Heute ist der 22.05.2026. Und was für ein Tag! Die Ukraine hat ihre Angriffe auf russische Energieanlagen in den letzten Wochen kräftig angezogen. Man könnte sagen, die Ukraine hat den „Deep-Strike“-Modus aktiviert, denn die Ziele sind nicht nur in unmittelbarer Nähe – ukrainische Drohnen haben es bis zu 1287 Kilometer in russisches Gebiet geschafft. Die Moskauer Ölraffinerie stand dabei ganz oben auf der Liste. Nach einem Großangriff am 17. Mai stellte sie die Produktion vorübergehend ein. Das ist nicht einfach nur ein Schlag für die russische Wirtschaft, das ist wie ein K.O.-Treffer im Boxring.

Ein weiterer Angriff, der die Chemiefabrik Newinnomyssk Azot im Stawropol Krai ins Visier nahm, war kein Zufall – sie war bereits am 16. Mai Ziel eines Angriffs. Der ukrainische Geheimdienst SBU hat bestätigt, dass diese Aktionen in enger Zusammenarbeit mit den ukrainischen Streitkräften geplant wurden. Und während die ukrainischen Angriffe auf die russische Öl- und Rüstungsinfrastruktur im April 2026 einen Vier-Monats-Höchststand mit mindestens 21 dokumentierten Treffern erreichten, hat das für Russland gravierende Folgen.

Die Auswirkungen auf die russische Wirtschaft

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Russlands durchschnittliche Raffineriekapazität fiel auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2009, gerade einmal 4,69 Millionen Barrel pro Tag. Schätzungen zufolge haben ukrainische Angriffe und Pipelineschäden rund 40 Prozent von Russlands Ölexportkapazität lahmgelegt. Das führt nicht nur zu Produktionsstopps in den Raffinerien, sondern auch zu einem spürbaren Rückgang der Einnahmen. Laut dem Ökonomen Wladislaw Inosemzew sind bis zu 20 Prozent der Produktionskapazitäten der Ölverarbeitung bereits betroffen. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs.

Präsident Selenskyj berichtet von einer gravierenden Treibstoffknappheit in Russland, die bereits 20 Prozent erreicht hat, vor allem bei Benzin. Tankstellen in Russland sind überfüllt, Autofahrer stehen bis zu zwei Stunden in der Schlange, um ihre Tanks zu füllen. In einigen Regionen wurde der Benzinkauf auf 20 Liter pro Person beschränkt. Es ist schon fast surreal, wenn man bedenkt, dass eine Nation, die einst als Energieriese galt, jetzt mit solchen Engpässen kämpft.

Die Reaktion des Kremls

Um die Situation zu entschärfen, hat Russland auf Notreserven zurückgegriffen und versucht, den Binnenmarkt zu stabilisieren. Ölkonzerne verkaufen Benzin zu regulierten Preisen, und die Regierung hat staatliche Kompensationen eingerichtet. Doch der Druck auf die russische Wirtschaft wächst. Die Öl- und Gaseinnahmen fielen 2025 um rund 24 Prozent und liegen bis Februar 2026 etwa 27 Prozent unter dem Vorkriegsniveau. So kann der Kreml seine Kriegsanstrengungen nicht mehr so leicht finanzieren.

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Putin gibt sich während der Russischen Energiewoche als stabiler Führer der Energiewirtschaft. Ironischerweise ist das Event mit etwa 8.000 Teilnehmern, darunter Vertreter aus Afrika, Südostasien und dem arabischen Raum, auch eine Bühne für die internationale Wahrnehmung Russlands. Aber die Realität ist, dass die Benzinknappheit noch Monate anhalten könnte, da die Reparatur der beschädigten Raffinerien hinterherhinkt.

Die ukrainischen Angriffe haben nicht nur die Kraftstoffproduktion in Russland verringert, sondern sie haben auch die Kriegsmüdigkeit bei den Russen bewusster gemacht. Denn während der Kreml versucht, die Kontrolle zu behalten, spüren die Menschen die Auswirkungen direkt an den Tankstellen. Die allgemeine Inflation und die Schwierigkeiten im Alltag werden immer spürbarer. Und während Russland mit seinen eigenen Herausforderungen kämpft, bleibt die Frage, wie lange diese Situation noch anhalten kann.