Heute ist der 17.05.2026, und während die Sonne über Hannover aufgeht, wird hier ein Thema heiß diskutiert, das nicht nur die Stadt, sondern die gesamte deutsche Wirtschaft betrifft. Alexander Kühnen, der Chef des traditionsreichen Keksherstellers Bahlsen, hat klare Worte gefunden. Er fordert ein unmissverständliches Bekenntnis der Unternehmen zur Demokratie und grenzt sich entschieden von der AfD ab. „Die Werte unseres Unternehmens sind untrennbar mit demokratischen Prinzipien verbunden“, sagt er und macht damit deutlich, dass die Positionen dieser Partei für Bahlsen nicht tragbar sind.

Kühnen lässt keinen Zweifel daran, dass er mit den Ideen der AfD, wie der Remigration, nichts am Hut hat. „Das sind keine unternehmerischen oder persönlichen Alternativen für mich“, erklärt er. Stattdessen hebt er die Notwendigkeit hervor, Fachkräfte zu gewinnen, offenen Handel in Europa zu fördern und stabile wirtschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen. Abschottung und Isolation passen einfach nicht zu den Werten eines Familienunternehmens, das auf Zusammenarbeit und Wertschätzung setzt.

Wirtschaftliche Verantwortung und Werte

Die Haltung innerhalb von Bahlsen wird immer wichtiger. Kühnen hat vier zentrale Werte formuliert: Neugier, Mut, Rückhalt und Ambition. Diese Prinzipien sollen nicht nur die innere Unternehmenskultur prägen, sondern auch den Umgang mit externen Partnern. Feedback ist nicht nur ein Schlagwort, sondern wird aktiv gefördert. Jeder Mitarbeitende, unabhängig von seiner Position, hat die Möglichkeit, seine Meinung einzubringen – eine klare Ansage in Zeiten, in denen das Vertrauen in Unternehmen und deren Werte auf die Probe gestellt wird.

Doch das Thema geht weit über Bahlsen hinaus. Der Verband „Die Familienunternehmer“ hat in den letzten Monaten für Aufregung gesorgt, indem er sein Kontaktverbot zu AfD-Politikern aufgehoben hat. Marie-Christine Ostermann, die Vorsitzende des Verbands, erklärte, dass sich die Empörung als politische Strategie erschöpft habe. Damit hat sie eine Diskussion entfacht, die innerhalb der Wirtschaft heftig geführt wird. Unternehmen wie Rossmann, Vorwerk und Fritz-Kola haben sich bereits vom Verband distanziert, während andere, wie das Bauunternehmen Goldbeck, ihre Mitgliedschaft überdenken.

Die Spaltung in der Wirtschaft

Die Meinungen über den Umgang mit der AfD sind gespalten. Während die Stiftung Familienunternehmen und Politik klar gegen Kontakte zur AfD ist und die Bedeutung von offenen Märkten sowie Freihandel betont, gibt es Stimmen, die argumentieren, dass regionale Kontakte zu AfD-Politikern manchmal notwendig sind. So hat beispielsweise die Handwerkskammer Dresden bestätigt, dass Gespräche mit AfD-Vertretern stattfinden. Christoph Ahlhaus vom BVMW merkt an, dass die „Brandmauer-Strategie“ gegen die AfD nicht funktioniert hat, was die Komplexität der Situation unterstreicht.

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Immer mehr Wirtschaftsvertreter sehen die Notwendigkeit, sich für Weltoffenheit und gegen Fremdenfeindlichkeit stark zu machen. Das Bündnis „Made by Vielfalt“ wurde gegründet, um genau diese Werte zu fördern und die Gesellschaft auf die positiven Aspekte der Diversität hinzuweisen. Die Kontroversen rund um die AfD zeigen, wie tief die Gräben in der deutschen Wirtschaft sind. Kühnen und andere Wirtschaftslenker stehen in der Verantwortung, sich klar zu positionieren und die Demokratie zu verteidigen – das ist eine Herausforderung, die in den kommenden Jahren entscheidend sein wird.