Ölkrieg im Osten: Die ukrainischen Drohnenangriffe und ihre Folgen für Russlands Wirtschaft
Die Situation rund um die russische Ölindustrie spitzt sich weiter zu. Am 2. Juni 2026 haben ukrainische Drohnen die Ölraffinerie Ilski in Südrussland angegriffen und dabei erhebliche Schäden verursacht. Diese Raffinerie, die rund 50 Kilometer von Krasnodar entfernt liegt und im Jahr 2022 eine Kapazität von 6,6 Millionen Tonnen Öl pro Jahr hatte, war nicht zum ersten Mal Ziel solcher Angriffe. Seit dem Beginn des Ukraine-Kriegs ist sie bereits mehrfach attackiert worden. Die Ukraine verfolgt mit dieser Strategie das Ziel, Russlands Wirtschaft zu schwächen, indem sie gezielt die Ölindustrie ins Visier nimmt. Vor allem soll die Treibstoffversorgung der russischen Truppen gestört und dem Kreml Einnahmen entzogen werden. Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sogar verkündet, dass ukrainische Soldaten nun in der Lage sind, die russische Militärlogistik in den besetzten Gebieten zu erreichen.
In den ersten vier Monaten des Jahres 2026 beträgt das Haushaltsloch Russlands bereits 5,9 Billionen Rubel – das sind etwa 70,5 Milliarden Euro. Und das Verteidigungsministerium rechnet mit einem finanziellen Defizit von bis zu 3 Billionen Rubel (rund 36 Milliarden Euro). Die Lage wird noch prekärer, denn Russlands Finanzminister hat gewarnt, dass der Krieg „unbezahlbar“ werde. Der Rüstungsetat für 2026 liegt bei 16,84 Billionen Rubel (ca. 204 Milliarden Euro) und ist bereits überzogen. Man kann sich nur vorstellen, wie die Verzweiflung unter den Oligarchen wächst, die Präsident Putin zur Kasse bittet, um den Kriegshaushalt zu stützen. Ein dunkles Bild, das sich da abzeichnet! Und das, obwohl das Bruttoinlandsprodukt Russlands im Jahr 2024 noch um 3 bis 4 Prozent wuchs, aber 2025 bereits auf unter 1 Prozent fiel.
Ukrainische Angriffe auf Ölraffinerien
Die Intensität der ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien nimmt zu. In nur zwei Wochen wurden mindestens drei große Raffinerien außer Betrieb gesetzt. So wurde jüngst eine Raffinerie in Saratow angegriffen, die normalerweise 140.000 Fass Öl pro Tag verarbeitet. Nach dem Angriff wurde die Aufnahme von neuem Rohöl gestoppt. Auch eine Raffinerie in Wolgograd, 330 Kilometer von der Ukraine entfernt, und eine in Nowokuibyschewsk, die 780 Kilometer entfernt ist, mussten den Betrieb einstellen. Zusammen repräsentieren die angegriffenen Anlagen über elf Prozent der gesamten russischen Raffineriekapazitäten! Bei der Raffinerie in Rjasan, die nur 235 Kilometer von der Grenze entfernt liegt, läuft der Betrieb nach einem Angriff nur noch mit 40 Prozent ihrer Kapazität. Das ist ein echter Schlag für die russische Ölindustrie.
Die Ziele dieser Angriffe sind klar: Die Ukraine will die Treibstoffversorgung der russischen Truppen in der Ukraine stören, Russlands Einnahmen aus Energieexporten verringern und die Benzinpreise im Land erhöhen, um Unmut gegen die Regierung zu schüren. Und die Preise steigen tatsächlich! Seit Jahresbeginn haben sie um 50 Prozent angezogen, im Großhandel kostete eine Gallone Sprit zuletzt über 2,50 Euro. Das ist schon ein stärkerer Stressfaktor für die Bürger in Russland.
Die Auswirkungen auf Russlands Wirtschaft
Der ukrainische Präsident Selenskyj hat berichtet, dass die Treibstoffknappheit in Russland bereits 20 Prozent erreicht hat, besonders bei Benzin. Um die Versorgung aufrechtzuerhalten, greift Russland auf Notreserven zurück. Fast 40 Prozent der Kapazität russischer Raffinerien sind mittlerweile aufgrund der Angriffe stillgelegt. Zudem hat der Bundesnachrichtendienst vermutet, dass Russland seine Wirtschaftsdaten schönt – das reale Haushaltsdefizit für 2025 könnte um ganze 26 Milliarden Euro höher sein als angegeben. Es ist eine gefährliche Taktik, die sich langfristig rächen könnte!
Die ukrainischen Drohnenangriffe, die teilweise bis zu 1287 Kilometer in das russische Territorium vordringen, sind ein klares Zeichen der Stärke. Seit Anfang August gab es bereits 24 Angriffe auf Ölraffinerien in Russland. Die Ukraine sieht darin eine Möglichkeit, Russland weiter zu schwächen und ihre militärischen Fähigkeiten zu demonstrieren. Gleichzeitig führt Russland schwere Angriffe auf die Ukraine durch, die zivile Gebiete und kritische Infrastrukturen betreffen, aber die nationalen Einkommensquellen in der Ukraine bleiben weitestgehend unberührt.
