliedsverbänden der vbw haben sich zu einem zweitägigen politischen Dialog zusammengefunden. Eine ganz besondere Art des Kennenlernens wurde dabei durch eine Spreefahrt geschaffen, die es den bayerischen Bundestagsabgeordneten von CSU, SPD und Bündnis 90/Die Grünen ermöglichte, miteinander ins Gespräch zu kommen. Wer hätte gedacht, dass man so viel über Wirtschaft und Politik beim gemütlichen Schippern auf dem Wasser erfahren kann?

Am zweiten Tag standen dann die Gespräche mit wichtigen politischen Akteuren wie Dr. Anja Weisgerber und Stephan Stracke auf der Agenda. Diese Treffen waren kein Spaziergang im Park – die wirtschaftlichen Herausforderungen Deutschlands, ein Jahr nach der Unterzeichnung des Koalitionsvertrags der schwarz-roten Bundesregierung, standen im Zentrum. Bertram Brossardt, der Hauptgeschäftsführer der vbw, nahm kein Blatt vor den Mund. Sechs Jahre ohne Wachstum, die längste Stagnationsphase in der Geschichte der Bundesrepublik, hat uns alle aufgerüttelt. Ein müdes „Weiter so“ kann es nicht geben.

Wachstum und Strukturreformen dringend gefordert

Brossardt warnte eindringlich davor, dass Deutschland nicht zum ökonomischen Sanierungsfall werden dürfe. Der Mann weiß, wovon er spricht! Die außenwirtschaftliche Lage – Stichwort Iran-Krieg – ist alles andere als rosig. Da sind mutige Strukturreformen gefragt, die die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Und das sollte nicht nur ein leeres Versprechen bleiben. Kostendämpfende und wachstumsfördernde Reformen in der Pflege- und Rentenversicherung sowie eine Verringerung der Steuerlast müssen auf die Tagesordnung. Wer da nicht mitzieht, der bleibt auf der Strecke.

Besonders interessant war die Forderung nach Nachbesserungen beim Paket zur gesetzlichen Krankenversicherung. Hier wird es dringend Zeit, dass Arbeitgeber und Versicherte nicht einseitig belastet werden. Brossardt machte klar: Die Bundesregierung muss ihrer Rolle als Reformregierung gerecht werden. Sonst bleibt uns nur die Frage, wie lange wir uns diese Stagnation noch leisten können.

Ein Dialog für die Zukunft

Die Diskussionen in Berlin sind ein Zeichen dafür, dass die bayerische Wirtschaft und die Politik bereit sind, sich den Herausforderungen zu stellen. Ein konstruktiver Dialog, der nicht nur rhetorische Blasen produziert, sondern reale Lösungen anstrebt. Es bleibt zu hoffen, dass die Politiker diesen Schwung mitnehmen und nicht in alte Muster zurückfallen. Denn nur gemeinsam kann man die Weichen für eine prosperierende Zukunft stellen.

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Der frische Wind, der durch diese Gespräche weht, könnte der nötige Anstoß sein, um die notwendigen Veränderungen voranzutreiben. Man muss sich nur trauen, die richtigen Fragen zu stellen und vor allem die Antworten zu suchen. Denn eines ist klar: In einer sich ständig verändernden Welt kann Stillstand nicht die Lösung sein. Das ist die Herausforderung, der sich jede Generation stellen muss.