Heute ist der 28.06.2026. Die Lage in Russland ist angespannt, und die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe zeigen, wie tief die Wunden in der russischen Ölindustrie sitzen. Am 28. Juni wurde die Slavyansk-Ölraffinerie im Krasnodar Krai ins Visier genommen. Ein Brand brach aus, und die Raffinerie, die jährlich zwischen 4 und 5 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet, wurde erneut außer Betrieb gesetzt. Das ist nicht nur ein Treffer für die Raffinerie selbst, sondern auch für die gesamte Ölverarbeitung im Südlichen Föderalbezirk, die nun um etwa 9% geschwächt ist.

Bereits im April und Mai 2024 hatten ähnliche Angriffe die Raffinerie lahmgelegt. Wie oft muss man noch wiederholen, dass die Situation ernst ist? Acht der zehn größten russischen Raffinerien sind bereits angegriffen worden. Die Ölverarbeitung in Russland ist auf unter 4 Millionen Barrel pro Tag gefallen – das ist der niedrigste Wert seit 21 Jahren! In über 20 Regionen des Landes haben die Behörden Verkaufsbeschränkungen ausgesprochen, weil der Treibstoff knapp ist. Die Menschen stehen an Tankstellen Schlange, und es dauert bis zu zwei Stunden, um einen Liter Benzin zu bekommen.

Ein schleichender Benzinmangel

Die Situation an den Tankstellen wird immer prekärer. Videos auf russischen Social Media zeigen brennende Ölraffinerien, die der Kreml gerne unter den Teppich kehren würde. Autofahrer müssen sich darauf einstellen, dass in manchen Regionen der Benzinkauf auf 20 Liter pro Person limitiert ist. Das ist nicht nur eine Unannehmlichkeit, sondern beeinflusst den Alltag der Menschen spürbar. Der Ökonom Wladislaw Inosemzew hat herausgefunden, dass die Angriffe bis zu 20 Prozent der Produktionskapazitäten der Ölverarbeitung lahmgelegt haben. Dabei ist die Benzinknappheit noch lange nicht vorbei – die Reparaturen der beschädigten Raffinerien hinken hinterher.

Auf der Krim ist jede zweite Tankstelle geschlossen. In Russland haben innerhalb von zwei Monaten 360 Tankstellen den Benzinverkauf eingestellt. Der stellvertretende Energieminister Russlands gibt vor, dass der Bedarf an Benzin gestiegen sei, während die Realität für viele Autofahrer eine andere ist. Die Preise steigen, und die Inflation drückt auf die Geldbörsen der Menschen. Komischerweise scheint die Regierung alles zu tun, um den Binnenmarkt zu stabilisieren, indem sie Ölkonzerne dazu zwingt, Benzin zu regulierten Preisen zu verkaufen. Aber die staatlichen Kompensationen können nicht die Probleme der Bevölkerung lösen.

Putins Reaktion und die internationale Dimension

In Kiew wird die Offensive gegen die Ölraffinerien als legitimer Teil des Krieges betrachtet, da sie direkt mit der Finanzierung des Konflikts verbunden sind. Moskau hat auf die Angriffe mit massiven Gegenangriffen reagiert – Marschflugkörper und Drohnen wurden eingesetzt, und auch in Kiew gab es Verletzte und Brände. Die Reaktionen sind auf beiden Seiten emotional aufgeladen. Putin selbst hat beim Wirtschaftsforum in St. Petersburg eingeräumt, dass die wirtschaftliche Dynamik gebremst sei. Er inszeniert sich jedoch weiterhin als stabiler Führer der Energiewirtschaft, obwohl die Herausforderungen, mit denen Russland konfrontiert ist, offenkundig sind.

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Ein weiterer Aspekt ist der wirtschaftliche Abstieg: Die liquiden Vermögenswerte des russischen Staatsfonds sanken von 6,5% des BIP zu Kriegsbeginn auf nur noch 1,8%. Öl- und Gaseinnahmen gingen im ersten Quartal 2026 um 45% im Vergleich zum Vorjahr zurück. Experten warnen davor, dass die wirtschaftlichen Grundlagen Russlands erheblich geschwächt sind. So bleibt abzuwarten, wie sich die Lage weiter entwickelt. Die Drohnenangriffe scheinen nicht nur die Infrastruktur zu treffen, sondern auch den inneren Zusammenhalt der Gesellschaft auf die Probe zu stellen.