Die Zeiten sind rau und die Herausforderungen für die deutsche Wirtschaft gewaltig. Mit einem Blick auf die aktuelle Lage wird schnell klar: Die europäische Industrie steht unter massivem Druck. Dies ist nicht nur ein vorübergehendes Phänomen, sondern hat tiefere, strukturelle Ursachen. Drei große Schocks treffen die Branche besonders hart: Der Aufstieg Chinas als Industrienation, die Energiekrise und die US-Zollpolitik, die seit 2025 in Kraft ist. Deutschland ist von all dem stärker betroffen als andere große EU-Länder. Das ist kein gutes Zeichen!

Dr. Claus Michelsen, der Chefvolkswirt des Verbands forschender Pharma-Unternehmen (vfa), stellt in einer Analyse klar, dass sich die Spielregeln für die Industrie grundlegend verändert haben. Die kurzfristige Entlastung, die derzeit diskutiert wird, wird als unzureichend angesehen. Was Europa jetzt braucht, ist eine nachhaltige Antwort, die das Wachstum und die Wettbewerbsfähigkeit sichert. Der Binnenmarkt, oft als das größte ungenutzte Potenzial bezeichnet, hält besonders für innovative Branchen unerforschte Möglichkeiten bereit.

Die Herausforderungen der Pharmaindustrie

Ein spannendes Beispiel für diese Herausforderungen ist die Pharmaindustrie. Hier gibt es nicht nur ein paar Probleme, sondern gleich ein ganzes Bündel an komplizierten Rahmenbedingungen. Stell dir vor, es gibt 27 fragmentierte Erstattungssysteme – das macht alles nur noch schwieriger. Zudem fehlt es an Skalierbarkeit und der Marktzugang ist oft verzögert. Das kostet nicht nur Zeit, sondern auch Geld – und zwar jede Menge! Die Investitionen, die hier nicht getätigt werden können, fließen stattdessen in die USA oder nach China. Das ist irgendwie frustrierend, oder?

Michelsen hebt jedoch die Verlässlichkeit Europas hervor. Stabile rechtliche Rahmenbedingungen und berechenbare Märkte sind hier echte Wettbewerbsvorteile. Doch genau diese Standortqualität könnte durch vorgeschlagene nationale Eingriffe gefährdet werden. Der vfa vertritt 49 weltweit führende Hersteller und hat rund 90 Tochter- und Schwesterfirmen in der Gesundheits-, Forschungs- und Wirtschaftspolitik. Die Mitglieder des vfa machen mehr als die Hälfte des deutschen Arzneimittelmarktes aus und beschäftigen etwa 100.000 Mitarbeiter:innen, davon 20.000 in Forschung und Entwicklung. Das ist eine ganz schöne Hausnummer!

Neuausrichtung der EU-Industriepolitik

Und dann gibt es da noch die neue wirtschaftspolitische Ausrichtung der EU. Diese wird gerade aufgrund globaler Lieferkettenkrisen, geopolitischer Spannungen und steigender Energiepreise neu justiert. Die Europäische Kommission plant den Industrial Accelerator Act (IAA), der Investitionen beschleunigen und strategische Industrien stärken soll. Ziel ist es, die wirtschaftliche Resilienz zu erhöhen und die europäische Wertschöpfung in strategischen Sektoren, wie der Batteriefertigung und den erneuerbaren Energien, zu sichern. Das klingt doch nach einem Plan, oder?

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Der IAA ist Teil eines umfassenden industriepolitischen Paradigmenwechsels, der strategische Autonomie und industrielle Wertschöpfung in den Mittelpunkt rückt. Die Diskussion darüber ist jedoch nicht ohne Kontroversen. Unterschiedliche wirtschaftspolitische Traditionen innerhalb der EU führen zu Spannungen. Einige Staaten sind für eine aktive Industriepolitik, andere warnen vor Wettbewerbsverzerrungen. Und dann ist da noch die Frage der Finanzierung, die ein zentrales Streitfeld darstellt. Hier ist der Teufel im Detail!

Die EU-Industriestrategie von 2020 betont die doppelte Transformation – grün und digital – als zentrale Herausforderung. Die COVID-19-Pandemie hat viele Abhängigkeiten aufgezeigt, besonders wenn es um medizinische Produkte und kritische Rohstoffe geht. Jetzt wird es spannend zu sehen, ob die EU es schafft, Investitionen zu mobilisieren und gleichzeitig die Offenheit des Binnenmarktes zu bewahren. Der IAA könnte ein entscheidender Schlüsselmoment in diesem Transformationsprozess sein.