Die Situation in Russland wird zunehmend angespannter – und das hat vor allem mit der Treibstoffversorgung zu tun. Durch die immer wiederkehrenden ukrainischen Drohnenangriffe auf Ölraffinerien ist die Wirtschaft des Landes stark unter Druck geraten. Man könnte fast sagen, die Benzinpreise haben sich in den letzten Wochen wie ein aufbrausender Vulkan entwickelt. In der Woche vom 16. bis 22. Juni stieg der Durchschnittspreis für Benzin um satte 3% auf 71,20 Rubel (das sind ungefähr 0,95 US-Dollar) pro Liter. Das sind die höchsten Preise seit 20 Jahren! Und bei Diesel sieht’s nicht besser aus – hier gab es einen Anstieg um 2,7%.

Die Zentralbankchefin Elvira Nabiullina warnt bereits vor ernsthaften Inflationsrisiken. Mit einer jährlichen Inflationsrate von 5,8% ist das keine schöne Aussicht. Besonders alarmierend: Die Benzinproduktion hat im Vergleich zum Vorjahr um etwa 25% eingebrochen. Das alles führt dazu, dass in 75% der russischen Regionen Versorgungsengpässe oder sogar Rationierungsmaßnahmen herrschen. In Brjansk, Kursk, Lipezk, Samara und Tjumen ist die Lage besonders angespannt. Hamsterkäufe sind an der Tagesordnung, und lange Schlangen an den Tankstellen sind mittlerweile ein gewohnter Anblick. Die Suchanfragen nach „Benzin absaugen“ sind sprunghaft angestiegen – ein Zeichen der Verzweiflung.

Engpässe und Rationierungen

Die Engpässe bei der Treibstoffversorgung haben sich in vielen Regionen Russlands verschärft. In den letzten Wochen gab es in über zehn russischen Regionen Unterbrechungen der Treibstoffversorgung, während einige Tankstellen den Benzinverkauf sogar ganz eingestellt haben. Besonders dramatisch ist die Lage auf der annektierten Krim, wo Drohnenangriffe den Verkehr auf der „Noworossija-Autobahn“ lahmgelegt haben. Autofahrer müssen sich mit Bezugsscheinen für Superbenzin begnügen und dürfen oft nur maximal 20 Liter Normalbenzin tanken. Wie absurd ist das denn?

In Krasnodar haben 15 Tankstellen den Kraftstoffverkauf eingestellt, und die Beschwerden über Benzinmangel häufen sich, vor allem an Tankstellen, die nicht angekündigt haben, dass sie schließen. Auch in Zentralrussland – in Städten wie Kursk, Belgorod, Rjasan und Orjol – gibt es Engpässe. Es scheint, als ob die Treibstoffkrise alle Ecken Russlands erreicht hat, selbst Sibirien und den Fernen Osten bleiben nicht verschont.

Angriffe und Gegenmaßnahmen

Der Druck auf den Treibstoffmarkt wird voraussichtlich weiter zunehmen, solange die Angriffe nicht nachlassen und die beschädigten Raffinerien nicht schnell repariert werden können. Im Mai wurden acht der zehn größten Ölraffinerien Russlands angegriffen! Diese Angriffe beeinträchtigen nicht nur die Primärverarbeitung, sondern auch die Sekundäranlagen, was die Lage noch kritischer macht. Das russische Energieministerium hat sogar einen „Branchen-Stab“ zur Krisenbewältigung eingerichtet, und es wurden beispiellose Exportverbote für Benzin und Kerosin verhängt.

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Das Ausmaß der Störungen wird von der Internationalen Energieagentur als beispiellos im Verlauf des Krieges bezeichnet. Externe Analysten schätzen, dass die Angriffe mehr als 20 % der Raffineriekapazitäten außer Betrieb gesetzt haben könnten. Und während die Regierung von „stabilen Kraftstofflieferungen“ spricht, sind die Autofahrer auf der Krim bereit, hohe Preise für Benzin zu zahlen – das zeigt, wie ernst die Lage ist.

Um die Produktion aufrechtzuerhalten, hat der Kreml sogar die Umwelt- und Qualitätsstandards für die Treibstoffproduktion gelockert. Man könnte sagen, das ist ein verzweifelter Versuch, die Situation etwas zu entspannen. Doch ob diese Maßnahmen ausreichen, um die Krise zu bewältigen, bleibt fraglich. Die Drohnenangriffe stellen nicht nur eine unmittelbare Bedrohung für die Kraftstoffversorgung dar, sondern sie könnten auch die Instabilität des Binnenmarkts weiter verschärfen.

Wie es scheint, ist der russische Kraftstoffmarkt in einer echten Zwickmühle gefangen – und ohne schnelle Lösungen könnte die Lage noch viel schlimmer werden.