Die Wirtschaftswelt hat einen neuen Aufruhr erlebt: US-Präsident Donald Trump hat eine juristische Niederlage in Bezug auf seine Zollpolitik hinnehmen müssen. Ein Gericht für Internationalen Handel in New York hat seine temporären Zölle auf Einfuhren aus der ganzen Welt für rechtswidrig erklärt. Die Zölle von 10 Prozent, die Trump eingeführt hat, überschreiten seine Befugnisse. Das Gericht stellte fest, dass die US-Regierung und die Zollbehörde keine Importabgaben von den Klägern, darunter der US-Bundesstaat Washington, einfordern dürfen. Ein herber Rückschlag für Trump, der sich unbeirrt zeigt und seine Zollpolitik unabhängig von dieser Entscheidung fortsetzen möchte.

Seit dem 24. Februar 2026 erheben die USA auf die meisten Einfuhren einen Zoll von 10 Prozent. Und als wäre das nicht genug, drohte Trump, den Satz auf 15 Prozent zu erhöhen – das Maximum, das er nach dem Handelsgesetz für 150 Tage ansetzen darf. Dies geschah alles im Kontext eines Ultimatums, das er der EU gesetzt hat: Bis zum 4. Juli soll ein Zollabkommen umgesetzt werden, andernfalls drohen höhere Zölle. Die Argumentation für diese globalen Zölle scheint eine Notlösung zu sein, nach einer vorherigen Niederlage vor dem Obersten Gericht, das klarstellte, dass nur das US-Parlament die Befugnis hat, Steuern und Zölle zu erheben. Trump kann zwar Zölle für bestimmte Waren verhängen, jedoch nicht einfach nach Gutdünken.

Die Verhandlungen mit der EU

Im August 2025 einigten sich Trump und die EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen auf eine Zollobergrenze von 15 Prozent auf die meisten EU-Warenimporte. Dieser Deal soll die Handelsbeziehungen zwischen den beiden Wirtschaftsmächten verbessern und den Marktzugang für Bürger und Unternehmen stabilisieren. Der bilaterale Handel hat sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt und erreichte 2024 einen Wert von etwa 1,7 Billionen Euro. Täglich fließen über 4,2 Milliarden Euro in den Handel zwischen der EU und den USA. Ein Grund zur Freude für viele Unternehmen!

Die Einigung, die nicht rechtsverbindlich ist, sieht jedoch vor, dass sensible Bereiche wie Rindfleisch und Geflügel geschützt bleiben. Gleichzeitig wird der Zugang zu kritischen Energieressourcen und Technologien gefördert. Die EU plant, in den nächsten drei Jahren US-amerikanische Energieprodukte im Wert von 750 Milliarden USD zu beschaffen und gleichzeitig KI-Chips im Wert von 40 Milliarden Euro zu erwerben. Die Unternehmen auf beiden Seiten des Atlantiks haben bereits 2022 insgesamt 5,3 Billionen Euro in die Märkte der jeweils anderen Seite investiert.

Ein Blick auf die rechtlichen Rahmenbedingungen

Die politische Einigung zwischen Trump und von der Leyen fand im schottischen Turnberry statt und ist nicht ohne Herausforderungen. Die EU-Kommission hat bereits zwei Gesetzesvorschläge vorgelegt, die noch verabschiedet werden müssen. Die Handelsbeziehungen basierten zuvor auf WTO-Regeln, die auf „Meistbegünstigung“ setzen. Das neue Abkommen soll US-Zölle auf fast alle EU-Güter auf maximal 15 % begrenzen, was eine echte Entlastung für viele Unternehmen bedeuten könnte. Doch die USA haben einige hohe Zollsätze, wie etwa 50 % auf Stahl, beibehalten, was die Verhandlungen nicht einfacher macht.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Die EU hat zudem ein Instrument zur Bekämpfung von Zwangsmaßnahmen geschaffen, um Handelskonflikte durch Verhandlungen zu lösen. Bei Misserfolg könnten Gegenzölle oder ein Beschwerdeverfahren bei der WTO die Folge sein. Ein gewisses Maß an Unsicherheit bleibt also bestehen. Die EU kann auf neue Zolldrohungen reagieren, und das Parlament hat bereits angedeutet, dass es das Abkommen aussetzen könnte, wenn die Sicherheitsinteressen der EU bedroht sind. Ein heikles Spiel, das noch lange nicht zu Ende ist.

So bleibt die Situation spannend und komplex. Die Zeit wird zeigen, wie sich die Beziehungen zwischen den USA und der EU entwickeln werden, und ob Trump tatsächlich bereit ist, von seiner Zollpolitik abzurücken oder ob er den Druck aufrechterhalten wird, um seine wirtschaftlichen Ziele zu erreichen. Der Handelskrieg ist noch lange nicht vorbei, und die Auswirkungen sind nicht nur in den USA, sondern auch in Europa spürbar. Und wir dürfen gespannt sein, wie sich die Verhandlungen weiterentwickeln werden – mit allen Höhen und Tiefen, die diese Beziehung mit sich bringt.