Heute ist der 14.05.2026 und in der Wirtschaftswelt gibt es wieder einiges zu berichten. Ein spannendes Beispiel dafür ist das Bielefelder Familienunternehmen IWN, das von Reinhold Schulte seit über 20 Jahren geführt wird. IWN hat sich auf die Produktion von Hydraulik-Komponenten für Land- und Baumaschinen spezialisiert. In den letzten Jahren, insbesondere während und nach der Corona-Pandemie, hat das Unternehmen mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Trotz gestiegener Kundenaufträge während der Pandemie, mussten nach der Krise viele Firmen ihre Bestellungen zurückfahren oder sich günstigeren Anbietern zuwenden. Das hat natürlich auch bei IWN Spuren hinterlassen.

Reinhold Schulte hat daraufhin reagiert, indem er unrentable Maschinen veräußert hat und die Preise mit seinen Kunden neu verhandeln möchte. Es ist jedoch nicht ganz so einfach, denn die Ursachen für die wirtschaftlichen Probleme sind nicht klar segmentiert. Um hier Licht ins Dunkel zu bringen, hat Schulte den Unternehmensberater Ralf Strehlau ins Boot geholt. Dieser hat bereits über 200 Unternehmen in Restrukturierungsfragen betreut und kennt sich im Mittelstand bestens aus. Denn, wie er feststellt, sind Controlling-Defizite in dieser Branche weit verbreitet – oft gibt es sogar nur rudimentäre Systeme.

Die Wichtigkeit der Krisenfrüherkennung

Henning Werner, Rektor an der EBS-Universität, hebt hervor, wie wichtig es ist, Krisen frühzeitig zu erkennen. Viele Insolvenzen könnten vermieden werden, wenn sich Unternehmen rechtzeitig mit dem Thema Restrukturierung auseinandersetzen würden. Laut einer aktuellen Studie des Bundesverbands Deutscher Unternehmensberatungen haben immer mehr Unternehmen Interesse an Restrukturierungen. Das zeigt, dass man die Zeichen der Zeit erkannt hat – rund 70 Prozent der eingeleiteten Restrukturierungen sind erfolgreich. Besonders häufig kommen die Anfragen aus dem Maschinen- und Fahrzeugbau, der Bauindustrie sowie dem Groß- und Einzelhandel.

Für IWN bedeutet das konkret, dass defizitäre Projekte eingestellt wurden und man sich nun auf profitable Sparten konzentriert. Ein Beispiel dafür sind die neuartigen Antriebe für Bustüren, die ab 2028 in nahezu allen neuen Bussen in Deutschland verbaut werden sollen. Schulte plant, die Restrukturierung bis Mitte 2028 abzuschließen. Danach wird er aus der Geschäftsleitung ausscheiden, während seine Söhne Christoph und Bastian die Führung übernehmen. Er wird jedoch in beratender Funktion zur Verfügung stehen – eine interessante Übergabe, die zeigt, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können.

Das Beispiel IWN ist nicht nur ein Einzelfall, sondern spiegelt eine größere Bewegung in der Wirtschaft wider. Unternehmen müssen sich anpassen, um den Herausforderungen des Marktes gerecht zu werden. Die Bereitschaft zur Restrukturierung ist dabei ein entscheidender Schritt. In einer Zeit, in der Flexibilität und Anpassungsfähigkeit gefragt sind, zeigt sich, dass ein proaktives Handeln oft der Schlüssel zum Überleben ist. So bleibt zu hoffen, dass viele Unternehmen, wie IWN, diese Chance erkennen und nutzen.

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