Am vergangenen Wochenende war in Nidda wieder mal richtig was los! Der Niddaer Gewerbetag, in Verbindung mit dem 12. Handwerkerschautag, lockte rund 30 Aussteller an und sorgte für ein buntes Treiben in der Stadt. Organisiert vom Gewerbeverein Nidda, stand die Veranstaltung ganz im Zeichen der lokalen Wirtschaft und der Vielfalt, die sie zu bieten hat. Handwerksbetriebe, Dienstleister und Produktionsunternehmen präsentierten sich und ihre Angebote – eine echte Gelegenheit, die Region von ihrer besten Seite kennenzulernen.

Besonders erfreulich war der verkaufsoffene Sonntag, der auf großes Interesse stieß. Die Besucher nutzten die Gelegenheit, um durch die Schillerstraße zu bummeln, die an diesem Tag zur Fußgängerzone umfunktioniert wurde. Ein Highlight war die süße Überraschung für alle Mütter zu ihrem Ehrentag: Leckere Kräppeln, die für das richtige Wohlfühl-Ambiente sorgten. Giuseppe Laviero, der Vorsitzende des Gewerbevereins, sowie sein Stellvertreter Martin Röhling und Vorstandsmitglied Selda Kayatuz hatten alles perfekt vorbereitet.

Fachgespräche und Herausforderungen im Handwerk

Stadträtin Sharon Rieck war ebenfalls vor Ort und nutzte die Gelegenheit, um mit Fachleuten über die Herausforderungen im Handwerk zu plaudern. Themen wie Bürokratiebelastung, Nachwuchsmangel und Betriebsnachfolge standen dabei im Mittelpunkt. Die Handwerkskammer Wiesbaden stellte Informationen zu Berufsmessen, Schulangeboten und Fördermöglichkeiten bereit. Es wurde schnell klar, dass gerade junge Menschen und deren Integration in die Betriebe ein zentrales Anliegen sind. Lokale Handwerksbetriebe luden die Jugend zu Praktika und Schnuppertagen ein, um einen Einblick in die vielseitigen Berufe zu geben.

Die Tradition der Niddaer Handwerksbetriebe wurde ebenfalls gefeiert: Die Firma Raumausstattung Schneider, die auf stolze 280 Jahre zurückblickt, und der Dachdeckerbetrieb Aßmus, der über 150 Jahre alt ist, zeugen von der langen Geschichte und Stabilität des Handwerks in der Region. Auch moderne Betriebe, wie Monas Tortenatelier, traten dem Gewerbeverein bei und zeigen, dass frischer Wind in die Branche weht.

Ein Ort der Begegnung und des Genusses

Die Metzgerei Fischer war mit Grillspezialitäten vertreten und viele Besucher stärkten sich dort mit leckeren Köstlichkeiten. Die Jagdschule Nidda und die Malschule von Dieter Schiele rundeten das Angebot ab. Junge Familien hatten die Möglichkeit, bei Handwerkern aktiv zu werden – die Steinmetzfirma Röhling und die Dachdeckerei Häßner luden zum Mitmachen ein. Ein tolles Konzept, das die Verbindung zwischen Tradition und moderner Handwerkskunst lebendig hält.

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Doch nicht nur die regionalen Anbieter waren präsent. Die Teilhabe Wetterau informierte über Teilqualifikationen für Menschen mit Behinderungen in verschiedenen Bereichen und zeigte damit, wie inklusives Arbeiten im Handwerk gefördert wird. Auch die Stadt Nidda informierte über die Neugestaltung des Niddaufers und den interkommunalen Gewerbepark „IGO Green“, der neue Perspektiven für die lokale Wirtschaft schaffen soll.

Unterstützung für das Handwerk

Doch wo Licht ist, ist auch Schatten. Die Herausforderungen für das Handwerk sind nicht zu unterschätzen. Die Landesregierung hat daher verschiedene Förderschwerpunkte zur Unterstützung des Handwerks ins Leben gerufen. Dazu zählen Maßnahmen zur Förderung der beruflichen Bildung, Betriebs- und Exportberatung sowie Zuschüsse zur Errichtung und Modernisierung von überbetrieblichen Berufsbildungsstätten. Die Überbetriebliche Lehrlingsunterweisung (ÜLU) spielt dabei eine zentrale Rolle, da sie praktische Fertigkeiten vermittelt, die in vielen kleinen und mittleren Betrieben oft nicht möglich sind.

Auch die digitale Transformation wird gefördert. Digitalisierungsberater unterstützen Handwerksbetriebe bei der Implementierung digitaler Prozesse und helfen dabei, die Herausforderungen der modernen Geschäftswelt zu meistern. Das Projekt „Handwerk attraktiv Rheinland-Pfalz“ zielt darauf ab, die Vielfalt im Handwerk zu fördern und insbesondere junge Menschen, Frauen sowie Menschen mit Migrationshintergrund zu integrieren.

Der Niddaer Gewerbetag hat einmal mehr gezeigt, wie lebendig und divers die lokale Wirtschaft ist. Mit vielen engagierten Akteuren, die sowohl Tradition als auch Innovation leben, steht die Region gut da. Es bleibt zu hoffen, dass die hier angesprochenen Herausforderungen aktiv angegangen werden, um die Zukunft des Handwerks weiterhin positiv zu gestalten.