Heute ist der 17.05.2026. Russlands Wirtschaft steht unter einem gewaltigen Druck. Der Ukraine-Krieg und die westlichen Sanktionen haben die Lage nicht gerade verbessert. Präsident Wladimir Putin hat zwar am 15. Mai 2026 betont, dass die wirtschaftspolitischen Maßnahmen positive Ergebnisse zeigen. Aber wie so oft bei solchen Aussagen muss man zwischen den Zeilen lesen. So steigerten sich im März 2026 der Großhandel um 8%, der Einzelhandel um 6,2%, die Industrieproduktion um 2,3% und das verarbeitende Gewerbe um 3%. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) wuchs um 1,8% und die Arbeitslosenquote ist mit 2,2% erfreulich niedrig. Klingt ja erst mal gut, oder?

Doch Berichte von The Bell legen nahe, dass Putin entscheidende Fakten verschweigt. Im Januar und Februar 2026 gab es einen Rückgang des BIPs im Vergleich zum Vorjahr. Die Prognose für das jährliche BIP-Wachstum wurde von 1,3% auf gerade mal 0,4% gesenkt. Ein weiteres Alarmzeichen ist das Haushaltsdefizit: In den ersten vier Monaten 2026 betrug es 78,4 Milliarden US-Dollar – fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Ursprünglich war ein Defizit von 50,5 Milliarden US-Dollar eingeplant. Die Staatsausgaben? Die stiegen um 15,7% auf 235 Milliarden US-Dollar, während die Zinsen auf Staatsschulden sich auf 14,8 Milliarden US-Dollar beliefen. Das alles klingt nicht wirklich nach einer florierenden Wirtschaft.

Die Schattenseite der Wirtschaft

Die Erhöhung der Mehrwertsteuer, die im Januar 2026 eingeführt wurde, hat für viele kleine und mittlere Unternehmen das Aus bedeutet. Rund 209.000 Betriebe mussten in diesem Jahr schließen, ein Anstieg um fast 9% im Vergleich zum Vorjahr. Das kann man sich mal vorstellen: Unternehmen, die über Jahre aufgebaut wurden, einfach von der Bildfläche verschwunden. Zudem verstärkt der Arbeitskräftemangel, bedingt durch die Rekrutierungen für den Ukraine-Krieg, die Probleme. Die regionalen Regierungen haben ihre Ausgaben für Militärrekrutierer und Prämien mehr als verdoppelt. Im Jahr 2026 stiegen die monatlichen Ausgaben für Rekrutierungen von 358 Millionen Rubel (ca. 4,92 Millionen US-Dollar) auf 802 Millionen Rubel (ca. 11,02 Millionen US-Dollar). Hohe Staatsausgaben und eine durch den Krieg bedingte Nachfrage stützen zwar die russische Wirtschaft, aber wo bleibt das private Wachstum?

In der Zwischenzeit reist Putin von Peking direkt zum Wirtschaftsforum in Wladiwostok. Dort wird man die wirtschaftlichen Probleme Russlands wohl kaum thematisieren. Laut dem Experten Andrey Gurkov wird der Krieg und die Sanktionen für Russland immer kostspieliger. Der Wirtschaftsminister warnt vor einer drohenden Rezession, während der Finanzminister von geringen Wachstumszahlen spricht. Ein Blick in die Ölindustrie zeigt, dass der August 2025 ein schwieriger Monat war – mindestens zehn Raffinerien wurden angegriffen. Die Ukraine hat ihre Strategie geändert und zielt nun gezielt auf russische Raffinerien und Exportrouten ab. Offizielle Zahlen zeigen, dass die Kriegswirtschaft zwar wächst, während zivile Branchen Rückgänge verzeichnen. Hohe Staatsausgaben und Inflation belasten das private Geschäft.

Ein ungewisser Winter

Ohne Zweifel wird der kommende Winter für den Kreml eine große Herausforderung. Putin hat weniger Geld für Subventionen und hohe Prämien für Freiwillige im Krieg. Die Bevölkerung könnte unzufrieden werden, besonders aufgrund von Treibstoffknappheit und Ernteausfällen. Gurkov sieht zwar keinen Aufstand gegen den Krieg, aber die Unzufriedenheit wächst. Die hohen Zinsen, die aktuell bei 18 Prozent liegen, und die Infrastrukturprobleme sorgen zusätzlich für Unruhe. Was bleibt am Ende für Putin? Der Druck, der Bevölkerung einen Sieg im Krieg zu präsentieren, wird immer größer. Und während die chinesischen Investitionen ausbleiben, schwappt eine Flut von Exportprodukten aus China in die russischen Märkte. Irgendwie komisch, oder?

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